Hermannstadt (Nagyszeben - Sibiu), Stadtansicht

Städte in Siebenbürgen

Siebenbürgen, lat. Transsilvania, ungar. Erdély, ist ein zum transleithanischen Teil der Österreichisch-Ungarische Monarchie gehöriges, seit 1867 vollständig mit Ungarn verbundenes und 57.250 km² großes Land. Im Jahr 1900 leben hier 2.456.838 Einwohner.

Siebenbürgen ist ein rings von den Siebenbürgischen Karpaten eingeschlossenes und durchzogenes Hochland; das Innere ist die Siebenbürger Heide oder Mezöség. Hauptflüsse sind Aluta (zur Donau), Maros, Szamos (zur Theiß), Bistritza, Bodza (zum Sereth), Jiulu oder Schyl (zur Donau).

Von der Bevölkerung waren (1900)

  • 56,4 % Rumänen,
  • 33 % Magyaren (Ungarn),
  • 9,4 % Deutsche (meist sogenannte Sachsen, 1143 aus den Rheingegenden angesiedelt).

Siebenbürgen umfasst 27 Städte, 227 Märkte (Großgemeinden) und 2118 Dörfer (Kleingemeinden) mit zusammen 523.663 Wohnhäusern und ist seit 1876 in 15 Komitate eingeteilt.

Siebenbürgen trat unter Ladislaus I. (1077-95) in enge Verbindung mit Ungarn ein und soll seinen Namen von der durch eingewanderte Deutsche im 12. Jahrhundert angelegten Sibiuburg, dem späteren Hermannstadt, erhalten haben. Siebenbürgen erhielt 1765 den Titel Großfürstentum, war seit 1849 selbständiges österreichisches Kronland. 1860 wurde in seiner frühern Verfassung wiederhergestellt, aber 1867 ganz in Ungarn einverleibt und seitdem energisch magyarisiert.

Das Nationalitätengesetz vom 29. November 1868 bestimmte, dass alle Bewohner der ungarischen Reichshälfte die einheitliche und unteilbare ungarische Nation bilden und die ungarische Sprache Staatssprache sein sollte. Damit setzte eine rücksichtslose Magyarisierung im ganzen Land ein, die zu vielen Ungerechtigkeiten gegen die Nationalitäten führten. Unter anderem bekamen so alle Ortschaften ungarische Namen.

Nach der Niederlange der Mittelmächte im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) sprachen sich die Rumänen Siebenbürgens am 1. Dezember 1918 in den Karlsburger Beschlüssen für die Vereinigung mit dem Königreich Rumänien aus. Die Volksversammlungen der Siebenbürger Sachsen und der Banater Schwaben entschieden sich im Jahr 1919 ebenfalls für die Vereinigung ihrer Gebiete mit Rumänien. Der Vertrag von Trianon besiegelte 1920 die 1918/19 erfolgten Gebietsabtrennung aus dem Königreich Ungarn.

Siebenbürgen ist heute ein Teil Rumäniens.

Städte in Siebenbürgen (Auswahl):

Bistritz, ungar. Besztercze, rumän. Bistrița, Hauptstadt des Komitats Bistritz-Naszód, an der Bistritza (zum Großen Szamos). Im Jahr 1900 leben hier 12.081 Einwohner.

Hermannstadt, ungar. Nagyszeben, rumän. Sibiu (lat. Cibinium), ehemalige Hauptstadt des Großfürstentums Siebenbürgen, am Cibin. Im Jahr 1900 leben hier 29.577 Einwohner.

Karlsburg, ungar. Gyulafehérvár, auch Belgrad (Alba Iulia) oder Weißenburg, Stadt und Festung im Komitat Unterweißenburg, an der Maros. Im Jahr 1900 leben hier 11.507 Einwohner.

Klausenburg, ungar. Koloszvár, rumän. Cluj, Hauptstadt von Siebenbürgen und des Komitats Klausenburg oder Kolosz, an der Kleinen Szamos. Im Jahr 1900 leben hier 49.295 Einwohner.

Kronstadt, ungar. Brassó, rumän. Brașov, königliche Freistadt, Hauptstadt des Komitats Kronstadt. Im Jahr 1900 leben hier 36.646 Einwohner.

Schäßburg, ungar. Segesvár, rumän. Sighisora, Hauptstadt des Komitats Großkokelburg, an der Großen Kokel. Im Jahr 1900 leben hier 10.868 Einwohner.

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