Deutsch-Neuguinea, Rabaul, Bismarck-Archipel, Warenhaus und Verwaltungsgebäude der Neu Guinea Compagnie

Deutsche Südsee-Schutzgebiete

Die westlichen Südsee-Schutzgebiete Deutsch-Neuguinea, Marianen, Karolinen und Marshall-Inseln in einer chronologischen Übersicht mit vielen Bildern, Ansichtskarten und Landkarten.

Deutsch-Neu-Guinea, Friedrich Wilhelms-Hafen, Erima-Hafen
Deutsch-Neu-Guinea, Friedrich Wilhelms-Hafen und Erima-Hafen

Die deutschen Besitzungen im Stillen Ozean wurden in ein westliches und östliches Gebiet eingeteilt.

  • zum westlichen Gebiet zählen

  • zum östlichen Gebiet zählt

Deutsche Besitzungen im Stillen Ozean
Deutsch-Neuguinea, Landkarte 1919
Deutsch-Neuguinea, Landkarte 1919

Westliches Gebiet in der Südsee (Deutsch-Neuguinea, Marianen, Karolinen und Marshall-Inseln)

Wappen:

Deutsch-Neuguinea, Wappen (Entwurf)
Deutsch-Neuguinea, Wappen (Entwurf)

Kaiser Wilhelms-Land

Größe:

ungefähr 179.000 km² (= ½ Preußen).

Kaiser-Wilhelms-Land, Bismarck-Archipel, Salomonen
Kaiser-Wilhelms-Land, Bismarck-Archipel, Salomonen

Gouverneure und Kaiserliche Kommissare Deutsch-Neuguinea:

  • 1885 – 1888 Georg Freiherr von Schleinitz (1834 – 1910), Landeshauptmann der Neuguinea-Co.
  • 1888 – 1889 Reinhold Kraetke (1845 – 1934), Landeshauptmann der Neuguinea-Co.
  • 1889 – 1892 Fritz Rose (1855 – 1922), Kaiserlicher Kommissar 
  • 1892 – 1895 Georg Schmiele (1855 – 1895), Landeshauptmann der Neuguinea-Co.
  • 1895 – 1896 Hugo Rüdiger, Landeshauptmann der Neuguinea-Co.
  • 1896 – 1897 Curt von Hagen (1859 – 1897), Landeshauptmann der Neuguinea-Co.
  • 1897 – 1899 Hugo Skopnik, Landeshauptmann der Neuguinea-Co. 
  • 1899 – 1902 Rudolf von Bennigsen (1860 – 1912), Gouverneur 
  • 1902 – 1914 Dr. Albert Hahl (1868 – 1945), Gouverneur
  • 1914 Eduard Haber (1866 – 1947), Gouverneur 

Währung in Deutsch-Neuguinea:

Von 17. Mai 1885 bis 15. April 1911 Neuguinea-Mark und Neuguinea-Pfennig, danach Mark und Pfennig des Deutschen Reichs.

Deutsch-Neuguinea, Neuguinea-Mark
Deutsch-Neuguinea, Neuguinea-Mark

Bevölkerung:

Wird veranschlagt auf 100.000 Einwohner. Melanesier oder Papuas mit zahlreichen von einander abweichenden, aber verwandten Mundarten.

Schutztruppe in Deutsch-Neuguinea:

Eine kleine Schutztruppe wird von der Neu-Guinea Compagnie unterhalten.

G. Soelle, Kaiserl. Polizei- und Hafenmeister mit Truppe in Neu-Guinea
G. Soelle, Kaiserl. Polizei- und Hafenmeister mit Truppe in Neu-Guinea
Deutsch-Neu-Guinea, die Schutztruppe in Berlinhafen
Deutsch-Neu-Guinea, die Schutztruppe in Berlinhafen

Briefmarken:

Die Reichspost eröffnete am 15. Februar 1888 eine Filiale in Deutsch-Neuguinea. Von 1888 bis 1901 verwendete man die 2 Mark und Pfennig-Ausgaben des Deutschen Reichs. Zu erkennen sind diese nur am Stempel „Finschhafen“, „Berlinhafen“ u.a. Ab 1897 trugen die Briefmarken den Aufdruck „Deutsch-Neu-Guinea“. Ab 1901 wurden eigene Marken mit der Kaiserlichen Jacht Hohenzollern als Motiv zur Ausgabe gebracht.

Siehe Briefmarken aus Deutsch-Neuguinea

Deutsch-Neu-Guinea, 5 Pfennig, 1901
Deutsch-Neu-Guinea, 5 Pfennig 1901
Deutsch-Neu-Guinea, 10 Pfennig, 1901
Deutsch-Neu-Guinea, 10 Pfennig, 1901
Deutsch-Neu-Guinea, 5 Mark, 1901
Deutsch-Neu-Guinea, 5 Mark, 1901

Bodengestalt und Bewässerung:

An der 800 km langen Küste zahlreiche Korallenriffe, kleinere Inseln und Einbuchtungen. Von letzteren sind die bedeutendsten der Huongolf und die Astrolabebai.

Das Innere ist noch wenig erforscht. Zwischen Huongolf und Astrolabebai das Finisterregebirge (3475 m), dem ein ca. 1000 m hohes Küstengebirge vorgelagert ist. Im Innern die noch unbekannte Kraetkekette und weiter südlich die Bismarckkette, welche vielleicht mit der Gordonkette identisch ist.

Deutsch-Neu-Guinea, Glocke von Kela
Deutsch-Neu-Guinea, Glocke von Kela
Deutsch-Neu-Guinea, Station Yabim
Deutsch-Neu-Guinea, Station Yabim

Der im Jahre 1896 entsandten Expedition der Herren Dr. Lauterbach, Dr. Kersting und E. Tappenbeck ist die Entdeckung des größtenteils schiffbaren Ramuflusses zu verdanken. Durch eine neuere Expedition wurde dessen Identität mit dem Ottilienflusse festgestellt und derselbe durch den Dampfer Johann Albrecht auf einer Strecke von 110 Seemeilen befahren.

Im Norden des Schutzgebietes der Kaiserin Augusta-Fluss, für grössere Fahrzeuge schiffbar, mit günstiger, nicht durch Riffe versperrter Mündung. In die Astrolabebai mündet der Gogolfluss, in den Huongolf der Markhamfluss.

Deutsch-Neu-Guinea. Erstes Missionsfest auf dem Sattelberg
Deutsch-Neu-Guinea. Erstes Missionsfest auf dem Sattelberg
Deutsch-Neu-Guinea. Hotel in Friedrich-Wilhelms-Hafen
Deutsch-Neu-Guinea. Hotel in Friedrich-Wilhelms-Hafen

Klima:

Ausgeprägtes Tropenklima. An der Küste höchste Temperatur im Schatten 35° C., niedrigste 20° C., mittlere Jahrestemperatur 26° C. Vom April bis September Südostpassat, vom Oktober bis März Nordwestmonsun. Scharfer Unterschied zwischen Regen- und Trockenzeit in den meisten Jahren nicht vorhanden.

Stationen:

an der Astrolabebai Friedrich Wilhelmshafen (Sitz des Landeshauptmanns), Konstantinhafen, Stephansort, Erima; Maraga, Jomba.

Der norddeutsche Lloyd vermittelt über Singapur den Verkehr mit Neu-Guinea in achtwöchigem Turnus. Außerdem besteht Segelschiffverkehr mit Australien.

Deutsch-Neu-Guinea, Idyll vom Hansemannberg
Deutsch-Neu-Guinea, Idyll vom Hansemannberg
Deutsch-Neu-Guinea, Rheinische Mission Hansemannberg
Deutsch-Neu-Guinea, Rheinische Mission Hansemannberg

Schulen für die Eingeborenen sind von den Missionaren begründet worden.

Die Landeshoheit über Neu-Guinea, den Bismarck-Archipel und die nördlichen Salomoninseln wird von der Neu-Guinea Compagnie ausgeübt.

Handel:

Exportiert werden hauptsächlich Tabak (von Stephansort 1896: 96.960 Pfund, 1897: 79.300 Pfund)‚ Copra, Nutzhölzer, Baumwolle, Trepang und Perlmutt. Der Wert der Einfuhr betrug 1896/7: 900.000 Mark.

Deutsch-Neu-Guinea, Soldat der Deutschen Schutztruppe, Baumwohnungen
Deutsch-Neu-Guinea, Soldat der Deutschen Schutztruppe, Baumwohnungen
Deutsch-Neuguinea, Papua im Kriegsschmuck, Gazelle-Halbinsel, Einfahrt nach Rabaul
Deutsch-Neuguinea, Papua im Kriegsschmuck, Gazelle-Halbinsel, Einfahrt nach Rabaul

Der Bismarck-Archipel

Größe:

ungefähr 52.000 km² (= 2/3 Bayern).

Bevölkerung:

Wird veranschlagt auf ungefähr 180.000 – 200.000 Einwohner (Melanesier oder Papuas). Die Hauptinseln des Bismarck-Archipels sind die durch den St. Georg-Kanal getrennten Inseln Neu-Pommern mit der Gazelle-Halbinsel und Neu-Mecklenburg. Im Nordwesten liegen die Admiralitätinseln. Im St. Georg-Kanal die Inselgruppe Neu-Lauenburg. Am nordwestlichen Ende von Neu-Mecklenburg die Insel Neu-Hannover.

Deutsch-Neu-Guinea, Friedrich Wilhelms-Hafen, Erima-Hafen
Deutsch-Neu-Guinea, Friedrich Wilhelms-Hafen, Erima-Hafen
Deutsch-Neu-Guinea, Stephansort, Assistenten-Haus, Krankenhaus Stephansort
Deutsch-Neu-Guinea, Stephansort, Assistenten-Haus, Krankenhaus Stephansort

Bodengestalt und Bewässerung:

Sämtliche Inseln sind gebirgig. Auf Neu-Mecklenburg gibt es Berge bis zu einer Höhe von 1200 m. Neu-Pommern hat zahlreiche Küstenflüsse; Holmesfluss auf der Gazelle-Halbinsel.

Verkehrsmünze:

Diwarra (Muschelgeld bei den Eingeborenen).

Handel:

Ausfuhrartikel: Kopra, Baumwolle, Trepang, Perlmutter, Schildplatt. Der Wert der Einfuhr betrug 1896/97 ca. 700.000 Mark.

Deutsch-Neuguinea, Rabaul, Bismarck-Archipel, Warenhaus und Verwaltungsgebäude der Neu Guinea Compagnie
Deutsch-Neuguinea, Rabaul, Bismarck-Archipel, Warenhaus und Verwaltungsgebäude der Neu Guinea Compagnie
Deutsch-Neuguinea, Bewaffnete Bukaleute
Deutsch-Neuguinea, Bewaffnete Bukaleute

 

Stationen:

Mioko (auf Neu-Lauenburg), Matupi (Blanchebai), Ralum u. s. W.

Hauptstation:

Herbertshöhe (Regierungssitz).

Der Handel wird namentlich durch die Deutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft der Südseeinseln und das deutsche Handlungshaus Hernsheim & Co., sowie durch das Haus Forsayth (Ralum) vermittelt.

Der Archipel hat ein durch die Meeresumgebung gemildertes Tropenklima. Geringster Regenfall meist Juli bis Oktober.

Marianen, Karolinen, Marshall-Inseln, Palau-Inseln
Marianen, Karolinen, Marshall-Inseln, Palau-Inseln

Nördliche Salomoninseln

Größe:

ungefähr 21000 km² (= 1 Württemberg).

Bevölkerung:

Geschätzt auf ungefähr 80.000 – 100.000 Einwohner (Melanesier).

Inseln:

Die grösseren in deutschem Besitz befindlichen Inseln sind 1899: Bougainville, Choiseul und Ysabel.

Auf Bougainville das Kaisergebirge mit. dem vulkanischen Balbiberg (3067 m).

Das Innere der Salomoninseln ist noch unerforscht (dichter Tropenwald).

Klima:

wie im Bismarck-Archipel.

Deutsch-Neu-Guinea, Berlinhafen, Eingeborene von Tambeo
Deutsch-Neu-Guinea, Berlinhafen, Eingeborene von Tambeo
Deutsch-Neu-Guinea, Gazelle-Halbinsel, Fischerkanu
Deutsch-Neu-Guinea, Gazelle-Halbinsel, Fischerkanu

Die Marshallinseln

Größe:

ungefähr 400 km²‚ auf etwa 353 Inselgruppen verteilt.

Bevölkerung:

ungefähr 15000 Einwohner, reine Mikronesier mit dunkler Hautfarbe. 83 Weiße, davon 43 Deutsche.

Die Inseln gehören zu Mikronesien und gliedern sich in zwei Gruppen: die Ratackgruppe im Osten und die Ralikgruppe im Westen.

Deutsch-Neu-Guinea, Sonntagsgäste auf dem Sattelberg
Deutsch-Neu-Guinea, Sonntagsgäste auf dem Sattelberg
Deutsch-Neu-Guinea, Baumwohnungen
Deutsch-Neu-Guinea, Baumwohnungen

Briefmarken:

Die Reichspost ist seit 1. Oktober 1888, bis 29. März 1889 ohne Postwertzeichen und ohne eigene Stempel vertreten. Von 1889 bis 1901 werden die Marken (Mark und Pfennigausgaben) des Deutschen Reiches verwenden. Zu erkennen sind diese Verwendungen nur am Stempel „Jaluit I (Marshall-Inseln)“ 1897/99 wurden die Reichspostausgaben mit Aufdruck „Marschall-Inseln“ verwendet. Ab 1900 wurden eigene Marken mit der Kaiserlichen Jacht Hohenzollern als Motiv zur Ausgabe gebracht.

Marshall-Inseln, 5 Pfennig, 1900
Marshall-Inseln, 5 Pfennig, 1900
Marshall-Inseln, 30 Pfennig, 1900
Marshall-Inseln, 30 Pfennig, 1900
Marshall-Inseln, 5 Mark, 1900
Marshall-Inseln, 5 Mark, 1900

 

Handel:

Hauptsächlicher Ausfuhrgegenstand ist Kopra (1896/97: 2366 Tonnen).

Verwaltung:

Die Inseln stehen unter Reichsverwaltung.

Jaluit, Sitz des Kaiserlichen Landeshauptmanns. Bezirksamt auf Nauru.

Klima:

Sehr feuchtwarmes, gleichmäßiges Tropenklima (27° C.). Durchschnittlich etwa 300 Regentage im Jahr und 4000—5000 mm Regenmenge.

Simpsonhafen, Arbeiten am Durchstich des Malagunan Passes
Simpsonhafen, Arbeiten am Durchstich des Malagunan Passes
Deutsch-Neu-Guinea, Rheinische Mission
Deutsch-Neu-Guinea, Rheinische Mission

Marianen

Marianen (Ladronen, Diebsinseln) sind außer Guam dem Deutschen Reich gehörige mikronesische Inselgruppe vulkanischen Ursprungs im Stillen Ozean. Sie gliedern in eine südliche Hälfte, zu welcher Guam, die größte Insel, Tinian, Rota und Saipan gehören und eine nördliche Hälfte. Die zehn nördlichen Inseln sind unbewohnt. Die Inseln sind 626 km² groß, haben ca. 2400 Einwohner und sind ein Bezirksamt von Deutsch-Neuguinea im weitern Sinne.

Größe:

Inselgruppe im nordwestlichen Teil des Stillen Ozeans, zwischen 13–21° nördlicher Breite und 145–146° östlicher Länge, eine von Nord nach Süd gestreckte Reihe von 15 Inseln, 1140 km² groß mit etwa 11.500 Einwohner. Unter 16° nördlicher Breite teilt sie ein Kanal in zwei Abteilungen.

Kaiser Wilhelms-Land, Eingeborener von Beliao beim Aushacken einer Sagopalme
Kaiser Wilhelms-Land, Eingeborener von Beliao beim Aushacken einer Sagopalme
Das grösste Geisterhaus in Tumleo
Das grösste Geisterhaus in Tumleo

Bevölkerung:

Die Bewohner der Inseln, die Chamorro, waren bei der Entdeckung durch Magalhães sehr zahlreich und hatten eine gewisse Kultur, nahmen aber durch Kriege mit den Spaniern und dann durch Krankheiten so rasch ab, daß man tagalische Familien aus Luzon einführte. Die jetzige Bevölkerung besteht aus einem Gemisch von Chamorro und Tagalen und Karoliniern. Eine Epidemie raffte 1856 die Hälfte der Bewohner hinweg.

Briefmarken:

Am 18. November 1899 eröffnet die Reichspost auf den Marianen. Von 1899 bis 1900 wurden Reichspostausgaben mit diagonalem Aufdruck von 48 Grad und ab Mai 1900 von 56 Grad „Marianen“ verwendet. Ab 1901 wurden eigene Marken mit der Kaiserlichen Jacht Hohenzollern als Motiv zur Ausgabe gebracht.

Marianen, 30 Pfennig, 1901
Marianen, 30 Pfennig, 1901
Marianen, 40 Pfennig, 1901
Marianen, 40 Pfennig, 1901
Marianen, 5 Mark, 1901
Marianen, 5 Mark, 1901

Regierungssitz:

Saipan

Klima:

Das Klima ist gesund, Pflanzen- und Tierwelt wie auf den Karolinen.

Handel und Wirtschaft:

Landbau wird nur in beschränktem Maße betrieben, das Hauptprodukt ist Kopra. Tierzucht, Fischerei und Jagd treten hinzu.

Geschichte:

Die Marianen wurden 1521 von Ferdinand Magellan entdeckt und Ladronen (Diebsinseln) benannt. 1667 wurde sie von Spanien in Besitz genommen und nach der spanischen Königin Maria Anna von Österreich, der Gemahlin von König Philipp IV., benannt. 1898 bez. 1899 wurden die Inseln an die USA und an das Deutsche Reich verkauft. Am 18. November 1899 eröffnet die Reichspost auf den Marianen.

Neuguinea, Asafeier
Neuguinea, Asafeier
Neuguinea, In einem Papuadorf
Neuguinea, In einem Papuadorf

Karolinen

Für die Verwaltung werden die Inseln in einen Bezirk der Ostkarolinen, östlich des 148.° östlicher Länge, mit Ponape als Sitz des Vizegouverneurs, und einen der Westkarolinen, wozu auch die Palauinseln gerechnet werden, mit einem Bezirksamtmann auf Yap geteilt.

Die Karolinen sind eine Inselgruppe im westlichsten Teil des Stillen Ozeans, zu Mikronesien gehörig, erstreckt sich durch 27 Längengrade (137°-164° östliche Länge) und 9 Breitengrade (10°6’–0°55′ nördliche Breite)

Größe:

Die Karolinen bestehen aus zahllosen Inseln, die über fast 2 Millionen km² Fläche verstreut sind, aber zusammen nur etwa 1000 km² Größe haben. Die westlich davon liegenden Palauinseln betrachtet man als eine selbständige Gruppe. Von den Inseln sind die wichtigsten Ponape, Yap, Truk, Kusaie mit zusammen 796 km², zugleich die einzigen hohen (bis 892 Meter) Inseln, während die anderen niedrige und kleine Koralleneilande sind. Unter letzteren sind die bedeutendsten die Uliti- und Hall-Atolle mit 16 km², Lukunor, Wolea-, Lamotrek-, Enderby-, Namonuito-, Mortlock- und Senjäwingruppe.

Neuguinea, Prinz Heinrichhafen
Neuguinea, Prinz Heinrichhafen
Deutsch Neu-Guinea, Abreise von Wareo
Deutsch Neu-Guinea, Abreise von Wareo

Bevölkerung:

Die Bevölkerung zählt 1901 etwa 36.000 (einschließlich der Palauinseln) Einwohner, darunter (1903) 125 Weiße. Die Karoliner gehören zu den Mikronesiern. Merkwürdig sind die großartigen, aus früherer Zeit stammenden Steinbauten, Hafendämme u. a. auf manchen Inseln.

Klima:

Das Klima ist feucht, aber nicht ungesund; das Thermometer zeigt im Dezember 25–30°, im Juni 29–31°. Heftige Orkane richten oft große Verheerungen an. 

Briefmarken:

Am 12. Oktober 1899 eröffnet die Reichspost auf den Karolinen eine Filiale. Von 1899 bis 1900 wurden Marken der Reichspost mit diagonalem Aufdruck „Karolinen“ verwendet. Ab November 1900 wurden eigene Marken mit der Kaiserlichen Jacht Hohenzollern als Motiv zur Ausgabe gebracht.

Karolinen, 20 Pfennig, 1900
Karolinen, 20 Pfennig, 1900
Karolinen, 30 Pfennig, 1900
Karolinen, 30 Pfennig, 1900
Karolinen, 5 Mark, 1900
Karolinen, 5 Mark, 1900

Handel:

Den wichtigen Koprahandel hat hauptsächlich die deutsche Jaluitgesellschaft in Händen.

Geschichte:

Die Inselgruppe wurde 1527 durch den Portugiesen Diego da Rocha entdeckt und Sequeirainseln getauft, erhielt aber 1686 von dem Spanier Lazeano nach König Karl II. ihren jetzigen Namen. Von Manila aus versuchten die Jesuiten die Bewohner der Karolinen zum Christentum zu bekehren, ihre Expeditionen misslangen aber und als 1731 Pater Cantova ermordet wurde, kümmerte sich Spanien nicht mehr um die Inselgruppe. Untersucht wurde sie 1817 durch Kotzebue mit Chamisso, 1824 durch Duperrey, besonders aber 1827 und 1828 durch Lütke. Als Spanien 1875 sein in Vergessenheit geratenes Besitzrecht geltend machen wollte, wurden seine Ansprüche sowohl von Deutschland als von England zurückgewiesen. Als dann Spanien 1885 gegen die deutsche Besitzergreifung protestierte, erklärte sich Deutschland bereit, die Streitfrage dem Schiedsgericht des Papstes zu unterwerfen. Dieser entschied am 22. Oktober, dass die Karolinen und Palauinseln Spanien gehören, dieses aber Deutschland volle Freiheit und Schutz des Handels und der Schifffahrt sowie das Recht, auf den Karolinen eine Schiffs- und Kohlenstation anzulegen, gewähren sollte. Auf die Schiffs- und Kohlenstation verzichtete Deutschland 1886, kam aber durch ein Abkommen vom 30. Juni 1899 in den Besitz der Inselgruppe, für die Spanien eine Geldentschädigung von 25 Millionen Pesetas (20.250.000 Goldmark) erhielt.

Deutsch Neu-Guinea, Namanula
Deutsch Neu-Guinea, Namanula
Deutsch Neu-Guinea, Südlicher Teil von Rabaul, vom Namanulaweg aus gesehen
Deutsch Neu-Guinea, Südlicher Teil von Rabaul, vom Namanulaweg aus gesehen

Geschichte der westlichen Südsee-Schutzgebiete:

11. November 1880
Unter der Führung des Geheimen Kommerzienrates von Hansemann 1880 bildet sich in Berlin eine Gesellschaft, welche in der Südsee ein großes Kolonialunternehmen in Angriff nehmen will.
In einer Denkschrift werden dem Reichskanzler Otto von Bismarck diesbezügliche Vorschläge unterbreitet.

15. Februar 1881
Der stellvertretende Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Graf Limburg-Stirum, gibt Herrn von Hansemann auf seine Eingabe vom 11. November 1880, die Gründung eines Südseekolonialunternehmens betreffend, im Namen Bismarcks eine ablehnende Antwort. Diese nimmt auf die Ablehnung der Samoavorlage im April 1880 Bezug: man müsse es Privatunternehmungen überlassen, auf eigene Hand vorzugehen. Letzteren wolle man allerdings Marine und Konsularschutz angedeihen lassen. Dieser Bescheid entmutigt Hansemann nicht, der seine Ziele weiter verfolgt.

Dorfszene auf dem Bismarck-Archipel, S.M.S. Bussard
Dorfszene auf dem Bismarck-Archipel, S.M.S. Bussard

26. Mai 1884
Die bereits am 11. November 1880 von von Hansemann gegründete Gesellschaft konstituiert sich nach den Bestimmungen des preußischen Landrechtes unter dem Namen „Neuguinea-Compagnie“ zu Berlin mit dem Zweck, in der Südsee ein Staatswesen mit eigenen Hoheitsrechten, jedoch unter dem Schutze des Deutschen Reiches, zu errichten. Die Durchführung wird der „Deutschen Handels- und Plantagen-Gesellschaft“ übertragen und der Forschungsreisende Dr. Otto Finsch für die Leitung gewonnen.

19. August 1884
Bismarck gibt die telegrafische Weisung an den deutschen Generalkonsul in Sydney und den kaiserlichen Kommissar in Neubritannien (Neupommern), von Oertzen, „dass die Absicht bestehe, zunächst im Archipel von Neubritannien und auf dem außerhalb der berechtigten Interessensphäre der Niederlande und Englands liegenden Teile der Nordostküste von Neuguinea, überall, wo deutsche Niederlassungen bereits beständen oder in Ausführung begriffen seien, alsbald die deutsche Flagge zu hissen„.

20. August 1884
Bismarck antwortet der in Berlin von Direktor von Hansemann von der Diskontogesellschaft gegründeten „Neuguinea-Compagnie“ auf ihr Gesuch vom 20. August 1884, dass er bereit sei, die von dieser Gesellschaft beabsichtigten Erwerbungen, soweit die Unabhängigkeit der Gebiete feststehe, zu schützen.

Deutsch-Neu-Guinea, Herbertshöhe, Marktweiber (Gazelle-Halbinsel)
Deutsch-Neu-Guinea, Herbertshöhe, Marktweiber (Gazelle-Halbinsel)

11. September 1884
Dr. Finsch tritt mit Kapitän Dallmann und Steuermann Sechstroh seine Südseereise von Sydney aus auf der „Samoa“ an. (Ausreise von Bremen am 15. Juni.)

3. November 1884
Die Kommandanten der Kriegsschiffe S.M.S. Elisabeth und S.M.S. Hyäne hissen in Gegenwart von Dr. Finsch (der schon vorher in verschiedenen Häfen die deutsche Flagge gehisst hatte) auf Matupi, einer kleinen Insel im Bismarck-Archipel, die Flagge und stellen das Land unter den Schutz des Deutschen Reiches.

27. November 1884
In einem von Finsch und Dallmann entdeckten Hafen in Neuguinea, der bald „Finschhafen“ getauft wird, wird von dem Kommandanten Langemack in Anwesenheit von Dr. Finsch und Kapitän Dallmann auf der so genannten „Flaggenhalbinsel“ die Reichsflagge gehisst.

Deutsch-Neu-Guinea, Strandpromenade in Friedrich Wilhelmshafen
Deutsch-Neu-Guinea, Strandpromenade in Friedrich Wilhelmshafen

23. Dezember 1884
Bismarck teilt den anderen Mächten mit, dass die Erwerbungen der „Neuguinea-Compagnie“ unter deutschen Schutz gestellt seien, nachdem deutsche Kriegsschiffe in Papua (Neuguinea) die Reichsflagge gehisst haben.

4. – 10. März 1885
Deutsch-britische Verhandlungen in London. Herbert Bismarck bereinigt die entstandenen Differenzen, so dass nunmehr das Deutsche Reich unangefochten im Besitz seiner Erwerbungen in Neuguinea bleibt. Am 27. Februar 1885 war bereits ein aus vier Schiffen bestehendes Südseegeschwader gebildet worden. Auch die Marshall- und Karolinen- sowie ein Teil der Salomon-Inseln werden durch dieses Abkommen der deutschen Interessensphäre überlassen.

17. Mai 1885
Kaiser Wilhelm I. verleiht der Neuguinea-Compagnie einen Schutzbrief, durch den ihr die Landeshoheit übertragen wird.
Die NGC. führt eine eigene Flagge: auf weißem Grunde eine schwarz-weiß-rote Gösch in der linken oberen Ecke, rechts unten ein schreitender roter Löwe. Auch prägt die Compagnie eigene Münzen in Kupfer, Bronze, Silber und Gold mit der Bezeichnung „Neuguinea-Mark“ und „Neuguinea-Pfennig“. Auf der Rückseite tragen sie das Bild eines Paradiesvogels. Am 15. April 1911 werden sie außer Kurs gesetzt.

1 Neu-Guinea Mark, 1894
1 Neu-Guinea Mark, 1894

2. September 1885
Dr. Finsch, der im Auftrage der Neuguinea-Compagnie seit Juni 1884 die Besitzergreifung Neuguineas und des Bismarck-Archipels vorgenommen hat, kehrt nach Berlin zurück, wo er noch als Berater bis zum Juni 1886 bei der Gesellschaft bleibt.

15. Oktober 1885
Die Marshall-Inseln werden durch die Reichsregierung in Besitz genommen. Kapitänleutnant Röttger, Kommandant des deutschen Kanonenbootes S.M.S. Nautilus, schließt mit Oberhäuptern der Marschall-Inseln Verträge ab, durch welche die Inseln „unter deutschen Schutz gestellt werden„. Flaggenhissung auf der Marshall-Insel Jaluit.

17. Dezember 1885
Die Karolinen- und Palau-Inseln werden durch einen Schiedsspruch 17. Dezember des Papstes Leo XIII. Spanien zuerkannt.

Gruss aus Yap (Karolinen)
Gruss aus Yap (Karolinen)

1886
England erkennt den deutschen Einfluss in der Südsee an. Deutschland erhält die drei nördlichen Salomon-Inseln Bougainville (mit Buka), Choiseul und Isabel zugeteilt. 1899 werden die beiden letzteren Inseln bei der Samoaauseinandersetzung an England gegeben.

19. April 1886
Die Schradersche Expedition in Neuguinea kehrt nach Finschhafen zurück, ohne ihre Aufgabe, das Innere bis zur englischen Grenze zu erforschen, ganz erfüllt zu haben. Außer dem Astronomen Schrader nahmen an der Expedition der Botaniker Hollrung und der Geologe Schneider teil. Die Forscher widmen sich auch dem Gebiet des Augustaflusses, den sie zusammen mit dem Landeshauptmann Admiral von Schleinitz auf dem Dampfer „Ottilie“ (Kapitän Rasch) einige hundert Kilometer aufwärts befahren. Von Schleinitz dringt am 10. Juni als erster 400 Seemeilen vor. Der Fluss war kurz vorher erst von Kapitän Dallmann entdeckt worden.

Juni 1886
Freiherr von Schleinitz mit Frau und vier Kindern trifft als erster Landeshauptmann der Neuguinea-Compagnie in Finschhafen ein und verlässt es nach dem Tode seiner Frau und der schweren Erkrankung seiner Kinder am 12. März 1888. Sein Nachfolger wird der spätere Postminister Krätke.

Gruss aus Jaluit (Marshall-Inseln)
Gruss aus Jaluit (Marshall-Inseln), Kaiserlich Deutsche Landeshauptmannschaft

30. Juni 1886
Ausfahrt des ersten deutschen staatlich subventionierten Dampfers nach Ostasien.

23. und 30. Oktober 1886
Flaggenhissung auf den Salomon-Inseln.

13. Dezember 1887
Die westlichen Salomon-Inseln kommen unter deutsche Oberhoheit. Im späteren Samoaabkommen müssen sie jedoch bis auf Bougainville zusammen mit den Tonca-Inseln den Briten zugestanden werden.

1. Januar 1888
Das Schutzgebiet Neuguinea wird dem Weltpostverein angegliedert. Ende 1887 richtet die Neuguinea-Compagnie eine regelmäßige Schiffsverbindung mit dem kleinen Dampfer „Ottilie“ zwischen Finschhafen und Australien (Cooktown In Queensland) ein. Die Fahrt dauert fünf Tage. Am 15. Februar 1888 wird die erste deutsche Postagentur in Finschhafen eingerichtet. Die Verbindung mit Australien wird bereits 1889 aufgegeben und eine solche mit Soerabaya auf Java eingerichtet. Später (1891 geht die „Ottilie“ unter) wird der Anschluss von Soerabaya nach Singapore verlegt.

Deutsch-Neu-Guinea, Herbertshöhe, Wohnhaus in Takubar, Gazelle-Halbinsel
Deutsch-Neu-Guinea, Herbertshöhe, Wohnhaus in Takubar, Gazelle-Halbinsel

18. März 1888
Die an der Küste von Neuguinea liegende Ritter-Insel versinken bei einem heftigen Vulkanausbruch in den Fluten. Mehr als 5000 Menschen sollen dabei durch eine 20 m hohe Flutwelle (Tsunami) ums Leben gekommen und zahlreiche Dörfer an der Südostecke Neuguineas fortgespült worden sein. Dabei ertrinken die deutschen Forscher von Below und Hunstein, die sich in Südneupommern aufgehalten haben.

1891
Finschhafen in Neuguinea wird aufgegeben, da alle dort ansässigen Europäer, einschließlich des Arztes, der Malaria erliegen.

1892- 1893
Der Postdienst von Neuguinea, der von Angestellten der Neuguinea-Compagnie ausgeübt wird, gerät allmählich so in Unordnung, da sich die Reichspostverwaltung entschließt, den Postfachbeamten Wilhelm Gerbich zwecks Neuordnung der Postverhältnisse zu entsenden.

Deutsch-Neu-Guinea, Männer und Knabe der Gazelle-Halbinsel (Raluna)
Deutsch-Neu-Guinea, Männer und Knabe der Gazelle-Halbinsel (Raluna)

11. Mai 1893
Um eine eigene Verbindung zwischen dem Deutschen Reich und Neuguinea zu haben, eröffnet der Norddeutsche Lloyd eine Neuguinea-Zweiglinie, die Anschluss in Singapur an die seit 1885 bereits bestehende Ostasien- und Australienlinie des Lloyd hat.

30. Juni 1896
Nachdem die Expedition von Elhers und dem Polizeiwachtmeister Piering in Neuguinea mit der Ermordung der beiden Deutschen ein frühzeitiges Ende genommen hat (sie wollten die Insel bis zur englischen Küste durchqueren), tritt eine gut ausgerüstete Expedition unter Leitung von Dr. Lauterbach, zu der auch der Arzt Dr. Kersting und Tappenbeck gehören, die Reise ins Innere von Stephansort aus an. Die deutschen Forscher stellen zum ersten Male fest, dass das Bismarckgebirge in Neuguinea aus kristallinen Gesteinen besteht und die Möglichkeit eines Goldvorkommens bietet.
In der gleichen Zeit sind schon Nachrichten über Australien von Goldfunden in Britisch-Neuguinea nach Europa gedrungen. Leider sind die Ergebnisse dieser Forschungen, wie auch solcher anderer Expeditionen (Rodatz 1902, Dammköhler 1905/06 u. a.) nicht bekannt bzw. müssen die Expeditionen zu frühzeitig abgebrochen werden, um praktisch verwertbare geologische Ergebnisse zu zeitigen.

April 1899
In Neuguinea werden besondere Postwertzeichen eingeführt, Indem die bisher gebräuchlichen deutschen Marken mit dem Aufdruck Deutsch-Neuguinea versehen werden.

Deutsch-Neu-Guinea, Friedrich-Wilhelmshafen "Am Pier"
Deutsch-Neu-Guinea, Friedrich-Wilhelmshafen "Am Pier"

1. April 1899
Die Hoheitsrechte der Neuguinea-Compagnie gehen auf das Deutsche Reich über, welches dafür der Gesellschaft 4 Millionen Mark als Entschädigung in zehn Jahresraten zahlt und ihr 50.000 ha Land als Eigentum gibt. (Das Abkommen war im Oktober 1898 abgeschlossen worden.)

30. Juni 1899
Nachdem der Schiedsspruch des Papstes Leo XIII. zwischen Deutschland und Spanien über die Besitzrechte einiger Südseeinseln zugunsten Spaniens ausgefallen war, erwirbt Deutschland von diesem die Marianen. (mit Ausnahme von Guam, das 1898 bereits den USA. zugefallen war) sowie Karolinen- und Palau Inseln für rund 17 Millionen Mark.
Nauru, die reiche Phosphat-Insel, wurde schon 1888 von Deutschland in Besitz genommen.

1906
Die Regierung in Neuguinea, die ursprünglich in Friedrich-Wilhelms-Hafen gewesen ist und dann nach Herbertshöhe verlegt wurde, siedelt nach Simsonhafen am äußersten Ende der Blanchebucht um. Der Ort wird später nach seinem alten Namen Rabaul benannt. Der Norddeutsche Lloyd lässt einen Pier mit einem Kostenaufwand von 700.000 Mark erbauen.

Deutsch-Neu-Guinea, Mioko. Faktorei
Deutsch-Neu-Guinea, Mioko. Faktorei

19. Januar 1906
Die erste Fernsprechanlage in Neuguinea wird in Herbertshöhe fertig gestellt, etwas später folgt Rabaul.

18. März 1907
Einführung einer Kopfsteuer für die Einheimischen in Neuguinea.

Rabaul und Umgebung, 1914
Rabaul und Umgebung, 1914

31. März 1907
Aufbruch der Guttaperchaexpedition in Neuguinea unter Schlechter.

10. Juli 1907
Berlin-Hafen wird in Neuguinea für den Auslandsverkehr eröffnet.

1907
Eröffnung einer Regierungsschule in Namanula bei Rabaul in Neuguinea mit 27 Schülern.

Deutsch Neu-Guinea, Pflanzerleben in Neu-Mecklenburg
Deutsch Neu-Guinea, Pflanzerleben in Neu-Mecklenburg

1909
De Beförderungsdauer von Briefen zwischen dem Deutschen Reich und Rabaul beträgt 42 – 49 Tage.

1910
Eröffnung einer Fortbildungsschule in Saipan.

18. Dezember 1910
Professor Bernhard Schultze, Jena, der deutsche Beauftragte der deutsch-niederländischen Grenzexpedition in Neuguinea, meldet, dass
960 km des Augustaflusses befahren worden sind. Gleichzeitig ist damit die Grenzregulierung zwischen Deutschland und Holland in Neuguinea beendigt.

1911 – 1914
Das Gouvernement in Neuguinea versucht, ein Siedlungsprogramm durchzuführen. 50000 ha Land werden in Losen bis zu 150 ha Kleinsiedlern zur Verfügung gestellt. Neben Kokospalmen wird vor allem die Kakaokultur begünstigt.

Karolinien, Ponape, Steinbrücke
Karolinien, Ponape, Steinbrücke

24. Mai 1912
Gründung der Deutschen Südsee-Gesellschaft für drahtlose Telegrafie in Neuguinea. Bis zum Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) hatte diese Kolonie als einzige keinen Anschluss an das Weltkabelnetz. Die Funkstation wird in Bitapaka errichtet, doch erst behelfsmäßig Ende Juli 1914 in Betrieb genommen, so dass die Nachrichten von dem Ausbruch des Weltkrieges am 5. August 10.15 Uhr empfangen werden können. Einige Tage später wird auch der Sendebetrieb eingerichtet.

1912 – 1913
Die große deutsche Sepikexpedition erforscht das Stromgebiet des Kaiserin-Augusta-Flusses in Neuguinea, welcher an seiner Mündung Sepik genannt wird. Die Expedition steht unter der Leitung des landeskundigen Geologen Stolle. Dr. Walter Behrmann als Geograph, die Ethnologen Dr. Thurnwald und Dr. Roesicke und andere Deutsche gehören der von dem späteren Kameruner Gouverneur Dr. Ebermaier in der Heimat organisierten und vom Reichskolonialamt und dem Staatsmuseum sowie der Kolonialgesellschaft finanzierten Expedition an.

6. Februar 1913
Erste Befahrung des Töpferflusses in Neuguinea durch Dr. Behrmann.

Deutsch Neu-Guinea, Badende Papuakinder

22. Juli 1913
Frau Emma Kolbe gestorben. Sie war als „Queen Emma“ wegen ihrer Pioniertätigkeit in Neupommern bekannt.

26. Oktober 1913
Dr. Thurnwald erreicht von der Nordküste aus den Kaiserin-Augusta-Fluss in Neuguinea.

1. Dezember 1913
Aufnahme des Funkbetriebes auf der Großstation Nauru in der Südsee.
Die gewaltigen Phosphorlager von Nauru, einer Marschall-Insel, sind von einer englischen Gesellschaft gepachtet worden.

Deutsch Neu-Guinea, Dorfhaus in Kela
Deutsch Neu-Guinea, Dorfhaus in Kela

1. Dezember 1913
Die Deutsche Südseephosphatgesellschaft (Bremen), welche die reichen Phosphatlager auf Angaur (Karolinen) ausbeutet, lässt Funkstationen auf Angaur und Jap (Karolinen) errichten (Baubeginn war bereits 1909).

1913
Der amtliche Jahresbericht über die deutschen Schutzgebiete enthält Angaben über Goldfunde (Schwemmgold), die auch im deutschen Gebiet gemacht worden sind, nachdem schon seit Jahren in Britisch-Papua (Neuguinea-Ost) australische Prospektoren erfolgreich gearbeitet haben. Auch Erdöl wird im nordwestlichen Distrikt festgestellt.

1914
Die geplante Deutsch-Englische Luftschiffexpedition zur Erforschung Neu-Guinea entfällt wegen des Weltkrieges.

Deutsch-Englische Luftschiffexpedition zur Erforschung v. Neu-Guinea, 2 Pfennig
Deutsch-Englische Luftschiffexpedition zur Erforschung v. Neu-Guinea, 2 Pfennig
Deutsch-Englische Luftschiffexpedition zur Erforschung v. Neu-Guinea, 1 Mark
Deutsch-Englische Luftschiffexpedition zur Erforschung v. Neu-Guinea, 1 Mark

Die Deutschen-Südsee-Schutzgebiete im Ersten Weltkrieg

August 1914
Die japanische Marine besetzt die Karolinen, Palau-, Marianen und Marschall-Inseln und nimmt diese deutschen Schutzgebiete in der Südsee nördlich des Äquators unter japanische Verwaltung.

11. September 1914
Nachdem bereits am 12. August die australische Flotte versucht hat, die Funkstation in Neuguinea zu erstürmen, erfolgt nun ein neuer Angriff auf diese, welche nur schwach durch die kleine Polizeitruppe und die von den Deutschen gebildete Wehrabteilung (50 Mann) zunächst verteidigt werden konnte. Bitapaka bei Herbertshöhe muss aufgegeben und der Funkturm vernichtet werden. Diese Station (unter Leitung des Ingenieurs Kleinschmidt, der Ende September an Malaria verstirbt) könnte dem Kreuzergeschwader unter Admirals Graf Spee die Bewegungen der englischen Flotte eine Zeit lang übermittelte.

Deutsch Neu-Guinea, Zeltlager einer Expedition
Deutsch Neu-Guinea, Zeltlager einer Expedition

12. September 1914
Rabaul, der Gouvernementssitz von Neuguinea, wird von den Australiern eingenommen, nachdem vorher verschiedene kleine Gefechte mit der Polizeitruppe stattgefunden haben, bei denen die Australier Verluste zu beklagen hatten.
Der kleinen Polizeitruppe von wenigen hundert Einheimischen mit einigen Deutschen standen mehr als 3000 Australier, die unter dem Schutz ihrer Kriegsschiffe gelandet waren, gegenüber.

1914 – 1918
Grenz- und Forschungsexpedition des Hauptmanns Detzner in Neuguinea. Durch den Ausbruch des Weltkrieges ist Detzner gezwungen, im Innern des Landes zu bleiben und nutzt die Zeit durch zahlreiche Reisen in dem östlichen Teil von Neuguinea aus, um das Innere des Landes sowie die dort lebenden Volksstämme wie kein Forscher vorher kennen zu lernen. Leider sind seine bei der Grenzexpedition im Jahre 1914 gemachten umfangreichen Aufzeichnungen, Karten, Zeichnungen und Photos während seiner Abwesenheit von der Küste in Morobe verloren gegangen. Auch sein dort zurückgelassenes persönliches Gepäck ist von dem australischen Kommandanten aufgebrochen und konfisziert worden. Nach Rabaul Anfang 1919 zurückgekehrt, wird Detzner noch Anfang Februar nach Australien gebracht und dort mehrere Monate zusammen mit den deutschen Zivilgefangenen interniert.
Abschluss eines englisch-japanischen Geheimvertrages über die Abtretung Kiautschous, der sonstigen Rechte und Privilegien Deutschlands in Schantung sowie der deutschen Südsee-Inseln nördlich des Äquators an Japan.

Deutsch Neu-Guinea, Herberthöhe, Verwaltungsgebäude der D.H.P.O. auf Mioko, Neu-Lauenberg-Gruppe
Deutsch Neu-Guinea, Herberthöhe, Verwaltungsgebäude der D.H.P.O. auf Mioko, Neu-Lauenberg-Gruppe

Südsee-Schutzgebiete als Mandatsgebiete

1921
Australien als Mandatar von Deutsch-Neuguinea liquidiert unter Bruch des geschlossenen Abkommens das Vermögen der dort ansässigen Deutschen und weist dieselben unter besonders kränkenden Bestimmungen aus. Erst 1926 sind wieder Deutsche in Neuguinea tätig.

2. August 1940
Im Widerspruch zum Mandatsrecht erklärt die australische Regierung Neuguinea als achten australischen Militärbezirk.

Ab 1945
Atombombenversuche der USA auf den Atollen Bikini und Eniwetok (Marshallinseln).

1949
Verwaltungsmäßige Zusammenlegung von Neuguinea mit Papua.

16.09.1975
Unabhängigkeitserklärung von Papua-Neuguinea.

Quellenhinweise:

  • „Deutschlands Kolonien“ von Rochus Schmidt Verlag des Vereins der Bücherfreunde Schall & Grund 1898
  • „Großes Lehrbuch der Geographie“ E. von Seydlitz, Königliche Universitäts- und Verlagsbuchhandlung Breslau 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“ 7. Auflage Braunschweig und Leipzig Hellmuth Wollermann 1906
  • „Konversationslexikon“, Leipzig und Wien 1909
  • „Die deutschen Kolonien“ Geographie, E. von Seydlitz – Königliche Universitäts- und Verlagsbuchhandlung Breslau 1910
  • „Deutschlands Kolonien“ von W. Scheel Verlagsanstalt für Farbfotographie Weller & Hüttich 1912
  • „Die deutschen Kolonien“ Herausgegeben von Kurd Schwabe Nationalausgabe – Band I/II 1914
  • „Deutsches Kolonial-Lexikon“ Leipzig 1920
  • „Der Kampf um unsere Schutzgebiete – Unsere Kolonien einst und jetzt“ von P. Jos. M. Abs Düsseldorf 1926
  • zeitgenössische Postkarten mit ihren originalen Bildunterschriften.
 
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