Stuhlweißenburg

Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Kossuth-utca
Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Kossuth-utca

Stuhlweißenburg im Königreich Ungarn, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Stuhlweißenburg 32.167 Einwohner (1901)

Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Nádor utca
Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Nádor utca

Stuhlweißenburg (Székesfejérvár) im Königreich Ungarn

Stuhlweißenburg (magyar. Székesfejérvár, spr. ßékeschféjērwār, lat. Alba regia) ist eine Stadt mit geordnetem Magistrat und königliche Freistadt im Königreich Ungarn, Sitz des Komitats Weißenburg.

Ungarn, Galizien und Bukowina, Nationalitäten- und Sprachen-Karte 1900 (Prof. Hickmann's geographisch-statistischer Taschenatlas von Österreich-Ungarn)
Ungarn, Galizien und Bukowina, Nationalitäten- und Sprachen-Karte 1900 (Prof. Hickmann’s geographisch-statistischer Taschenatlas von Österreich-Ungarn)

Stuhlweißenburg ist Knotenpunkt der Bahnlinien nach Budapest, Bicske, Paks, Komorn, Klein-Czell und Pragerhof. Die Stadt Stuhlweißenburg liegt in teilweise sumpfiger Gegend, hat einen Dom, eine bischöfliche Residenz, in deren Hof und Garten außer alten Königsgräbern auch die Fundamente der Basilika Stephans des Heiligen gefunden wurden, 3 Klöster, eine schöne Seminarkirche, 2 Synagogen, ein neues Theater, eine neue Kavallerie- und eine Honvédkaserne, das neue Justizgebäude und ein Denkmal des Dichters Vörösmarty (von Vay).

Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Nádor utca
Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Nádor utca

Im Jahr 1901 leben in Stuhlweißenburg 32.167 meist magyarische (römisch-katholische und israel.) Einwohner. Sie betreiben Fabrikation von Tuch, Kattun, Seife, Farben, Maschinen, Öfen, Konserven, Ziegeln, Weinbau und lebhaften Handel (bedeutend sind die Pferdemärkte). Stuhlweißenburg hat ein katholisches Obergymnasium (dem Cistercienserorden gehörig), ein Priesterseminar, eine Staatsrealschule, eine Handelsakademie, mehrere Spitäler, eine staatliche Besserungsanstalt, ein Militärhengstedepot und ist Sitz eines römisch-kath. Bischofs, eines Domkapitels, eines Gerichtshofs und einer Finanzdirektion.

Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Nádor utca
Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Nádor utca

Zur Römerzeit stand hier die Stadt Herculia. Schon seit Stephan dem Heiligen diente Stuhlweißenburg als Begräbnisstätte und neben Gran als Residenz der ungarischen Könige, bis letztere zur Zeit des Königs Béla IV. nach Ofen (Budapest) verlegt wurde. Auch wurden in Stuhlweißenburg viele Krönungen abgehalten. 1543 fiel Stuhlweißenburg den Türken in die Hände. Infolge der hier am 3. November 1593 und am 6. September 1601 von den Kaiserlichen über die Türken erfochtenen Siege kam die Stadt wieder in den Besitz der ersteren, aber schon 1602 durch Meuterei der Besatzung von neuem in die Gewalt der Türken, die sie erst 1688 aufgaben. Ihre Bedeutung als Krönungsstadt war seit 1526 auf Preßburg übergegangen.

Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Igazságügyi Palota (Justizpalast)
Stuhlweißenburg (Székesfejérvár), Igazságügyi Palota (Justizpalast)
Ungarn vor und nach dem Ersten Weltkrieg
Ungarn vor und nach dem Ersten Weltkrieg

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Allgemeines Ortschaften-Verzeichnis der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“, Wien 1902
  • „Andrees neuer allgemeiner und österreichisch-ungarischer Handatlas“, 1904
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Österreichs Hort – Geschichts- und Kulturbilder aus den Habsburgischen Erbländern“, 1908
  • „Österreichische Bürgerkunde – Handbuch der Staats und Rechtskunde“ um 1910
  • „Mein Österreich – Mein Heimatland“ 1915

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