Samoa

Verwaltungszentrum Apia

Gruss aus Samoa, Straße in Apia
Gruss aus Samoa, Straße in Apia

 

Samoa (Schifferinseln, Navigatorsinseln), polynesische Inselgruppe, nordöstlich von den Fidschiinseln, unter 13°5´-14°5´ südlicher Breite und 168°9´-172°45´ westlicher Länge, besteht aus vier größern und mehreren kleinern, den größern zugerechneten Inseln:

Deutscher Besitz:

  • Savaii 1707 km², 12.816 Einheimische
  • Upolu 868 km², Manono und Apolima 13,2 km², gemeinsam 20.662 Einheimische

Zusammen 2588 km² und 33.478 Einheimische (1906)

Amerikanischer Besitz:

  • Tutulia 138 km², 3746 Einheimische
  • Manuainseln 58,5 km², 1421 Einheimische
  • Rofa 1,5 km²

Zusammen 199 km², 5167 Einheimische

Dazu kommen auf deutschem Gebiet 1970 Nichteinheimischen, darunter 381 Weiße (192 Deutsche). Von den Eingebornen sind 6000 Katholiken, 600 Mormonen, der Rest Protestanten (Londoner Missionsgesellschaft, Australische Methodistenmission). Die kettenförmig von WNW. nach OSO. auf etwa 500 km angeordnete Inselreihe ist mit Ausnahme von Rosa, einem im äußersten Osten gelegenen Korallenatoll, vulkanischen Ursprungs, mit meist steilen, von Korallenriffen umgebenen Küsten, die nur zwei Häfen von Bedeutung haben: Pago-Pago auf Tutuila und Apia auf Upolu. Schöne, wohlbewässerte, fruchtbare Ebenen umgeben die im Innern (auf Savaii zu 1646 m) aufsteigenden Bergmassen, deren vulkanische Tätigkeit zeitlich von O. nach W. erloschen zu sein scheint. Dort sind die Berge schon überall mit üppigem Grün bekleidet, hier breiten sich noch weithin nackte Lavafelder aus. Noch 1866 fand bei Olosenga ein submariner und neuestens auf Savaii ein vulkanischer Ausbruch statt. Heiße Quellen sind selten, Erdbeben dagegen häufig, wenn auch nicht gefährlich.

Das Klima ist sehr gleichmäßig. Man kennt zwei Jahreszeiten: die (häufig durch heiteres Wetter unterbrochene) Regenzeit von November bis April und die wenig ausgesprochene Trockenzeit von Mai bis November. Östliche Winde herrschen vor, da die Inseln im Gebiete des Südostpassats gelegen sind. Apia: Jahrestemperatur 25,3°, wärmster Monat (Februar) 26,5°, kältester (Juli) 23,8°; mittlere Jahresextreme 32,9° und 17,5°. Die Regenmenge (Apia 1903: 3178 mm, 1904: 2864 mm) ist großen Schwankungen unterworfen. Gegen Ende der Regenzeit treten häufig Orkane auf, die besonders 1875, 1889 (s. Apia) und 1905 Verheerungen anrichteten. Gesundheitlich ist das Klima der Ansiedelung Weißer zuträglich. Dichter Tropenwald, von Banianen (Ficus), Pandaneen und Palmen gebildet und von Lianen und Epiphyten erfüllt, gemischt mit Farnbäumen, bedeckt die Gruppe der Samoainseln. An Säugetieren zählt die Samoagruppe nur noch Mäuse und kleinere Fledermäuse. Die Reptilien sind durch die kosmopolitischen Geckos und Skinke vertreten. Die polynesischen Einwohner sind ein schöner Menschenschlag, von heller Farbe, schlank und gut gebaut. Ihr Kulturzustand ist ganz der anderer Polynesier.

Die Einheimischen sind gute Schiffer, treiben Fischerei, fertigen Zeuge, Matten u.a. und wohnen in wohlgebauten Hütten und Dörfern, neben denen sie Kokosnußpalmen, Bananen, Taro, Yams, Bataten, Kawa und Tabak, in geringem Umfange Kakao und Kaffee kultivieren. Die ihnen auferlegte Kopfsteuer, die 1905/06 gegen 96,000 Mark einbrachte, haben sie pünktlich bezahlt. Da sich die Einheimischen zur Eingehung eines dauernden Arbeitsverhältnisses nicht herbeilassen, ist in Deutsch-Samoa (1903) Mangel an Arbeitskräften, und man führte Melanesier und chinesische Kulis ein. Im Besitz europäischer Pflanzungen waren 1904: 15,548 Hektar, davon waren 4577 unter Kultur (Kakao 1035, Kokospalmen 3298, Kaffee 29, Vanille 2,3, Bananen, Taro 88); 46 weiße Beamte und 1008 farbige Arbeiter wurden beschäftigt. Im Pflanzungsbetrieb sind tätig die Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft der Südsee-Inseln (Kopraernte 1904: 1965 Ton., Kakao), die Deutsche Samoagesellschaft (Kakao), Upolu-Kakaogesellschaft. Neuestens haben sich die Safata-Samoagesellschaft (Kopra, Kakao) und die Samoa-Kautschukkompanie gebildet. Hauptausfuhrartikel ist Kopra, die außer der Deutschen Handels- und Plantagengesellschaft hauptsächlich die Eingebornen liefern; von dem Ausfall der Kopraernte hängt die Kaufkraft der Einheimischen ab. Neuerdings ist die Kakaokultur, die sich gut entwickelt und ein vorzügliches Produkt liefert, in Aufnahme gekommen. 1905 betrug die Kakaoausfuhr 32,000 kg. Neuestens wendet man sich auch der Anlage von Kautschukplantagen zu. Die Rindviehherden der Deutschen Handels- und Plantagengesellschaft gedeihen gut. Es ist mit der Anlage eines Grundbuches und mit Vermessung der Inseln begonnen worden. Wegebau-, Schul- und Missionswesen wird gefördert. Samoa ist über Amerika (New York) in 30–40, über Australien (Sydney) in etwa 60 Tagen zu erreichen; Güter und Postpakete gehen nur über Sydney. Die Ausfuhr hatte 1905 einen Wert von 2.028.718 Mark (Kopra 1.981.010 Kakao 30.250), die Einfuhr von 3.386.931 Mark. In Samoa bestehen eine Regierungsschule und zahlreiche Missionsschulen.