Städte im Königreich Ungarn

Budapest, Kiralyi var - Königliche Burg
Budapest, Kiralyi var - Königliche Burg

Städte im Königreich Ungarn

Königreich Ungarn, Lage in der Donaumonarchie
Königreich Ungarn, Lage in der Donaumonarchie

Ungarn (magyar. Magyar-ország, Land der Magyaren), man unterscheidet zwischen

Ungarn umfasst den größten Teil des Kessellandes der mittleren Donau, im Nordosten und Südosten von den Karpaten begrenzt, meist sehr fruchtbar, reich an Getreide, Wein, Wald, Mineralien, Mineralquellen. Haupterwerbszweige: Viehzucht, Acker-, Weinbau, Fischerei, Bergbau. Die Industrie ist wenig entwickelt, der Handel lebhaft. Die Verfassung beruht auf dem Grundgesetz vom 21. Dezember 1867.

Österreich-Ungarn, das mittlere gemeinsame Wappen
Österreich-Ungarn, das mittlere gemeinsame Wappen

Das Nationalitätengesetz vom 29. November 1868 bestimmte, dass alle Bewohner der ungarischen Reichshälfte die einheitliche und unteilbare ungarische Nation bilden und die ungarische Sprache Staatssprache sein sollte. Damit setzte eine rücksichtslose Magyarisierung im ganzen Land ein, die zu vielen Ungerechtigkeiten gegen die Nationalitäten führten. Unter anderem bekamen so alle Ortschaften ausschließlich ungarische Namen.

Ungarn, Galizien und Bukowina, Nationalitäten- und Sprachen-Karte 1900 (Prof. Hickmann's geographisch-statistischer Taschenatlas von Österreich-Ungarn)
Ungarn, Galizien und Bukowina, Nationalitäten- und Sprachen-Karte 1900 (Prof. Hickmann’s geographisch-statistischer Taschenatlas von Österreich-Ungarn)

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) verlor Ungarn zwei Drittel seines Staatsgebiets an die Tschechoslowakei, Rumänien, den südslawischen Staat (Jugoslawien) und Österreich.

Städte im Königreich Ungarn (Auswahl):

Budapest, Waitzner Ring
Budapest, Waitzner Ring

Budapest (spr. -pescht), Haupt- und Residenzstadt von Ungarn sowie Hauptort des Komitats Pest-Pilis-Solt-Kleinkumanien, an beiden Seiten der Donau, aus den 1872 vereinigten Städten Ofen (Buda) und Pest bestehend. Im Jahr 1900 leben hier mit Garnison (15.846) 732.322 Einwohner.

Arad - József föherceg-ütca (Erzherzog Joseph-Straße)
Arad – József föherceg-ütca (Erzherzog Joseph-Straße)

Arad (Altarad, ungar. Ó-Arad, slaw. Stary Hrad) königliche Freistadt und Hauptstadt des Komitats Arad, an der Maros, gegenüber von Neuarad. Im Jahr 1900 leben hier 56.250 meist katholische magyarische Einwohner. 

Bistritz - Besztercze
Bistritz – Besztercze

Bistritz, ungar. Besztercze, rumän. Bistrița, Hauptstadt des Komitats Bistritz-Naszód, an der Bistritza (zum Großen Szamos). Im Jahr 1900 leben hier 12.081 Einwohner.

Debreczen, Püspöki palota Kossuth szobor (Bischofspalast und Kossuth-Denkmal)
Debreczen, Püspöki palota Kossuth szobor (Bischofspalast und Kossuth-Denkmal)

Debreczin (spr. débrezin), ungar. Debreczen, königliche Freistadt im Heiduckenkomitat, an der Theiß. Im Jahr 1900 leben hier 75.006 Einwohner.

Erlau (Eger), Stadtansicht
Erlau (Eger), Stadtansicht

Erlau, ungar. Eger, Stadt im Komitat Heves, am Fluss Erlau, Sitz eines Erzbischofs. Im Jahr 1900 leben hier 24.893 Einwohner.

Fünfkirchen (Pécs), Majláth tér (Majláth Platz)
Fünfkirchen (Pécs), Majláth tér (Majláth Platz)

Fünfkirchen, ungar. Pécs, königliche Freistadt, Hauptstadt des Komitats Baránya. Im Jahr 1900 leben hier 43.982 Eeinwohner.

Großwardein (Nagyvárad), Szent László tér (Heiliger Ladislaus Platz)
Großwardein (Nagyvárad), Szent László tér (Heiliger Ladislaus Platz)

Großwardein, ungar. Nagyvárad, rumän. Oradea, Hauptstadt des Komitats Bihár, an der Schnellen Körös, Sitz eines röm.- und eines griech.-kath. Bischofs und griech.-orient. Konsistoriums. Im Jahr 1900 leben hier 50.177 Einwohner.

Hermannstadt (Nagyszeben - Sibiu), Großer Ring
Hermannstadt (Nagyszeben – Sibiu), Großer Ring

Hermannstadt, ungar. Nagyszeben, rumän. Sibiu (lat. Cibinium), ehemalige Hauptstadt des Großfürstentums Siebenbürgen, am Cibin. Im Jahr 1900 leben hier 29.577 Einwohner.

Karlsburg (Gyulafehérvár), Ansicht
Karlsburg (Gyulafehérvár), Ansicht

Karlsburg, ungar. Gyulafehérvár, auch Belgrad (Alba Iulia) oder Weißenburg, Stadt und Festung im Komitat Unterweißenburg, an der Maros. Im Jahr 1900 leben hier 11.507 Einwohner.

Klausenburg (Kolozsvár - Cluj), Wesselényi Miklós utca
Klausenburg (Kolozsvár – Cluj), Wesselényi Miklós utca

Klausenburg, ungar. Koloszvár, rumän. Cluj, Hauptstadt von Siebenbürgen und des Komitats Klausenburg oder Kolosz, an der Kleinen Szamos. Im Jahr 1900 leben hier 49.295 Einwohner.

Kronstadt (Brassó - Brașov, Franz Josefsplatz mit Rathaus
Kronstadt (Brassó – Brașov, Franz Josefsplatz mit Rathaus

Kronstadt, ungar. Brassó, rumän. Brașov, königliche Freistadt, Hauptstadt des Komitats Kronstadt. Im Jahr 1900 leben hier 36.646 Einwohner.

Munkács, Látkép a Kárpátokkal. Ansicht mit den Karpathen
Munkács, Látkép a Kárpátokkal. Ansicht mit den Karpathen

Munkács (spr. múnnkahtsch) deutsch Munkatsch, ukrainisch Mukatschewe, Hauptstadt des Komitats Bereg, an der Latorcza, Sitz eines griech. Bischofs. Im Jahr 1900 leben hier 14.416 Einwohner.

Neusatz (Ujvidék - Novi Sad), Franz-Josef-Platz
Neusatz (Ujvidék – Novi Sad), Franz-Josef-Platz

Neusatz, ungar. Ujvĭdék, serb. Novi Sad, Freistadt im Komitat Bács-Bodrog, an der Donau, gegenüber von Peterwardein. Im Jahr 1900 leben hier 29.296 Einwohner. Sitz des griech.-orient. Bischofs der Bácska.

Ödenburg (Sopron), Grabenrunde
Ödenburg (Sopron), Grabenrunde

Ödenburg, ungar. Sopron, Hauptstadt des Komitats Ödenburg, unweit des Neusiedler Sees. Im Jahr 1900 leben hier 33.478 Einwohner.

Pressburg - Pozsony
Pressburg – Pozsony

Preßburg, ungar. Pozsony, slowakisch Bratislawa, Hauptstadt des Komitats Preßburg, königliche Freistadt, an der Donau. Im Jahr 1900 leben hier 65.867 Einwohner.

Schässburg - Segesvár
Schässburg – Segesvár

Schäßburg, ungar. Segesvár, rumän. Sighisora, Hauptstadt des Komitats Großkokelburg, an der Großen Kokel. Im Jahr 1900 leben hier 10.868 Einwohner.

Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Nádor utca
Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Nádor utca

Stuhlweißenburg, ungar. Székesfehérvár, königliche Freistadt und Hauptstadt des Komitats Stuhlweißenburg. Im Jahr 1900 leben hier 32.167 Einwohner.

Szatmár-Németi, Deák tér (Marktplatz)
Szatmár-Németi, Deák tér (Marktplatz)

Szatmár-Németi (spr. ßáttmahr), rumän. Satu Mare, königliche Freistadt im Komitat Szatmár, an der Szamos. Im Jahr 1900 leben hier 26.881 Einwohner.

Szegedin (Szeged), Klauzál tér
Szegedin (Szeged), Klauzál tér

Szegedin (spr. ßegg-), jetzt Szeged, königliche Freistadt und Hauptstadt des Komitats Csongrád, an der Mündung der Maros in die Theiß. Im Jahr 1900 leben hier 102.991 Einwohner.

Temesvár, Kossuth Lajos tér (Kossuth-Platz)
Temesvár, Kossuth Lajos tér (Kossuth-Platz)

Temesvár (spr. témmeschwahr), deutsch Temeschburg, rumän. Timișoara, königliche Freistadt und Hauptstadt des Komitats Temes, ehemalige Festung, am Begakanal. Im Jahr 1900 leben hier 53.033 Einwohner.

Fiume, Hafen
Fiume, Hafen

Fiume, deutsch St. Veit am Flaum, kroat. Reka oder Rjeka, jetzt Rijeka, königliche ungarische Frei- und Freihafenstadt, an der Mündung der Fiumara (Reka) in den Golf von Fiume, ist Sitz eines königlichen Gouverneurs. Im Jahr 1900 leben hier 38.955 Einwohner. 17.354 Italiener, 5136 Illyrier, 7497 Kroaten, 2842 Ungarn, 2251 Winden, 1945 Deutsche) Seit dem zwischen Ungarn und Kroatien 1870 geschlossenen staatsrechtlichen Ausgleich bildet es ein dem ungarischen Staat einverleibtes, doch autonomes Territorium.

Quellenhinweise:

  • „Allgemeines Ortschaften-Verzeichnis der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“, Wien 1902
  • „Andrees neuer allgemeiner und österreichisch-ungarischer Handatlas“, 1904
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Österreichs Hort – Geschichts- und Kulturbilder aus den Habsburgischen Erbländern“, 1908
  • „Österreichische Bürgerkunde – Handbuch der Staats und Rechtskunde“ um 1910
  • „Mein Österreich – Mein Heimatland“ 1915

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