Togo, Kleinkinderschule in Palime

Togo

Togo (deutsche Kolonie 1884-1919) in einer Übersicht, Geschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Verwaltungszentrum Lome

Gruß aus Togo - Gouverneur August Köhler, Marktplatz Lome und Nachtigal - Krankenhaus in Klein Popo
Gruß aus Togo, Gouverneur August Köhler, Marktplatz Lome und Nachtigal, Krankenhaus in Klein Popo

Togo (bis 1905 auch Togoland)

Wappen:

Togo, Wappen (Entwurf)
Togo, Wappen (Entwurf)

Größe von Togo als deutsche Kolonie:

Die Größe des Schutzgebietes wurde nach dem deutsch-französischen Abkommen vom 23. Juli 1897 auf 82.300 km² (= Bayern) berechnet.

Togo, Landkarte 1914
Togo, Landkarte 1914
Togo, Landkarte 1919
Togo, Landkarte 1919

Reichskommissare und Gouverneure von Togo:

  • 1884 – 1885 Freiherr von Soden, Oberkommissar für Togoland (1846 – 1921)
  • 1885 – 1887 Ernst Falkenthal, Regierungsassessor, Kommissar für Togoland (1858 – 1911)
  • 7/1887 – 13.08.1895 Jesko von Puttkamer, seit 1893 mit dem Amtstitel Landeshauptmann (1855 – 1917)
  • 18.11.1895 – 20.01.1902 August Köhler, seit 1898 mit dem Amtstitel Gouverneur (1858 – 1902)
  • 01.12.1902 – 11.05.1903 Waldemar Horn, Gouverneur (1864 – 1945)
  • 11.05.1904 – 07.11.1910 Julius Graf Zech auf Neuhofen, Gouverneur (1868 – 1914)
  • 31.03.1911 – 19.06.1912 Edmund Brückner, Gouverneur (1871 – 1935)
  • 19.06.1912 – 26.08.1914 Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, Gouverneur (1873 – 1969)
  • 1914 Major von Doering, stellvertretender Gouverneur (1866 – 1921)
Togo, Lome
Togo, Lome

Bevölkerung:

ca. 2.500.000 Einwohner (1900), darunter 110 Europäer, wovon 102 Deutsche sind. 1912 leben in Togo 368 Europäer davon 320 Deutsche.

Togo, Lome
Togo, Lome

Bewohner:

Die Bewohner Südtogos gehören dem Ewestamme an und sind Fetischverehrer. Die Bewohner Nordtogos gehören dem Haussastamm an und sind Moslems.

Togo, Schule in Akpafu
Togo, Schule in Akpafu

Schutztruppe in Togo:

Die kaiserliche Schutztruppe bestand 1914 nur aus einer Eingeborenen-Polizeitruppe (ca. 500 Mann) unter Leitung von 5 Deutschen, 2 Offizieren und 5 Unteroffizieren. Die Etatstärke der Schutztruppe 1897/98) bestand aus 1 Kommandeur, 3 Unteroffiziere, 150 Farbige.

Schutzgebiet Togo, Kaiserliche Schutztruppe
Schutzgebiet Togo, Kaiserliche Schutztruppe

Sitz des Gouverneurs von Togo:

Lome

Bezirksämter:

Lome und Klein-Popo.

Stationen:

Misahöhe, Kpando, Kete Kratshi, Ssanssanne Mangu, Bassari, Atakpame und Paratau.

Atakampe mit der kaiserlichen Regierungsstation
Atakampe mit der kaiserlichen Regierungsstation

Ortschaften in Togo:

An der Küste: Klein-Popo (6600 Einwohner), Porto Seguro, Bagida, Sebbe, Lome (4000 Einwohner)

Im Innern: Adjido, Togo, Amedjovhe, Ho, Paratau, Gambaga.

Togo, Kpandu, Regierungsstation
Togo, Kpandu, Regierungsstation

Briefmarken:

Am 1. März 1888 eröffnete die Reichspost ihren Betrieb in Togo. Am 1. Juni des selben Jahres wurde Togo selbstständiges Mitglied des Weltpostvereins. Von 1881 bis 1901 Ausgabe wurden die Briefmarken (Mark und Pfennigausgaben) des Deutschen Reichs in Togo verwenden. Zu erkennen sind diese nur am Stempel „Klein-Popo“ und seltener „Lome-Togogebiet“. Ab 1900 wurden eigene Togo-Briefmarken mit der Kaiserlichen Jacht Hohenzollern als Motiv zur Ausgabe gebracht.

Togo 3 Pfennig, 1900
Togo 3 Pfennig, 1900
Togo 25 Pfennig, 1900
Togo 25 Pfennig, 1900
Togo 5 Mark, 1900
Togo 5 Mark, 1900

Handel:

Ausfuhr: Palmöl, Palmkerne, Gummi, Elfenbein, Kaffee, Kopra, Kokosnüsse (in den Missjahren 1896 und 1897: 1.309.753 bzw. 771.025 Mark).

Einfuhr: Baumwollwaren, Spirituosen, Holz und Holzwaren, Tabak, Zigarren, Materialwaren (1896: 1.651.417 – 1897: 1.975.941 Mark).

Verbindung mit Europa dreimal monatlich durch Hamburger und Liverpooler Dampfer. Schiffsverkehr 1896/97: 270 Schiffe mit 390.724 Registertonnen.

Lome, Landungsbrücke
Lome, Landungsbrücke

Bewässerung und Bodengestalt:

An der 50 km langen Küste herrscht starke Brandung, daher sind Landungen mit Schwierigkeiten verbunden. Die Mündung des in seinem Unterlauf schiffbaren Voltaflusses befindet sich im enlischen Gebiet. Südlich vom 7. Breitengrade bildet der Talweg des Mono Grenze zwischen dem Schutzgebiet und der französischen Dahomey-Kolonie. Der in seinem ganzen Lauf im deutschen Gebiet befindliche, sich in den Atlantischen Ozean ergießende Hahofluss ist für leichte Fahrzeuge (Kanus) schiffbar; er führt das ganze Jahr hindurch Wasser.

Im Innern des Togogebietes befindet sich ein stark gegliedertes und reich bewaldetes Gebirge; einige Gipfel sind über 900 m hoch.

Lome, Regierungsschule
Lome, Regierungsschule

Klima:

Im Küstenland herrscht eine mittlere Jahrestemperatur von etwa 26° Celsius, im Innern 23° Celsius. Stärkster Seewind während der beiden Regenzeiten Ende April bis Mitte August und Mitte Oktober bis Ende November. Während des Dezember und der ersten Hälfte des Januar weht der Hamatan, ein heiser, trockener Landwind.

Lome, Seestraße mit Faktoreien-Gehöfte
Lome, Seestraße mit Faktoreien-Gehöfte

Geschichte von Togo als deutsche Kolonie:

1880
Hanseatische Handelsunternehmen gründen an der Sklavenküste Faktoreien, insbesondere in Bey Beach (dem späteren Lome). In Klein-Popo betätigt sich das Haus Wölber & Brohm. Bereits 1857 hatte das Bremer Haus F. M. Vietor & Söhne Handelsbeziehungen mit der Sklavenküste angeknüpft.

Gustav Nachtigal

Dr. Gustav Nachtigal

* 23.02.1834 in Eichstedt/Altmark (Reg.-Bez. Magdeburg), † 20.04.1885 an Bord von S.M.S. Möwe vor Westafrika, Arzt und Afrikareisender, 1884 stellte er Togo und Kamerun unter deutschen Schutz.

1883
Kapitän Stubenrauch, der Kommandant von S.M.S. Sophie, sichert die Anerkennung deutscher Handelsrechte.

5./6. Juli 1884
Dr. Nachtigal, der mit S.M.S. Möwe vor der Togoküste erschienen war, hisst die deutsche Flagge zuerst in Bagida, am nächsten Tage in Lome (Bey Beach) und schließt als Vertreter des Deutschen Reiches mit Plakko, dem Vertreter des Königs von Togo, Mlapa, den ersten Schutzvertrag in Bagida ab.

Hissung der deutschen Flagge in Bagida, Togo, am 5.7.1884
Hissung der deutschen Flagge in Bagida, Togo, am 5.7.1884

1885
Große Togoexpedition unter Leitung von Dr. Gruner, von Carnap-Quernheimb und Dr. Döring.

1884 – 1885
Die jungen Faktoreileiter der Hamburger und Bremer Firmen erhalten von ihren Häusern die Weisung, die deutschen Kolonialbestrebungen mit allen Kräften zu fördern. Besonders zeichnen sich hierin die Gebrüder Randad aus. Mit Unterstützung des Kolonialpioniers und Kolonialjournalisten Hugo Zöller, der im amtlichen Auftrage in diesen Jahren die Togo- und Kamerunküste bereist, werden zahlreiche Schutzverträge mit den benachbarten Dorfoberhäuptern abgeschlossen. Es sind die ersten Bausteine zu der Kolonie Togoland. Heinrich Randad wird provisorisch als Konsul in Klein-Popo eingesetzt.

5. September 1884
Gustav Nachtigal hisst die deutsche Flagge in Porto Seguro.

19. März 1885
Gustav Nachtigal, 1834 in Eichstädt in der Altmark (Provinz Sachsen) geboren, stirbt 1885 nach schwerem Fieber auf der Heimreise bei Kap Palmas an der Westafrikanischen Küste.

Schutzgebiet Togo, Lome
Schutzgebiet Togo, Lome

24. Dezember1885
Klein-Popo (aus dem portugiesischen povo = Volk) in Togoland wird durch ein Abkommen mit Frankreich deutsch.

26. Februar 1885
Der Verkauf von Sklaven und der Handel mit Sklaven werden verboten. Bis zum Jahre 1863 wurden noch Sklaven nach Nordamerika, Kuba und Brasilien verkauft (zum Preise von etwa 380 Mark), später nur in Afrika selbst.

27. April 1887
Abkommen mit Frankreich über die Grenzen im Hinterland von Togo. (Togo war ursprünglich der Name eines Dorfes jenseits der Küstenlagune hinter Porto Seguro, mit dessen Oberhaupt Dr. Nachtigal den ersten Schutzvertrag abgeschlossen hatte.)
Ein weiteres Abkommen erfolgt am 23. Juli 1897. Grenzabkommen mit Großbritannien sind in dem Sansibar- wie in dem Samoavertrag von 1899 enthalten. 1904 und 1908 finden dann die letzten Grenzregulierungen statt, womit das Schutzgebiet seine endgültige Gestalt erhält.

Jesko von Puttkamer

Jesko von Puttkamer

* 02.07.1855 in Berlin, † 23.01.1917 in Charlottenburg, Gouverneur von Kamerun und Kaiserlicher Kommissar von Togo.

1888
Nachdem Hauptmann von Francois seinen erfolgreichen Zug nach Sälaga gemacht hat, schließt Großbritannien mit Deutschland einen Grenzvertrag ab, nach welchem die Sultanate Gonga und Dagmba für neutral erklärt werden. Francois gründet die Station Bismarckburg.

1. März 1888
Die erste Postdienststelle wird in Togoland, In dem Orte Klein-Popo, 1. März errichtet. Siehe auch Briefmarken aus Togo

Ab 1. Juni 1888 wird Togo selbstständiges Mitglied des Weltpostvereins.

Togo, Kleinkinderschule in Palime
Togo, Kleinkinderschule in Palime

9. November 1891
Die erste Regierungsschule in Klein-Popo wird mit 65 Kindern unter Leitung des Lehrers Koebele eröffnet. 1897 wird die Schule nach Sebevi verlegt.

1892
Von Hans Gruner wird die wissenschaftliche Station Misahöhe gegründet.
Gruner, der von 1899-1914 Bezirksamtmann war und im Kriege die Feldkompanie Misahöhe führte, ist der Begründer des Kakaoanbaus in der Kolonie.

Schutzgebiet Togo, Kaiserliches Postamt in Lome
Schutzgebiet Togo, Kaiserliches Postamt in Lome

1893/94
In Togoland wird die erste Telegrafenlinie an der Küste angelegt, die in Verbindung mit den benachbarten französischen und englischen Linien und durch letztere auch mit dem englischen Überseekabel stehen und so eine telegrafische Verbindung mit Deutschland ermöglichen. (Togo war auch die einzige Kolonie, die bereits 1895 eine Fernsprechverbindung unter Benutzung der Telegrafenlinie hatte.

1894/95
Die deutsche Togoexpedition unter Führung von Gruner und von Carnap-Quernheimb erschließt das Hinterland. Es wird in Gando ein Schutzvertrag abgeschlossen.

1895 – 1899
Es kommt zu einer Reihe kleinerer Aufstände, die von Polizeitruppen bald unterdrückt werden. 1897/98 wird ein größerer Aufstand der Kongomba durch die Polizeitruppe unter von Massow unterdrückt und das Land unterworfen. Spätere kleinere Aufstände sind rein lokaler Art und bleiben ohne Einfluss auf die relativ friedliche Erschließung der Kolonie.

Schutzgebiet Togo, Strandstrasse in Lome
Schutzgebiet Togo, Strandstrasse in Lome

23. Juli 1897
Deutsch-französisches Abkommen über die Grenzregelung.

14. November 1899
Grenzfestsetzung mit England.

1900
Einführung des Baumwollanbaues in Togoland durch das Kolonialwirtschaftliche Komitee. Zur Unterweisung der Einheimischen wird ein nordamerikanischer schwarzer Baumwollpflanzungssachverständiger eingestellt.

Lome, Marktstraße und Umgebung
Lome, Marktstraße und Umgebung

21. Februar 1902
Erlass einer Verordnung, durch welche der Sklavenhandel mit Gefängnis bis zu drei Monaten und Geldstrafe bis zu 1000 Mark bestraft wird.

1903
Gründung einer Baumwollschule, die später zur Ackerbauschule erweitert wird.

27. Januar 1904
In Lome wird die in anderthalb Jahren erbaute eiserne Landungsbrücke in einer Länge von 350 m dem Verkehr übergeben.

Lome, Charlottenkrankenhaus
Togo, Lome, Charlottenkrankenhaus

1. Januar 1905
Das bisher „Togoland“ benannte Schutzgebiet erhält die Bezeichnung „Togo“. Der Ort „Klein-Popo“ erhält wieder seinen ursprünglichen Namen „Anecho“.

18. Juni 1905
In Togo wird die erste Eisenbahn zwischen Lome und Anecho an der Küste entlang eröffnet.

17. April 1906
Das Gouvernement von Togo setzt Prämien aus für Anpflanzung von Frucht- und Nutzholzbäumen, die allerdings fast ausschließlich den Missionen für ihre Schulen und Gemeinden zugute kommen.

23. Januar 1907
Eröffnung des Telegrafenverkehrs von Lome nach Atakpame.

27. Januar 1907
Eröffnung des Eisenbahnbetriebs Lome-Palime.

Lome, Bremerstraße und Umgebung
Togo, Lome, Bremerstraße und Umgebung

1. Juni 1907
Die Verordnung des Reichskanzlers über das Münz- und Geldwesen in den Schutzgebieten vom 1. Februar 1905 wird für Togo in Kraft gesetzt. Es gilt die Reichsmarkrechnung. Zollfreie Zulassung von französischem Geld bis zum Einzelbetrag von 20.- Mark. An den öffentlichen Kassen können englische Geldsorten angenommen werden (1 Pfund = 20 Mark), dagegen dürfen Maria-Theresien-Taler weder in Zahlung genommen noch ausgegeben werden.

1908
Auf Grund einer großen ärztlichen Untersuchung von 27.000 Einheimischen werden in Misahöhe 80 Fälle von Schlafkrankheit festgestellt. Es ist dies seit 1903 bereits die zweite sanitäre Maßnahme der deutschen Regierung in ihrem Kampf gegen die Schlafkrankheit. Schon 1850 soll diese furchtbare Seuche in Togo bekannt gewesen sein. Die Krankheit ging dank der Arbeit der deutschen Ärzte schon zurück, um sich dann wieder in der Mandatszeit stark auszubreiten, so dass z. B. 1932 fast 4000 neue Fälle gezählt wurden und das Seuchengebiet sich nach Norden und nach Süden ausdehnte.

Lome, Faktoreien-Gehöfte an der Hamburger Straße
Togo, Lome, Faktoreien-Gehöfte an der Hamburger Straße

1. April 1908
Die Verkehrsanlagen von Togo, mit der die Landungsbrücke und die 1908 drei Eisenbahnlinien gemeint sind, wird auf zehn Jahre an die Deutsche Kolonialeisenbahn- und Betriebsgesellschaft (Lenz) verpachtet, der Lösch- und Ladebetrieb von dieser an die Woermannlinie unterverpachtet.

1. April 1908
Das Gouvernement übernimmt die Ackerbauschule für Einheimische, 1908 welche durch das Kolonialwirtschaftliche Komitee gegründet worden ist. Unter der Oberleitung des Baumwollsachverständigen werden Schüler in drei Jahrgängen unterwiesen.

1909
Errichtung eines Krankenhauses für Einheimische in Palime.

Lome, Marktplatz
Lome, Marktplatz

24. Mai 1909
Eröffnung des Sophie-Charlotte-Krankenhauses in Lome.

Januar 1911
Die erste Regierungsfortbildungsschule wird in Lome eröffnet

19. Januar 1913
Togo erhält als erste deutsche Kolonie direkten Kabelanschluss die Heimat durch das Kabel Monrovia-Lome, welches Anschluss an das Kabel Emden-Pernambuco der Deutsch-Südamerikanischen Telegrafengesellschaft in Köln (gegründet 1908) hat.

Lome, Protestantisch evangelische Kirche
Togo, Lome, Protestantisch evangelische Kirche

12. Juni 1913
Die Gesellschaft für drahtlose Telegrafie in Berlin erhält die Genehmigung zur Herstellung einer funktelegrafischen Verbindung zwischen dem Deutschen Reich und Togo und zwischen Togo und Deutsch-Südwestafrika auf die Dauer von 20 Jahren. Die Funkstelle wird in Kamina in Togo errichtet.

15. November 1913
Eröffnung des Erweiterungsbaues des Sophie-Charlotte-Krankenhauses in Lome.

8. Dezember 1913
Erster Wechsel von Funksprüchen zwischen Kamina und Nauen (Brandenburg).

 

Lome, Kaiserliches Zollamt
Lome, Kaiserliches Zollamt

Togo im Ersten Weltkrieg

5. August 1914
Der stellvertretenden Gouverneur Major von Doering erklärt die Neutralität Togos und versucht eine Verständigung mit Briten und Franzosen zu erreichen. Da Frankreich überhaupt nicht antwortete und England nur ausweichend, wird der Kriegszustand verhängt. Am 6. August besetzen die britische Truppen Lome, am 7. August die Franzosen Anecho und Porto Seguro. Der stellvertretende Gouverneur zieht sich mit seinen Truppen ins Innere zurück. Porto Seguro wird von den Franzosen besetzt.

8. August 1914
Gefecht bei Agbeluwoe.

22. August 1914
Die Deutschen, bei Chra an der Hinterlandbahn südlich Kamina angegriffen, müssen nach heftigem Widerstand ihre Stellungen aufgeben. Hauptmann Pfähler mit 25 Weißen und 200 Mann Polizeitruppen leistet am Chrafluss dem vormarschierenden Gegner zeitweise erfolgreichen Widerstand, Pfähler und sechs Deutsche fallen. Die Stellung muss aufgegeben und der Rückzug nach Kamina (Funkstation) angetreten werden.

26. August 1914
Die Funkstation Kamina wird von den Deutschen zerstört.

TOGO Anglo-French Occupation, 10 Pfennig
Togo Anglo-French Occupation, 10 Pfennig

27. August 1914
Morgens 8 Uhr muss das Schutzgebiet nach mehrtägigen Verhandlungen den Engländern übergeben werden.

18. September 1914
Die Togo-Deutschen werden nach Dahomey in französische Gefangenschaft gebracht und erst im August 1915 nach Deutschland entlassen.

1916
Abschluss eines Geheimvertrages zwischen Großbritannien und Frankreich, die für die Besetzung durchgeführte Teilung nach Kriegsende in eine endgültige umzuwandeln. Der französische Anteil beträgt 54.000 km², der englische 33.000 km².

Lome, Wohnung des Kaiserlichen Gouverneurs von Togo
Lome, Wohnung des Kaiserlichen Gouverneurs von Togo

1919
Die Reichpost in Berlin gibt am Sammlerschalter die letzten Togobriefmarken aus.

Togo als britisches und französisches Mandatsgebiet

Im Versailler Vertrag verliert das Deutsche Reich die Kolonie Togo und muss seine Rechte entschädigungslos an England und Frankreich abtreten. Die Einwohner Togos protestieren gegen die englisch-französische Mandatsverwaltung.

Togo, Landkarte 1919
Togo, Landkarte 1919

Republik Togo

1960
Das Land wird als Republik Togo unabhängig.
Die Regierung von Togo lädt zu den Unabhängigkeitsfeierlichkeiten auch den letzten deutschen Gouverneur, Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg-Schwerin ein und bittet ihn mit einem Stab deutscher Fachleute die Verwaltung von Togo aufzubauen. Um Frankreich nicht zu provozieren, winkt die westdeutsche Regierung unter Kanzler Adenauer jedoch ab. Togolesische Delgationen besucht Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg-Schwerin zu seinen Geburtstagen, um ihn, den „guten Vater des Landes“, zu ehren.

1962 Die togolesische Post gibt Sondermarken mit deutschen Kolonialmarkenmotiven aus.

Republique Togolaise, Briefmarke 1962
Republique Togolaise, Briefmarke 1962
Republique Togolaise, Briefmarke 1962
Republique Togolaise, Briefmarke 1962

1984 Die togolesische Post gibt eine Sonderbriefmarke mit dem Portrait Kaiser Wilhelms II. heraus.

Deutsch wird auch heute noch an Togos Schulen gelehrt. Die 3 wichtigsten Eisenbahnlinien Togos stammen aus deutscher Kolonialzeit (Spurbreite 1 Meter, eingleisig) und werden heute noch genutzt.

Quellenhinweise:

  • „Deutschlands Kolonien“ von Rochus Schmidt Verlag des Vereins der Bücherfreunde Schall & Grund 1898
  • „Großes Lehrbuch der Geographie“ E. von Seydlitz, Königliche Universitäts- und Verlagsbuchhandlung Breslau 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“ 7. Auflage Braunschweig und Leipzig Hellmuth Wollermann 1906
  • „Konversationslexikon“, Leipzig und Wien 1909
  • „Die deutschen Kolonien“ Geographie, E. von Seydlitz – Königliche Universitäts- und Verlagsbuchhandlung Breslau 1910
  • „Deutschlands Kolonien“ von W. Scheel Verlagsanstalt für Farbfotographie Weller & Hüttich 1912
  • „Die deutschen Kolonien“ Herausgegeben von Kurd Schwabe Nationalausgabe – Band I/II 1914
  • „Deutsches Kolonial-Lexikon“ Leipzig 1920
  • „Der Kampf um unsere Schutzgebiete – Unsere Kolonien einst und jetzt“ von P. Jos. M. Abs Düsseldorf 1926
  • zeitgenössische Postkarten mit ihren originalen Bildunterschriften.

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