Kaiserin Augusta

Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach
Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach

Augusta, deutsche Kaiserin und Königin von Preußen

Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach

Kaiserin Augusta
* 30.09.1811 in Weimar,
† 07.01.1890 in Berlin,
Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach, 1861 – 1888 Königin von Preußen, 1871 – 1888 Deutsche Kaiserin

Vater:

Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach

Mutter:

Großfürstin Maria Pawlowna von Russland

Geschwister:

  • Paul Alexander Carl Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach (25.09.1805 – 10.04.1806)
  • Maria Luisa Alexandrina von Sachsen-Weimar-Eisenach (03.02.1808 – 18.01.1877), verheiratet mit Prinz Friedrich Karl Alexander von Preußen
  • Marie Luise Augusta Catharine von Sachsen-Weimar-Eisenach (30.09.1811 – 07.01.1890)
  • Carl Alexander August Johann von Sachsen-Weimar-Eisenach (24.06.1818 – 05.01.1901), verheiratet mit Wilhelmine Marie Sophie Luise der Niederlande, Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach
Deutsche Kaiser und Kaiserinnen
Deutsche Kaiser und Kaiserinnen

Ehemann:

Hochzeit 1829 mit Wilhelm I., Deutscher Kaiser 1871 – 1888, König von Preußen 1861 – 1888

Kinder:

  • Friedrich Wilhelm von Preußen (der spätere Kaiser Friedrich III.) 18.10.1831 – 15.06.1888
  • Luise Marie Elisabeth von Preußen (die spätere Großherzogin von Baden) 03.12.1838 – 23.04.1923
Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach
Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach

Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach, Kaiserin Augusta, Biografie, Lebenslauf

Augusta Marie Luise Katharina wurde am 30. September 1811 in Weimar, der Hauptstadt von Sachsen-Weimar-Eisenach geboren. Sie war die zweite Tochter des Herzogs Karl Friedrich von Sachsen-Weimar und der Großfürstin Maria Pawlowna, einer Schwester des russischen Zaren Alexanders I.

Die intelligente Augusta erhielt eine hervorragende Erziehung durch ausgezeichnete Lehrer, außerdem wurde sie von der Hofmalerin Luise Seidler im Zeichnen und von dem Komponisten und Kapellmeister Johann Nepomuk Hummel im Musizieren unterrichtet.

Schon früh zeigte sich ihr ausgeprägtes Gefühl für Gerechtigkeit und Toleranz, von ihrer Mutter erlernte sie die vollkommene Beherrschung höfischer Umgangsformen und die Notwendigkeit protokollarischer Pflichterfüllungen.

Weimar, Schloss
Weimar, Großherzogliches Schloss

Wilhelm von Preußens kleiner Bruder, Prinz Karl, war bereits mit Augustas Schwester, Maria Luisa Alexandrina Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach verheiratet, als die Verlobung (25. Oktober 1828) Wilhelms mit Augusta von ihren Eltern arrangiert wurde. Wilhelm war zuvor gescheitert seine langjährige Jugendliebe Prinzessin Elisa Radziwill zu heiraten. Augusta versuchte sich so gut wie möglich mit der Situation abzufinden, „...möchte ich Ihnen doch jemals die ersetzen, die ich ersetzen soll„, begrüßte sie ihren Verlobten. Wilhelm empfand die junge Augusta als zwar als ausgezeichnete Persönlichkeit, allerdings auch als äußerlich weniger reizvoll als ihre ältere Schwester Maria.

Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach
Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach

Am 11. Juni 1829 heiratete Augusta den vierzehn Jahre älteren Wilhelm im Berliner Schloss. Die Ehe wurde nicht sonderlich glücklich, die intelligente, musisch begabte und am Weimarer Hof liberal erzogene Augusta war ihrem Mann intellektuell überlegen und fühlte sich am preußischen Hof nicht sonderlich wohl. Sie brachte zwei Kinder zur Welt; am 18. Oktober 1831 den Prinzen Friedrich Wilhelm und am 3. Dezember 1838 die Prinzessin Luise.

Prinz Wilhelm als Bräutigam, 1829
Prinz Wilhelm als Bräutigam, 1829
Prinzessin Augusta als Braut, 1829
Prinzessin Augusta als Braut, 1829
Prinz Friedrich Wilhelm (der spätere Kaiser Friedrich III.)
Prinz Friedrich Wilhelm (der spätere Kaiser Friedrich III.)
Prinzessin Luise (die spätere Großherzogin von Baden)
Prinzessin Luise (die spätere Großherzogin von Baden)

1849 nahm die Prinzessin mit ihrem Gemahl ihre Residenz in Koblenz, wo sie sich durch Förderung künstlerischer und wissenschaftlicher Bestrebungen und aufopfernder Wohltätigkeit sehr beliebt machte. Die Koblenzer dankten ihr es später mit einem Denkmal in ihrer Stadt.

Koblenz, Kaiserin Augusta-Denkmal
Koblenz, Kaiserin Augusta-Denkmal

Ihre Kinder erzog sie mit Liebe und Sorgfalt. Sohn und Thronfolger Friedrich Wilhelm studierte in Bonn Recht und war damit der erste preußische Thronfolger, der eine akademische Ausbildung erhielt. 1856 heiratete Tochter Luise, siebzehnjährig, Großherzog Friedrich I. von Baden und wurde so Großherzogin von Baden. 1858 arrangierte Augusta Friedrichs Hochzeit mit der Tochter der englischen Königin Viktoria, Victoria, genannt Vicki, nicht zuletzt in der Hoffnung auf Verständigung zwischen beiden Ländern.

Kaiserin Augusta
Kaiserin Augusta

In Berlin, während der Regentschaft ihres Gemahls (seit 1858), als Königin (seit 1861) und als Kaiserin (seit 1871) blieb sie ihren künstlerischen und wissenschaftlichen Bestrebungen treu. Sie wurde Mittelpunkt zahlreicher Vereine, die sich für die Pflege verwundeter Soldaten einsetzten, und stiftete das Augusta-Hospital in Berlin. Augusta war auch eine große Liebhaberin der Musik, komponierte selbst eine Ouvertüre, die Musik zum Ballett „Die Maskerade“ und zahlreiche Märsche. Sie pflegte den Umgang mit Menschen, die ihre künstlerischen und wissenschaftlichen Interessen verstanden. Der Berliner Baumeister Friedrich Schinkel, Christian Daniel Rauch, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Giacomo Meyerbeer, Alexander von Humboldt, der Altertumsforscher August Boeckh, Ernst Curtius und Karl Richard Lepsius, der Historiker Friedrich von Raumer und der Gartengestalter Hermann Fürst von Pückler-Muskau gehörten zu den Menschen, mit denen sie bevorzugt Konversation pflegte.

Kaiserin Augusta
Kaiserin Augusta

Augusta geriet durch ihre liberale Gesinnung und Frankophilie schon früh in Konflikt mit dem späteren Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, dieser nannte sie abfällig eine „bigotte alte Fregatte„. Während des Kulturkampfes setzte sie sich protestantische Monarchin für den Katholizismus ein, warnte den Bischof von Breslau, sodass dieser rechtzeitig nach Österreich fliehen konnte und nicht ins Gefängnis musste. Die Nonnen eines Koblenzer Klosters rettete sie vor der Ausweisung, indem sie ihrem Mann androhte, sie würde für immer in Koblenz bleiben und nicht nach Berlin zurückkehren. Seit 1888 Witwe, lebte sie zurückgezogen und musste noch den frühen Tod ihres Sohnes Friedrich erleben. Am 7. Januar 1890 starb Augusta in Berlin und wurde unter größter Anteilnahme der Bevölkerung im Mausoleum im Schlosspark zu Charlottenburg neben ihrem Ehemann Kaiser Wilhelm I. beigesetzt.

Charlottenburg, Mausoleum
Charlottenburg, Mausoleum

Zu Ehren Augustas wurden zwei Kriegsschiffe der Preußischen bzw. Kaiserlichen Marine benannt:

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Meyers Konversations-Lexikon“ 5. Auflage in 17 Bänden 1893 – 1897
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 24 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1906 – 1908
  • „Meyers Kleines Konversations-Lexikon“, 7. Auflage in 6 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1908

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