Üb Aug und Hand fürs Vaterland

Deutschlands Fahnen

Schwarz-Rot-Gold und Schwarz-Weiß-Rot

Bundesflagge – Reichsflagge

Fahne Deutsches Reich
Fahne Deutsches Reich

Schwarz-Rot-Gold (Bundesflagge)

Flagge Schwarz-Rot-Gold
Flagge Schwarz-Rot-Gold

Die Farben Schwarz-Rot-Gold durchziehen die deutsche Geschichte schon mehr als 1000 Jahre und treten immer wieder bei besonderen Ereignissen hervor. Einer Legende nach fanden die alten deutschen Farben schon während der Zeit Kaiser Barbarossas ihre Verwendung. Als dieser im Jahr 1152 in Frankfurt am Main zum deutschen Kaiser gekrönt wurde, legte man auf Anordnung der Hohenstaufen den Weg vom Dom zum Römer, dem ehemaligen Kaiserhof und heutigem Rathaus, mit einem Teppich aus schwarz-rot-goldenem Tuch aus. Nach der Krönung schnitt man das dreifarbige Tuch in kleine Stücke und verteilte diese, sozusagen als Souvenir, an das Volk. Die improvisierten Fähnchen wurden an Stangen gebunden und so zog die Menge durch die Stadt um den neuen Kaiser stürmisch Hoch leben zu lassen. 

Franz II. - letzter Kaiser des alten Reiches
Franz II., letzter Kaiser des alten Reiches im Krönungsmantel (Schwarz-Rot-Gold)

Im Jahre 1184 wurden auf dem Reichstag zu Mainz diese drei Farben als die „echten deutschen“ anerkannt und erhielten sich bis 1806 Napoleon I. dem alten deutschen Kaiserreich (HRRDN) ein Ende machte. Während des Krönungszeremoniells trugen die deutsche Kaiser seit Friedrich Barbarossas Zeiten einen Krönungsmantel in den Farben Rot, Schwarz und Gold. Dieser Mantel fand bis 1806 Verwendung und der letzte Kaiser des alten Reiches, Franz II., ließ sich auf einem Gemälde verewigen; wenig später war er als Franz I. nur noch Kaiser von Österreich.

Unter der Reichssturmfahne
Unter der Reichssturmfahne

Die Reichssturmfahne war im Mittelalter eine Reichsfahne, die aus goldenem Banner mit schwarzem Adler bestand und noch mit einem roten Schwenkel versehen war; 1336 wurde vom Kaiser an Württemberg das Recht verliehen, die Reichssturmfahne dem Heer voranzutragen. Auch hier finden sich die Farben Schwarz-Rot-Gold wieder.

Reichssturmfahne um 1336
Reichssturmfahne um 1336

Dr. E.C. Rautenberg zitiert in seiner Abhandlung „Schwarz-Rot-Gold: Das Symbol für die nationale Identität der Deutschen!“ den fränkischen Ritter und Bauernführer Florian Geyer (1490 – 1525), der während des Bauernkrieges 1524/25 gesagt haben soll: „Unser Gold haben Adel und Pfaffen aus unserem Schweiß geschlagen, bis unsere Trauer schwarz war wie die Nacht und unsere Wut rot wie Blut. Wohlan denn, Brüder, setzen wir ihnen den roten Hahn auf die Dächer.

Florian Geyer und seine Bauern
Florian Geyer und seine Bauern ("des Geyers schwarzer Haufen") während des Bauerkrieges 1524/25

Burschenschaften und Freikorps griffen die alten deutschen Farben wieder auf und trugen sie an Pfeifentroddeln und Korpsbändern zur Schau. Als Napoleon I. das alte Reich in drei Teile zerschlug und die deutschen Fürsten sich neben dem Königreich Preußen und dem Kaisertum Österreich unterwürfig im Rheinbund versammelten, formierten sich um 1813 junge Männer in Freikorps um für die Freiheit Deutschlands zu kämpfen. Das bekannteste Freiwilligenkorps kämpfte unter dem preußischen Major Adolf von Lützow und deren Uniformen bestanden aus schwarz gefärbten Zivilröcken, roten Aufschlägen und goldenen Knöpfen. Am 17. Juni 1813 geriet die Truppe der „Schwarzen Jäger“ bei Kitzen (nahe Leipzig) in einen Hinterhalt der Franzosen und wurde fast völlig aufgerieben.

Lützower Jäger bei Kitzen 1813
Lützower Jäger bei Kitzen 1813 in schwarzen Zivilröcken mit roten Aufschlägen und goldenen Knöpfen

Am 12. Juni 1815 gründeten sieben Studenten, die im Lützower Freikorps gedient hatten, zusammen mit anderen national gesinnten Studenten die Burschenschaft „Ehre, Freiheit, Vaterland“ zu Jena in Thüringen. Diese sieben Studenten wählten die Farben Schwarz, Rot und Gold zu den Farben der Burschenschaft.

Jenaer Burschenschaft, Flagge
Jenaer Burschenschaft, Flagge

In der Verfassungsurkunde heißt es dazu: „Die Farbe des Banners aber, das unsrer Burschenschaft vorwehet, ist mit Gold verziertes Roth und Schwarz, die uns mahnen soll, daß wir in der Freude jugendlichen Zusammenlebens, in dem Gefühle voller Jugendkraft nie den Ernst des Lebens, nie die Bedeutung unseres Strebens vergessen wollen.

Jenaer Burschenschaftsfahne auf der Wartburg
Jenaer Burschenschaftsfahne "Ehre, Freiheit, Vaterland", Wartburg bei Eisenach

Anlässlich des vierten Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig, am 18. Oktober 1817, zogen etwa 500 Studenten der Burschenschaft und einige Professoren aus dem ganzen Deutschen Bund unter der Losung „Nur im Ganzen ist Heil“, mit der rot-schwarz-roten Fahne (golden waren der Eichenzweig und die Fransen) auf die Wartburg bei Eisenach (Wartburgfest), um für Freiheit und ein einheitliches Reich zu demonstrieren.

Wartburgfest 1817
Wartburgfest 1817

Vom 27. bis zum 30. Mai 1832 demonstrieren 30.000 Teilnehmer auf dem Hambacher Fest für nationale und demokratische Ziele und führten erstmals eine schwarz-rot-goldene Fahne mit sich. Die Inschrift im mittleren roten Teil „Deutschlands Wiedergeburt“ machte das Ziel der Beteiligten deutlich, die Errichtung eines deutschen Nationalstaates. 

Hambacher Fest 1832
Hambacher Fest 1832

Am 18. Mai 1848 zogen die Abgeordneten der ersten Deutschen Nationalversammlung, die erste deutsche Volksvertretung überhaupt, in die Frankfurter Paulskirche ein. Am 13. November 1848 wurde Schwarz-Rot-Gold im Reichsgesetzblatt als deutsche Flagge verkündet.

Hambacher Fest, Sondermarke Deutschland 2007
Hambacher Fest, Sondermarke Deutschland 2007

Die Diskussion über die richtige Reihenfolge der Farben Schwarz-Rot-Gold hält bis in unsere heutige Zeit an: Energetisch gesehen müsste, wie in der Natur Schwarz, die Farbe der Unterwelt, Vergangenheit und Trauer unten und Goldgelb als die Farbe der Sonne, des Lichtes und der Zukunft oben stehen. Und tatsächlich zeigen einige alte Darstellungen die Flagge auf dem Hambacher Fest (hier noch ein anderes Beispiel), auch in dieser Reihenfolge, während neuere Bilder Schwarz-Rot-Gold in der heute üblichen Reihenfolge zeigen. 

Barrikaden in Berlin 1848
Barrikaden in Berlin 1848

Als nach der Märzrevolution von 1848 die Abgeordneten der Deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche sich nicht über die Reihenfolge der deutschen Farben einigen konnten (so gab es damals u.a. auch Gold-Schwarz-Rote Fahnen), wurde durch einen Machtspruch König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen festgelegt, dass Schwarz-Rot-Gold die richtige sei. Dazu legte man dem preußischen König das Motto in den Mund: „Aus Nacht, durch Blut, zum Licht!“ Später entwickelte sich daraus die Erklärung: „Schwarz die Vergangenheit, Rot (blutig) der Kampf und Golden die Zukunft„.

Die Deutsche Reichsflotte
Die Deutsche Reichsflotte

Von 1849 bis 1852 dienten die Farben Schwarz-Rot-Gold auch als Flagge der Deutschen Reichsflotte. Nach der gescheiterten Revolution von 1848 symbolisierte Schwarz-Rot-Gold den Traum von einem geeinten Deutschland, so wie es Hoffmann von Fallersleben in seinem Deutschlandlied in der ersten Strophe formulierte. Während des Konfliktes zwischen Österreich und Preußen um die Vorherrschaft in Deutschland und auch darüber hinaus stand Schwarz-Rot-Gold immer für die großdeutsche Lösung (ein vereintes Deutschland unter Einschluss Österreichs). 

Heil Dir deutsches Volk
Heil Dir deutsches Volk! Wenn Du einig bist, bist du stark!

Während des Deutschen Krieges 1866 kämpften einige deutsche Bundes-Korps unter der schwarz-rot-goldenen Fahne gegen Preußen. Aus der Tradition heraus pflegte auch der „Bund der Deutschen“ in Österreich, insbesondere in Böhmen Schwarz-Rot-Gold als Symbol der Zugehörigkeit zur deutschen Nation. In den Bundesstaaten Waldeck, Reuß jüngere Linie und Reuß ältere Linie waren Schwarz-Rot-Gold auch die Landesfarben. 

Deutscher Michel 1919
Deutscher Michel nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg: Schwarz die Zukunft, Rot die Gegenwart, Golden die Vergangenheit!

Nach der Novemberrevolution von 1918 wurde Schwarz-Rot-Gold 1919 zur offiziellen Nationalflagge Deutschlands. Die Koalition aus den drei Parteien Zentrum (Schwarz), Sozialdemokraten (Rot) und Demokraten (Gelb) während der Weimarer Republik versinnbildlichte bezeichnender Weise in Schwarz-Rot-Gold den Anspruch auf die deutsche Demokratie. 

Bundestagswahl
Bundestagswahl, die Farben der drei Alt-Parteien in Schwarz-Rot-Gold

Diese Farbkombination wurde auch in der Bundesrepublik noch lange durch die CDU/CSU (Schwarz), SPD (Rot) und die FDP (Gelb) fortgeführt. Seit 1949 ist Schwarz-Rot-Gold wieder die Nationalflagge Deutschlands. Artikel 22 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bestimmt die Bundesflagge: „Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold“

Schwarz-Weiß-Rot (Reichsflagge)

Flagge Schwarz-Weiß-Rot
Flagge Schwarz-Weiß-Rot

Schwarz-Weiß-Rot ist die Flagge des Norddeutschen Bundes (1866-1870) und des deutschen Kaiserreiches (Deutsches Reich 1871-1918). Als es nach der Gründung des Norddeutschen Bundes 1866 um die Gestaltung der neuen Reichsflagge ging soll Otto von Bismarck gesagt haben: „Meinetwegen Grün und Gelb und Tanzvergnügen oder auch die Fahne von Mecklenburg-Strelitz. Nur will der preußische Troupier (König Wilhelm) nichts von schwarz-rot-gelb wissen.“ Die Heraldiker hatten nun eine genaue Vorgabe was sie nicht nehmen durften und entschieden sich für Schwarz-Weiß-Rot. 

Reichsflagge (Kaiserreich 1871 - 1918)
Reichsflagge (Kaiserreich 1871 - 1918)

Schwarz, Weiß und Rot sind die Urfarben des Lebens, schon die ersten Höhlen- und Felszeichnungen unserer Vorfahren weltweit sind mit Kreide, Ocker und Ruß in diesen Farben gehalten. Die drei Farben strahlen zusammen eine große Kraft und Lebendigkeit aus. Vielfach findet man die einfache Erklärung von der Vereinigung der Farben Preußens (Schwarz-Weiß) und der norddeutschen Hansestädten (Weiß-Rot) zu Schwarz-Weiß-Rot; das mag auch stimmen, aber die Farbkombination ist schon viel älter. 

Reichskriegsflagge (Kaiserreich 1871 - 1918)
Reichskriegsflagge (Kaiserreich 1871 - 1918)

Vermutlich bedienten sich die Schöpfer der Flaggen des neuen Kaiserreiches auch der frühen christlichen, preußischen Geschichte die im „Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem“ kurz „Deutscher Orden“ ihren Ursprung sieht. Nach Johannitern und Templern war der Deutsche Orden der drittgrößte Orden in der Zeit der Kreuzzüge. Nach dem Vorbild der Templer wurde der weiße Mantel übernommen und an die Stelle des roten trat das schwarze Kreuz. Schwarz-Weiß waren auch die Farben Preußens.

Deutscher Orden
Deutscher Orden

Der zweite Orden in der vorpreußischen Geschichte war der im Jahre 1202 gegründete „Brüder der Ritterschaft Christi von Livland“ kurz „Schwertbrüderorden“. Deren Ritter trugen einen weißen Mantel mit einem roten Schwertkreuz. Im Jahre 1237 wurde der Schwertbrüderorden dem Deutschen Orden eingegliedert und die Farben und Symbole vereinigt.

Schwertbrüderorden
Schwertbrüderorden

Auch in der Flagge des 1118 gegründeten Templerordens findet wir die Farben Schwarz-Weiß-Rot wieder. 

Templerorden
Templerorden

Hier erkennen wir auch schon die später verwendeten Farben und Symbole wie im Eisernen Kreuz und in der Flagge des Deutschen Reiches wieder.

Reichskriegsflagge (bis 1918)
Reichskriegsflagge (bis 1918)
Flagge Schwarz-Weiß-Rot
Flagge des Norddeutschen Bundes (1866-1870) und Nationalflagge des Deutschen Reichs (1871-1918)
Gösch (Bugflagge) der Kaiserlichen Marine
Gösch (Bugflagge) der Kaiserlichen Marine
Reichsflagge der übrigen Verwaltungszweige (bis 1918)
Reichsflagge der übrigen Verwaltungszweige (bis 1918)
Reichsdienstflagge für das Auswärtigen Amt und die Schutzgebiete (bis 1918)
Reichsdienstflagge für das Auswärtigen Amt und die Schutzgebiete (bis 1918)
Reichskriegsflagge der Reichsmarine (1922-1933) - Weimarer Republik
Reichskriegsflagge der Reichsmarine (1922-1933) - Weimarer Republik

Heutige Historiker unterstellen Otto von Bismarck immer wieder gern seine antidemokratische Gesinnung sei die Ursache für die Ablehnung von Schwarz-Rot-Gold gewesen. Der eigentliche Grund ist aber im Revolutionsjahr 1848 und im Deutschen Krieg von 1866 zu finden, denn hier kämpften die Gegner Preußens unter diesen alten deutschen Farben. 

Die deutschen Reichsfarben. "Ihr woll'n wir treu ergeben sein, der Flagge schwarz-weiß-rot!", zeitgenössische Spottkarte über die inneren Gegner des Kaiserreichs (Klerikale, Partikularisten, Sozialisten).
Die deutschen Reichsfarben. "Ihr woll'n wir treu ergeben sein, der Flagge schwarz-weiß-rot!", zeitgenössische Spottkarte über die inneren Gegner des Kaiserreichs (Klerikale, Partikularisten, Sozialisten).

Verständlich also, wenn Bismarck nicht die Kriegsflagge der Gegner Preußens zur neuen Flagge des Norddeutschen Bundes machen wollte und sich für Schwarz-Weiß-Rot entschied. Schon im Deutsch-Französischen Krieg kämpften die deutschen Soldaten unter dieser neuen Fahne und hissten sie u.a. am 19. Januar 1871 auf dem eroberten Fort Vanves vor Paris. Nach der Ausrufung des Deutschen Reichs wurde sie Reichsflagge und blieb es bis 1919. 

Nationalfeiertag (Sedantag)
Nationalfeiertag (Sedantag)

Die Bevölkerung des Kaiserreichs identifizierte sich sehr stark mit diesen Farben und besangen sie in zahlreichen patriotischen Liedern, war doch der alte Wunsch nach einem einheitlichen Reich nun endlich verwirklicht. Die Freude und der Stolz den alten Rivalen Frankreich endlich besiegt zu haben, die neu gewonnene Stärke und Größe prägte auch die Beziehung zu den nationalen Symbolen des wiedererstandenen Deutschen Reichs. Der Erwerb von Kolonien wurde stets durch das Hissen der Reichsfahne symbolisiert und ist auf zahlreichen Gemälden und Fotos dokumentiert. 

Schwarz-Weiß-Rot
Schwarz-Weiß-Rot

1914 zogen Hunderttausende von Freiwilligen unter der Schwarz-Weiß-Roten Fahne mit Begeisterung in den Krieg, von dem viele glaubten, wenn die Herbstblätter fielen, würde man wieder zu Hause sein. Die Schrecknisse  des modernen maschinellen Krieges konnte man sich noch nicht so recht vorstellen. Die Feinde, und davon waren die Deutschen überzeugt, hatten dem Deutschen Reich diesen Krieg aufgezwungen. Doch sie sollten die Deutschen schon kennen lernen. Unzählige Berichte und Bilder aus jenen Tagen schildern patriotische Taten deutscher Soldaten unter des Kaiserreichs Flagge. (Das „Deutsche Flaggenlied“ mit Stolz weht die Fahne Schwarz-Weiß-Rot war die inoffizielle Hymne der Kaiserlichen Marine.)

Flaggenlied: Stolz weht die Flagge Schwarz-Weiß-Rot
Flaggenlied: Stolz weht die Flagge Schwarz-Weiß-Rot

Viele von denen, deren Kameraden auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges so sinnlos starben, verstanden Ende 1918 nicht, warum genau diese Farben, für die sie so lange gekämpft hatten, nicht mehr die Fahne des Deutschen Reichs bleiben sollte. Die neue sozialdemokratische Regierung wählte ganz bewusst die alten Farben Schwarz-Rot-Gold für die erste deutsche Republik, um auch symbolhaft mit dem alten System zu brechen. Gleichzeitig sollte es dem beitrittswilligen „Deutsch-Österreich“ leicht gemacht werden, sich unter dieser alten deutschen Fahne mit dem Deutschen Reich zu vereinigen.

Plakat: Anschluss von Deutsch-Österreich 1919
Plakat: Anschluss von Deutsch-Österreich 1919

Während der gesamten Zeit der Weimarer Republik (1918 – 1933) tobte ein heftiger Flaggenstreit. Schwarz-Weiß-Rot blieb Handelsflagge der Weimarer Republik und durch Paul von Hindenburgs Flaggenverordnung von 1926 wurde sie zusätzliche Flagge der deutschen Auslandsvertretungen des Deutschen Reichs (Weimarer Republik). Anfänglich wurde sie auch im Dritten Reich als Nationalflagge zusammen mit der Hakenkreuzfahne bis 1935 wieder verwendet (Regelung der Flaggenhissung vom 12. März 1933). Ihr Image ist heute dadurch und durch den Missbrauch bei rechtsradikalen Aufmärschen stark belastet.

Flaggen des Deutschen Reichs (Kaiserreich)
Flaggen des Deutschen Reichs (Kaiserreich)

Farbensymbolik

(Die Farbensymbolik ist nicht identisch mit der heraldischen Bedeutung der Farben!)

Bei den alten Assyrern bestand eine Farbensymbolik in Bezug auf Planeten und Wochentage, wobei die Farbe Gold die Sonne, Silber den Mond, Orange den Mars, Blau den Merkur, Weiß den Saturn, Rot den Jupiter und Schwarz (als Abendstern) die Venus bezeichnete; ähnlich ist auf den ägyptischen Wandmalereien Blau stets die Farbe des Eisens etc. In solchen Fällen war die Farbe völlig zum Begriffszeichen geworden, ähnlich wie bei der mittelalterlichen Wappenmalerei.

Rot

Rot gilt als die Farbe des Lebens, der Liebe und Leidenschaft, des Feuers und der Sonnenglut. Rot gilt aber auch als Blutfarbe die Farbe des Zornes (von der Rötung des Gesichts bei Zornigen), der Revolution und des Krieges (Jakobinerrot, Militärrot) sowie der Brandstiftung („roten Hahn aufs Dach setzen“).

Weiß

Weiß gilt wohl überall als Farbe der Reinheit und Unschuld, daher die Symbolik der Lilie auf den Bildern von Mariä Empfängnis, die weiße Tracht gewisser Priesterschaften, Mönchs- und Nonnenorden.

Gelbgold

Das reine Goldgelb gilt auch als Symbol der Sonne, des Reichtums und der Freude.

Grün

Grün war schon den Ägyptern die Farbe der Hoffnung, des Sprießens und Gedeihens, der Frühlingsfreude, später aber auch der Unreife („grüner Junge“) und des Giftigen („grüngeäugtes Scheusal“), wohl weil Grün im Gewande der Eidechsen (Drachen) und Schlangen häufig auftritt.

Blau

Blau war seit ältester Zeit die verehrteste Farbe, der Lapislazuli im Altertum der geschätzteste Edelstein, und der Indigo, mit dem man bei Pelusium die (nach Brugsch) danach benannten Arbeiterkleider oder Blusen färbte, hieß Dar-neken, der vor „Schaden bewahrende“ Farbstoff. Den Alten galt Blau, wie Eusebios sagt, als Götterfarbe (in der Kleidung), besonders der Himmelsgöttin Juno, nach dem blauen Himmel. Schon im germanischen Altertum erscheint Blau als Symbol der Treue und Beständigkeit, daher blaue Blumen (Männertreu, Vergissmeinnicht, Gedenke mein, Pensee) als Beständigkeitssymbole.

Schwarz

Schwarz gilt außer der Farbe der Trauer hauptsächlich noch als die der Unterwelt und des Bösen sowie aller nächtlichen Taten und Gelüste (schwarzes Herz, schwarze Gedanken, schwarze Opfertiere für die Unterirdischen). Auch mit Feuerrot oder Gelb gepaart, diente Schwarz zur Symbolisierung des Teufels und seiner Heerscharen.

Quellenhinweise:

  • „Meyers Konversations-Lexikon“ 5. Auflage in 17 Bänden 1893 – 1897
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 24 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1906 – 1908
  • „Meyers Kleines Konversations-Lexikon“, 7. Auflage in 6 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1908
  • „Kleine Deutsche Staatskunde“, E. Stutzer – Dresden und Berlin, 1910

5 Kommentare

  1. Das ist wirklich hochinteressant! Das beide Fahnen doch schon so alt sind wusste ich nicht.
    Vielen Dank für diese Darlegungen!

  2. geschockt auf die Bedeutng der Farbensymbolik Deutschlands: Schwarz gilt außer der Farbe der Trauer hauptsächlich noch als die der Unterwelt und des Bösen sowie aller nächtlichen Taten und Gelüste (schwarzes Herz, schwarze Gedanken, schwarze Opfertiere für die Unterirdischen). Auch mit Feuerrot oder Gelb gepaart, diente Schwarz zur Symbolisierung des Teufels und seiner Heerscharen.

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