Fünfkirchen (Pécs), Indóház utca

Fünfkirchen

Fünfkirchen im Königreich Ungarn, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Fünfkirchen – Pécs 43.982 Einwohner (1901)

Fünfkirchen (Pécs), Majláth tér (Majláth Platz)
Fünfkirchen (Pécs), Majláth tér (Majláth Platz)

Fünfkirchen (Pécs) im Königreich Ungarn

Fünfkirchen (ungar. Pécs, spr. pētsch) ist eine Freistadt mit Munizipium im Königreich Ungarn, Komitat Baranya.

Fünfkirchen ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Budapest-Fünfkirchen und der Bahnen Fünfkirchen-Barcs und Fünfkirchen-Mohács und liegt malerisch am Abhang des Mecsekgebirges.

Fünfkirchen (Pécs), Városháza (Rathaus)
Fünfkirchen (Pécs), Városháza (Rathaus)

Die Stadt Fünfkirchen ist Sitz eines römisch-kath. Bischofs und Domkapitels und hat 5 Klöster und 12 Kirchen, darunter die prachtvolle Basilika (eines der interessantesten romanischen Baudenkmäler aus dem 12. Jahrhundert, 1543–1686 eine Moschee), 1880–92 nach Plänen des Wiener Dombaumeisters F. Schmidt größtenteils neu erbaut. An die Türkenzeit mahnen heute noch die Pfarr- und Spitalkirche und die Johanneskapelle (ehemals Moscheen), letztere mit einem gut erhaltenen Minarett. Von großer archäologischer Bedeutung sind die unlängst aufgefundene unterirdische Grabkapelle und Katakomben der ersten Christengemeinde aus der Römerzeit.

Fünfkirchen (Pécs), Széchenyi tér és Gymnázium (Széchenyi-Platz und Schule)
Fünfkirchen (Pécs), Széchenyi tér és Gymnázium (Széchenyi-Platz und Schule)

Fünfkirchen hat (1901) 43.982 magyarische und deutsche Einwohner (Römisch-Katholische), mehrere Fabriken (darunter die Littkesche Champagnerfabrik, Orgelfabrik und die berühmte Zsolnaysche Majolikafabrik), lebhaften Handel, bedeutenden Wein-, Obst- und Tabakbau, eine Anzahl höherer Lehranstalten (bischöfliches Seminar, theologische Diözesanlehranstalt, Rechtsakademie, Obergymnasium des Cistercienserordens, staatliche Oberrealschule, Landwehrkadettenschule, Lehrerpräparandie, Handelsschule), mehrere Bibliotheken, ein Museum, 4 Spitäler, 3 Waisenhäuser und ein neues Theater. Dem Begründer der Rechtsakademie, Bischof Jgn. Szepesi, wurde 1893 eine Statue (von G. Kiß) errichtet; ebenso dem Fabrikanten Zsolnay (von Strobl).

Fünfkirchen (Pécs), Széchenyi tér (Széchenyi-Platz)
Fünfkirchen (Pécs), Széchenyi tér (Széchenyi-Platz)

Die Stadt ist Sitz des Komitats, einer königlichen Gerichtstafel, einer Finanz-, Post- und Telegraphendirektion und einer Handels- und Gewerbekammer. In der Nähe liegen Marmorbrüche und Steinkohlenbergwerke, deren größtes (mit 3094 Arbeitern und einer Ausbeute von 6.077.351 metrische Zenter Steinkohlen und 388.960 Zentner Briketts) ein Gebiet von 1761 Hektar umfasst und der Donau-Dampfschifffahrtgesellschaft gehört. Die Umgebung der Stadt ist sehr schön und auffallend quellenreich. 11 km nordwestlich liegt die berühmte Abaligeter Höhle.

Fünfkirchen (Pécs), Király utca (Königstraße)
Fünfkirchen (Pécs), Király utca (Königstraße)

Fünfkirchen, eine der ältesten ungarischen Städte, ist reich an römischen und türkischen Altertümern. Zur Römerzeit hieß es Sopianae, während der fränkischen Zeit Quinque Ecclesiae (daher der deutsche Name). Das Bistum wurde 1009 gegründet. 1543 nahmen die Türken Fünfkirchen den Ungarn ab, und erst 1686 wurde es von den Kaiserlichen zurückerobert. Bis 1526 bestand und blühte hier eine 1367 von Ludwig I. gestiftete Universität. 1691 siedelten sich Bayern und Schwaben in Fünfkirchen und Umgebung an. 1780 erhob Maria Theresia Fünfkirchen zur königlichen Freistadt.

Fünfkirchen (Pécs), M. kir. Honvéd Hadapród-Iskola (Köngl. ung. Kadettenschule)
Fünfkirchen (Pécs), M. kir. Honvéd Hadapród-Iskola (Köngl. ung. Kadettenschule)

Quellenhinweise:

  • „Allgemeines Ortschaften-Verzeichnis der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“, Wien 1902
  • „Andrees neuer allgemeiner und österreichisch-ungarischer Handatlas“, 1904
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Österreichs Hort – Geschichts- und Kulturbilder aus den Habsburgischen Erbländern“, 1908
  • „Österreichische Bürgerkunde – Handbuch der Staats und Rechtskunde“ um 1910
  • „Mein Österreich – Mein Heimatland“ 1915

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