Österreichische Kaiserkrone

Kaiser von Österreich 1804 – 1918

Seine Majestät Kaiser Franz Joseph I.
Seine Majestät Kaiser Franz Joseph I.

Die Habsburger sind ein altes deutsches Herrschergeschlecht, benannt nach dem Stammschloss Habsburg bei Schinznach an der Aare im Kanton Aargau. Das Geschlecht der Habsburger gab dem alten Deutschen Reich (HRRDN) 13 Kaiser, welche zwischen 1438 und 1740 regierten. Unter diesen kam 1477 Burgund, 1516 Spanien, 1526 Ungarn nebst Mähren, Schlesien und der Lausitz zum Hause Habsburg. 1556 teilte es sich in eine spanische Linie, deren Mannesstamm 1700 mit Karl II., und in eine deutsche Linie, deren Mannesstamm 1740 mit Karl VI. ausstarb. Dessen Tochter Maria Theresia gründete durch ihre Verbindung mit Franz I. aus dem Hause Lothringen das österreichische Kaiserhaus Habsburg-Lothringen.

Franz II. - letzter Kaiser des alten Reiches
Franz II. - letzter Kaiser des alten Reiches
Franz I. - erster Kaiser von Österreich
Franz I. - erster Kaiser von Österreich

Nachdem Napoleon I. im Westen Deutschlands eingefallen war und große Teile davon annektierte, war die bevorstehenden Auflösung des alten Deutschen Reiches abzusehen. Der letzte Kaiser des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation, Franz II. nahm am 11. August 1804 den Titel eines erblichen Kaisers von Österreich an und nannte sich als solcher Franz I. Am 1. August 1806 erklärten 16 deutsche Fürsten förmlich ihre Trennung vom Reich und begründeten durch die vom 12. Juli 1806 datierte, am 17. Juli zu Paris unterzeichnete Rheinbundsakte vor Europa ihr Bündnis als „rheinische Bundesstaaten“ den Rheinbund. Am 6. August 1806 legte Franz die nun bedeutungslose römisch-deutsche Kaiserwürde nieder.

Kaiser Franz I.

Kaiser Franz I.

* 12.02.1768 in Florenz, † 02.03.1835 in Wien, Kaiser von Österreich (1804–1835)

Franz II. als römisch-deutscher Kaiser (1792-1806), Franz I. als Kaiser von Österreich (1804-34). Franz ist der Sohn Kaiser Leopolds II., folgte seinem Vater am 1. März 1792 in den österreichischen Erblanden und am 14. Juli als römisch-deutscher Kaiser. Er führte 1792-97, 1799-1801, 1805 und 1809 unglückliche Kriege gegen Frankreich und erklärte sich am 11. August 1804 als Erbkaiser von Österreich. Am 6. August 1806 legte er infolge der Errichtung des Rheinbundes seine Würde als römisch-deutscher Kaiser nieder und trat 1813 der Koalition gegen Frankreich bei. Durch den Pariser Frieden 1814 erlangte er eine Ländermasse, wie sie keiner seiner Vorfahren besessen hatte.

Kaiser Ferdinand I.

Kaiser Ferdinand I.

* 19.04.1793 in Wien, † 29.06.1875 in Prag, Kaiser von Österreich (1835–1848), führte auch nach 1848 den Titel Kaiser bis zu seinem Tod.

Ferdinand I., Kaiser von Österreich, ist der Sohn Kaiser Franz‘ I. aus dessen zweiter Ehe mit Maria Theresia, Prinzessin beider Sizilien. Ferdinand litt an Epilepsie, Rachitis und hatte einen Hydrocephalus (Wasserkopf). Im Jahr 1830 wurde er zum König von Ungarn gekrönt und folgte am 2. März 1835 seinem Vater als Kaiser. Als Monarch war er weitgehend handlungsunfähig und überließ die Regierung dem Erzherzog Ludwig (einem Bruder Kaiser Franz I. ), Metternich (Staatskanzler) und Kolowrat (Staatsminister). Seine Ehe mit Maria Anna, Prinzessin von Savoyen blieb kinderlos. Am 2. Dezember 1848 legte er die Krone zugunsten seines Neffen Franz Joseph nieder und lebte bis zu seinem Tod in Prag.

Kaiser Franz Josef I.

Kaiser Franz Joseph I.

* 18.08.1830 in Wien, † 21.11.1916 in Wien, Kaiser von Österreich (1848-1916) und König von Ungarn (1867-1916)

Franz Joseph I., Kaiser von Österreich, ist der Sohn des Erzherzogs Franz Karl (gest. 8. März 1878) und der Prinzessin Sophie von Bayern. Er wurde am 2. Dezember 1848, nachdem sein Onkel Kaiser Ferdinand abgedankt und sein Vater auf die Thronfolge verzichtet hatte, zum Kaiser proklamiert. Im Jahr 1859 verlor er im Kriege gegen die Franzosen und Piemontesen die Lombardei und 1866 im Deutschen Krieg seine politische Stellung in Deutschland. Nach dem Ausgleich mit den Ungarn wurde er am 8. Juni 1867 zum König von Ungarn gekrönt. Am 24. April 1854 heiratete er Prinzessin Elisabeth, Tochter des Herzogs Max in Bayern, Sein Sohn, Kronprinz Rudolf, starb am 30. Januar 1889 durch Selbstmord. Außenpolitisch wuchs unter seiner Regierung der Gegensatz zu Russland in der Balkanfrage. Nach der Ermordung seinen Thronfolgers Franz Ferdinands drängte er auf einen Krieg mit Serbien, der zum Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) erwuchs.

Kaiser Karl I.

Kaiser Karl I.

* 17.08.1887 Schloss Persenbeug, Niederösterreich, † 01.04.1922 in Quinta do Monte (Madeira, Portugal), 1916 - 1918 Kaiser Karl I. von Österreich und als König Karl IV. von Ungarn

Karl war ein Großneffe Kaiser Franz Josephs I. und wurde Thronfolger, da Kronprinz Rudolf 1889 Selbstmord begangen hatte und Erzherzog Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo ermordet wurde. Die Krönung zum ungarischen König erfolgte am 30. Dezember 1916 in Budapest. Am 23. März 1917, mitten im Ersten Weltkrieg, wendete er sich unter strenger Geheimhaltung über einen Verwandten an die Ententemächte und ließ seine Friedensbereitschaft erkennen (Sixtusaffäre). Die Franzosen sahen dieses Angebot aber sofort als Zeichen der Schwäche und stellten Österreich unannehmbare Gebietsforderungen. Am 27. September 1918 schlug die österreichisch-ungarische Regierung allen kriegsführenden Mächten vor, Verhandlungen zu einem Verständigungsfrieden aufzunehmen, aber die Alliierten wiesen diesen Vorschlag scharf zurück. Im Oktober und November 1918 vollzog sich der Zusammenbruch der Donaumonarchie. Karl versuchte, da er als König von Ungarn nie formell abgedankt hatte, die Monarchie in Ungarn zu restaurieren. Die Ententemächte schicken ihn daraufhin auf die Atlantikinsel Madeira (zu Portugal) in die Verbannung, wo er am 1. April 1922 in Quinta do Monte im Alter von 34 Jahren an Lungenentzündung starbt.

Kaiser von Österreich - Stammbaum
Kaiser von Österreich - Stammbaum

Österreichisch-Ungarische Monarchie

Die für Österreich und Ungarn übereinstimmend geltenden Grundgesetze sind:

1) die Pragmatische Sanktion Kaiser Karls VI. vom 19. April 1713 (nach Annahme durch die Stände der österreichischen Provinzen zusammengefasst als „Hauptinstrument“ im Reskript vom 6. Dezember 1724, in Ungarn anerkannt durch die Gesetzartikel I, II und III von 1723), betreffend die Thronfolgeordnung, die Unteilbarkeit und Untrennbarkeit der Bestandteile der Monarchie;

2) das Gesetz vom 21. Dezember 1867 (ungarischer Gesetzartikel XII von 1867), betreffend die allen Ländern der Monarchie gemeinsamen Angelegenheiten;

3) das Zoll- und Handelsbündnis der im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder mit den Ländern der ungarischen Krone (Gesetz vom 27. Juni 1878, ungarischer Gesetzartikel XX von 1878).

Durch das Pragmatikalpatent vom 1. August 1804 wurde die Annahme der Kaiserwürde von Österreich und durch das Handschreiben vom 14. November 1868 der Titel „Österreichisch-Ungarische Monarchie“ oder „Österreichisch-Ungarisches Reich“ bekannt gemacht. Staatsoberhaupt der gesamten Monarchie ist der Kaiser von Österreich und König von Ungarn, dessen Prädikat „Kaiserliche und Königliche Apostolische Majestät“ ist. Er ist Oberbefehlshaber des Heeres und der Flotte und entscheidet über Krieg und Frieden. In seinem Namen werden die Gesetze erlassen, die für beide Reichshälften durch die Mitwirkung der Vertretungskörper zustande gekommen sind. In seinem Namen wird im ganzen Reiche Recht gesprochen, wie ihm allein auch das Recht der Begnadigung, Strafmilderung und Amnestierung zusteht. Er leistet beim Antritt der Regierung ein eidliches Gelöbnis auf die Verfassung, was in Österreich in Gegenwart beider Häuser des Reichsrats, in Ungarn bei der Krönung geschieht. Der Thron ist nach dem Rechte der Erstgeburt und der gemischten Linealerbfolge in dem Hause Habsburg-Lothringen erblich. Die männliche Linie geht der weiblichen vor, und letztere folgt erst nach dem völligen Aussterben der ersteren. Die Religion des Kaisers und der kaiserlichen Familie ist die römisch-katholische.

Quellenhinweise:

  • „Meyers Konversations-Lexikon“ in 24 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1906
  • „Meyers kleines Konversations-Lexikon“ in 6 Bänden 1908
  • „Meyers Lexikon“ in 12 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig 1924

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