Völkerschlachtdenkmal

Leipzig, Völkerschlachtdenkmal
Leipzig, Völkerschlachtdenkmal

Das Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig im Königreich Sachsen. Entstehung und Geschichte in zeitgenössischen Ansichtskarten.

Leipzig, Völkerschlachtdenkmal
Leipzig, Völkerschlachtdenkmal

Daten des Völkerschlachtdenkmals:

  • Größtes Denkmal Deutschlands 91 m hoch
    • Sankt Michael-Figur 12 m hoch
    • Hüter der Freiheit 12 m hoch je 4000 Zentner schwer
    • Figuren im Ruhmesmale 9,60 hoch je 8000 Zentner schwer
  • Bauzeit 15 Jahre
  • Baukosten 6 Millionen Mark
  • Grundsteinlegung 18. Oktober 1900
  • Einweihung 18. Oktober 1913
Völkerschlachtdenkmal, Sanct-Michael
Relief am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Die Mittelfigur ist 12 m hoch und stellt den Erzengel Michael, den Schutzgeist der Deutschen, in seinem Kriegswagen auf dem Schlachtfelde dar.

Vorgeschichte zum Völkerschlachtdenkmal

Als 1803 ein neuer Krieg zwischen Frankreich und England ausbrach, wurde Bonaparte am 18. Mai 1804 als Napoleon I. zum erblichen Kaiser der Franzosen ausgerufen. Den Krieg der dritten Koalition gegen Frankreich, an dem England, Österreich und Russland teilnahmen, beendigte nach den Siegen Napoleons bei Ulm (17. Oktober 1805) und Austerlitz (2. Dezember) der Preßburger Frieden (26. Dezember 1805), trotzdem Nelson die französisch-spanische Flotte am 21. Oktober bei Trafalgar geschlagen hatte. Als der aus den Trümmern des alten Deutschen Reichs entstandene Rheinbund den französischen Kaiser zum Protektor wählte, griff Preußen verbündet mit Russland zu den Waffen, wurde jedoch bei Jena und Auerstedt (14. Oktober 1806) und später bei Eylau und Tilsit so vollständig geschlagen, dass Napoleon den Frieden von Tilsit (7. und 9. Juli) diktieren konnte. 

Napoleon bei Jena
Napoleon bei Jena

Das von neuem zu den Waffen greifende Österreich wurde bei Eckmühl und nach der unentschiedenen Schlacht von Aspern bei Wagram (5. und 6. Juli 1809) geschlagen. Im Juli 1812 führte Napoleon ein Heer von 500.000 Mann nach Russland, zog am 14. September in Moskau ein, scheiterte aber und verlor auf dem Rückzug fast sein ganzes Heer. Nun erhob sich auch Preußen gegen Frankreich, zwar siegte Napoleon nochmals bei Lützen, Bautzen und Dresden, allein der entscheidende Sieg der Verbündeten, denen inzwischen auch Österreich beigetreten war, bei Leipzig (16. bis 19. Oktober 1813) drängte ihn über den Rhein zurück.

Völkerschlachtdenkmal, Napoleon bei der Tabaksmühle
Das Völkerschlachtdenkmal hier in der ursprünglichen Version von Prof. Bruno Schmitz, Napoleon bei der Tabaksmühle

Die Völkerschlacht bei Leipzig

Völkerschlacht bei Leipzig. Nach authentischen Armee-Nachrichten vom 19. Oktober 1813. Bearb. u. herausgegeben von R.P. Roder, Leipzig
Völkerschlacht bei Leipzig. Nach authentischen Armee-Nachrichten vom 19. Oktober 1813. Bearb. u. herausgegeben von R.P. Roder, Leipzig

Vom 14. bis 20. Oktober 1813 fand bei Leipzig zwischen den Franzosen und den Verbündeten eine Reihe von Gefechten und Schlachten statt, in denen insgesamt 500.000 Mann kämpften. Die Kämpfe vom 16. bis 18. Oktober werden die Völkerschlacht von bzw. bei Leipzig genannt. Hierdurch war die französische Macht gebrochen. Die dreitägige Schlacht hatte auf beiden Seiten gewaltige Opfer gekostet: die Preußen zählten 16.000 Mann, darunter 620 Offiziere, an Toten und Verwundeten, die Russen 21.000 Mann und 860 Offiziere, die Österreicher 14.000 Mann und 420 Offiziere. Die Franzosen verloren 38.000 Mann an Toten und Verwundeten, 15.000 Gefangene, 300 Geschütze und ließen 23.000 Mann in den Lazaretten zurück. Napoleons Macht war gebrochen und Deutschland mit einem Schlag bis zum Rhein hin befreit. 

Leipzig, Napoleonstein und Völkerschlachtdenkmal
Leipzig, Napoleonstein und Völkerschlachtdenkmal, Erinnerungsmäler vom Ende der Macht des Weltbezwingers

Zahlreiche Gedenksteine bezeichnen die wichtigsten Punkte der Schlacht, so die gusseiserne Spitzsäule (seit 1847) auf dem „Monarchenhügel“, das Denkmal des Fürsten Schwarzenberg (ein Würfel aus Stein unweit Meusdorf), der Napoleonsstein unweit Thonbergs, dazu mehrere in der Stadt selbst errichtete Denkmäler. Schon bei der ersten Wiederkehr der Völkerschlachttage, also im Jahre 1814, sagte Ernst Moritz Arndt, der Schöpfer des „Was ist des Deutschen Vaterland“ zur Erbauung eines Denkmals: „Ein kleines, unscheinbares Denkmal, das sich gegen die Natur umher in nichts gleichen kann, tut es nicht. – Es muss draußen stehen, wo soviel Blut floss, es muss so stehen, das es ringsum von allen Straßen gesehen werden kann, auf welchen die verbündeten Heere zur blutigen Schlacht der Entscheidung heranzogen. Soll das Denkmal gesehen werden, so muss es groß und herrlich sein, wie ein Koloss, eine Pyramide, ein Dom in Köln.

Leipzig, Einzug der Monarchen am 19. Oktober 1813 (Kaiser Franz I. von Österreich, Zar Alexander I. von Rußland und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen)
Leipzig, Einzug der Monarchen am 19. Oktober 1813 (Kaiser Franz I. von Österreich, Zar Alexander I. von Rußland und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen)

Die Geschichte des Völkerschlachtdenkmals

Nach allerlei Fehlversuchen nahm sich der am 27. April 1894 gegründete „Deutsche Patriotenbund zur Errichtung eines Völkerschlacht-National-Denkmals bei Leipzig“ rund 20 Jahre vor der 100 Jahrfeier des historisch so bedeutsamen Ereignisses der Sache voller Eifer an und und führte unter seinem Gründer, dem Leipziger Architekten Clemens Thieme, das Werk trotz vieler Schwierigkeiten zu einem guten Ende. 

Clemens Thieme

Clemens Thieme
* 13.05.1861 in Borna,
† 11.11.1945 in Leipzig;
deutscher Architekt, gilt als geistiger Vater des Völkerschlachtdenkmals.

Im Herbst 1895 schrieb der Deutsche Patrioten-Bund einen allgemeinen Ideenwettbewerb aus, aber trotz einer Fülle an Vorschlägen entsprach keine Arbeit völlig den Vorstellungen Clemens Thiemes. So wurde schließlich der bedeutendste Denkmalschöpfer des Kaiserreiches, Prof Dr.-Ing. Bruno Schmitz, er schuf u.a. auch das Kyffhäuserdenkmal, mit der Erarbeitung eines neuen Entwurfes beauftragt.

Bruno Schmitz

Bruno Schmitz
* 21.11.1858 in Düsseldorf,
† 27.04.1916 in Berlin;
Architekt großer Denkmalsanlagen: Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Kyffhäuser, an der Porta Westphalica, am deutschen Eck bei Koblenz, Entwurf zum Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig.

Auf den Tag genau 15 Jahre dauerte der Bau des Denkmals. Der erste Spatenstich wurde am 18. Oktober 1898, der Schlußstein am 13. Mai 1912 gesetzt, und am 18. Oktober 1913, zur Hundertjahrfeier der Völkerschlacht, konnte das Denkmal eingeweiht werden. Die Oberleitung und Überwachung der Bauarbeiten hatte Clemens Thieme übernommen, unterstützt vom Leipziger Baumeister Otto Rudolph, der vom Deutschen Patrioten-Bund zum Bauführer und zum Ausarbeiten der Einzelpläne berufen worden war. Nur durch Spenden und Lotterien wurde die gewaltige Summe von 6 Millionen (Gold-)Mark (~ 75 Millionen Euro) zusammengebracht, die der Bau kostete. 

Das Völkerschlachtdenkmal in der ursprünglichen Version von Prof. Bruno Schmitz
Das Völkerschlachtdenkmal in der abgewandelten Version von Prof. Bruno Schmitz

Die Stadt Leipzig stellte nicht nur das Baugelände von 42.000 m² im Wert von einer halben Millionen Mark zur Verfügung, sie bewilligte auch alljährlich seit 1899 einen Baukostenzuschuss von 10.000 Mark. Ebenfalls von der Stadt gestiftet wurde die gesamte gärtnerische Anlage im Vorgelände des Denkmals, wodurch der Platz auf 80.000 m² erweitert wurde und damit sein Wert auf eineinhalb Millionen Mark erhöht wurde. Kaiser Wilhelm II. stiftete einen Betrag von 10.000 Mark, König Albert von Sachsen und Prinzregent Luitpold von Bayern und andere deutsche Fürsten haben durch bedeutende Spenden das Unternehmen gefördert.

Völkerschlachtdenkmal im Bau
Völkerschlachtdenkmal im Bau

Auf der Straße des 18. Oktober zwischen dem heutigen Denkmalsvorplatz und der Eisenbahnstrecke vor dem alten Messegelände war eine Kampfbahn vorgesehen; die Ausführung des von Bruno Schmitz 1912 entworfenen Plans nach den Vorstellungen des Patrioten-Bundes, der sich seit 1896 mit solch einem Gedanken beschäftigte, verhinderte der Erste Weltkrieg (1914-1918).

Zur Erinnerung an die Entstehung und Fertigstellung des Völkerschlachtdenkmals.
Zur Erinnerung an die Entstehung und Fertigstellung des Völkerschlachtdenkmals.

Der 18. Oktober 1900 wurde zum Tag der zweiten Grundsteinlegung: In die bereits 13 Tage vorher begonnene erste Bauschicht des Denkmals von zwei Meter Mächtigkeit und einer Grundfläche von rund 80 x 67,5 m wurde der Grundstein eingebettet, der 1863 aus Anlass der 50-Jahr-Feier der Völkerschlacht auf dem Gelände der Kämpfe von 1813 gesetzt worden war. Die Arbeit an den Fundamenten dauerte bis zum Jahre 1905. 65 Pfeiler, davon 4 Haupt- und 61 Zwischen- oder Nebenpfeiler, tragen das Denkmal, das ein Gesamtgewicht von 300.000 t oder 6 Millionen Zentnern hat. Die vier Hauptpfeiler verjüngen sich von der Grundplatte aus von 19 auf 11 m Breite und tragen in 26 m Höhe eine Eisenbetondecke, auf der der kreisrunde Fußboden der Krypta von 11,6 Durchmesser ruht.

Völkerschlachtdenkmal im Halbschnitt
Völkerschlachtdenkmal im Halbschnitt

Das eigentliche Denkmal ist in Granitporphyr ausgeführt, der in Beucha bei Leipzig gebrochen wurde. Das sehr feste Gestein eignete sich für einen solchen Bau besonders gut, da es einen geringen Verwitterungsgrad aufweist. Etwa 26.500 Granitwerkstücke von insgesamt 12.5000 m³ und 120.000 m³ Stampfbeton wurden zum Bau des Denkmals verwendet. Dabei mussten die gewaltigen Steinquader, die bis zu 200 Zentner bzw 10 t wogen, von elektrische betriebenen Aufzügen gehoben werden. Das Holzgerüst, mit dem das Denkmal nach und nach umkleidet wurde, fand im Herbst 1911 in einer Höhe von 94 Meter über dem Straßenniveau in einem Zwölfeck seinen Abschluss (Berechnungen ergaben eine Balkenlinie von rund 320 km Länge).

Prachtstraße zum Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig
Prachtstraße zum Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig

Am 18. Oktober 1913 weiht Clemens Thieme das Denkmal mit den Worten ein: „Dem Werden des Deutschen Reiches ging ein Werden des Deutschen Volkes voraus, und hier ist die Geburtsstätte, heute der Geburtstag!“ An der Einweihung des Denkmals nahmen Kaiser Wilhelm II., der sächsische König Friedrich August, aber auch alle Fürsten der deutschen Bundesstaaten und die Vertreter der Herrscher von Österreich, Russland und Schweden teil. Die Tribünenplätze unmittelbar vor dem Denkmal kosteten 100 Mark (~ 1250 Euro). Außer dem sächsischen König sprach nur Clemens Thieme. 

Völkerschlachtdenkmal, S. M. Kaiser Wilhem und S. M. König Friedrich August in Begleitung des Geheimrats Thieme am Denkmal.
Völkerschlachtdenkmal, S. M. Kaiser Wilhem und S. M. König Friedrich August in Begleitung des Geheimrats Thieme am Denkmal.

Seine Rede wurde von der sozialdemokratischen „Leipziger Volkszeitung“ am 20. Oktober 1913 wie folgt bewertet: „Es muss schon beinahe als eine Tat angesprochen werden, dass Herr Thieme es vermieden hat, seine Rede in eine Fürstenverhimmelung ausklingen zu lassen. Sie hätten ja auch in einem schreienden Missverhältnis zu dem jämmerlichen Verhalten der deutschen Fürsten vor hundert Jahren gestanden. Und bemerkenswert ist, dass Herr Thieme sogar eine Anrede an die versammelten Landesväter vermieden hat. Sollte vielleicht darauf die Tatsache zurückzuführen sein, dass der Kaiser und die übrigen Fürsten viel früher den Festplatz verlassen haben…„.

Völkerschlachtdenkmal 1913, Deutsches Reich 3 Mark
Völkerschlachtdenkmal 1913, Deutsches Reich 3 Mark

Als nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 der Anteil des liberalen Clemens Thiemes am Bau des Völkerschlachtdenkmals geschmälert werden sollte, erklärte er in seinem Schreiben vom 27. April 1934 an den Bund Deutscher Architekten: „Schmitz brachte auch 1897 einen Entwurf, der zur öffentlichen Ausstellung gelangte. Dieser Entwurf war jedoch nicht geistiges Eigentum von Schmitz, er war eine direkte Abbildung des Entwurfs eines Schülers der Kunstakademie in Paries…Um Schmitz nicht in ganz Deutschland und Frankreich als Fälscher bloßzustellen, habe ich und andere Architekten dazu geschwiegen. Trotz alledem wurde Prof. Schmitz vom Deutschen Patriotenbund zur Errichtung eines Völkerschlachtdenkmals durch mich als Begründer und Vorsitzenden dieses Bundes beauftragt, nach meinen Ideen die Zeichnungen für ein Völkerschlachtdenkmal anzufertigen. Ihm sollten drei Gedanken zugrundegelegt werden. Es sollte sein 1. ein Ehrenmal für die gefallenen Helden von 1813, 2. ein Ruhmesmal für das deutsche Volk und 3. ein Mahn- und Wahrzeichen für kommende Geschlechter…Auch die neuen Zeichnungen entsprachen nicht vollständig meinen Anforderungen und denen des Patriotenbundes. Weder das Ehrenmal für die gefallenen Helden noch das Mahn- und Wahrzeichen für kommende Geschlechter fanden die genügende Betonung. Es wurde auf mein Geheiß die Krypta eingebaut, um so das Ehrenmal für die gefallenen Helden zu schaffen. Sie gab auch dem Innenausbau eine wesentlich bessere Gestaltung…musste der von Schmitz geplante obere Aufbau eine wesentlich andere Form durch die Ausschau haltenden Ritter bekommen…“ Am Ende stellte Thieme fest: „Schmitz musste sich meinem künstlerischen Gestaltungswillen unterordnen, so dass er schließlich zugab, nur noch Zeichner zu sein.“ Der von der Öffentlichkeit kaum bemerkte Streit um die Urheberschaft des Denkmals zog sich bis zum Tode von Clemens Thieme 1945 hin. Heute gelten Bruno Schmitz als der Architekt und Clemens Thieme als der eigentliche Schöpfer des Denkmals.

Völkerschlachtdenkmal, Zur Jahrhundertfeier der Freiheitskriege 1813 - 1913
Völkerschlachtdenkmal, Zur Jahrhundertfeier der Freiheitskriege 1813 – 1913, „Nur sachte Francois – mich kannste gar nicht reizen. Du weisst – vor 100 Jahren – da schlug es auch mal 13“

Russische Gedächtniskirche

Aus der Vielzahl von Erinnerungsstätten und Denkmälern an den Unabhängigkeitskrieg 1813 ragt neben dem monumentalen Völkerschlachtdenkmal die Russische St.-Alexi-Gedächtniskirche hervor. Drei Jahre vor dem 100. Jahrestag der entscheidenden Schlacht bei Leipzig wurde die Idee geboren, den gefallen russischen Soldaten und Offizieren ein würdiges Denkmal zu errichten. Nach dem Entwurf des Petersburger Akademieprofessors Wladimir Pokrowski wurde die Kirche im Nowgoroder Stil des 16. Jahrhunderts errichtet. Von der Grundsteinlegung am 28. Dezember 1912 bis zur Einweihung am Vorabend der Jubiläumsfeier, dem 17. Oktober 1913, verging nur ein Dreivierteljahr. Große steinerne Gedenktafeln zu beiden Seiten des unteren Hauptportals verkünden in kyrillischer und deutscher Schrift:“ Dem Gedenken der 22.000 russischen Krieger, gefallen für die Befreiung Deutschlands 1813 bei Leipzig. An der Völkerschlacht zu Leipzig vom 16. bis 19. Oktober nahmen teil: Russen 127.000, Österreicher 89.000, Preußen 72.000, Schweden 18.000. In der Schlacht fielen: 22.000 Russen, 16.000 Preußen, 12.000 Österreicher, 300 Schweden.

Ehrenmäler der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht 1913
Ehrenmäler der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht 1913, Russische Gedächtniskirche und Völkerschlachtdenkmal

Ist das Völkerschlachtdenkmal ein Freimaurertempel?

Der ursprüngliche Grundriss des Völkerschlachtdenkmals erinnert an die Göttin Isis.
Der ursprüngliche Grundriss des Völkerschlachtdenkmals erinnert an die Göttin Isis.

Das Völkerschlachtdenkmal unterscheidet sich deutlich von allen anderen monumentalen Nationaldenkmälern die im Deutschen Reich 1871 – 1918 (Kaiserreich) errichtet wurden. Schon Ernst Moritz Arndt hatte 1814 gefordert eine „Pyramide“ bzw. „Dom“ zu bauen und ein pyramidenförmiger Dom ist es auch geworden. Von Clemens Thieme ist bekannt, dass er Freimaurer in der Leipziger Loge „Apollo“ im Meistergrad war. Das Völkerschlachtdenkmal enthält eine Vielzahl freimaurerischer Symbolik und Botschaften auf die hier aus Platzgründen nicht weiter eingegangen werden kann. Aber warum wurde die Höhe das Denkmals auf 91 Meter festgelegt und nicht genau auf 100 Meter? Auffallend ist, dass es viele Kirchtürme und Gebäude, die genau 91 Meter hoch sind, gibt: die Frauenkirche in Dresden, die Peterskirche (die älteste Pfarrkirche) Münchens, die Sankt Nikolai Kirche in Flensburg, die Universitätskirche in Würzburg, die Elisabethkirche in Breslau, die Kathedrale von Szeged, Schlüters Münzturm in Berlin der ebenfalls 91 m werden sollte, aber auch moderne Gebäude wie das Flatiron Building in New York, der RWE Tower in Dortmund und die Stele Denkmal Kazak Eli mit dem Vogel Samruk in Astana, Kasachstan haben die Höhe von 91 Metern. Nun muss man wissen, dass 91 Meter einem älteren runden Maß entsprechen, es sind nämlich ungefähr 300 Fuß und schon die Babylonier türmten um 1700 vor Christi ihrem Gott Marduk einen 91 Meter hohen „Himmelshügel“ bzw. „Weltenberg“ auf und legten damit den Ursprung der berühmten Geschichte vom Turmbau zu Babel.

100 Jahre Völkerschlachtdenkmal, Briefmarke Deutschland 2013
100 Jahre Völkerschlachtdenkmal, Briefmarke Deutschland 2013

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Harms Vaterländische Erdkunde“ 1906
  • „Meyers Konversations-Lexikon“ Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Leipziger Volkszeitung“ vom 20. Oktober 1913

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Ein Kommentar

  1. Sehr interessant! Ich wohne in Leipzig und sehe das Denkmal jeden Tag, aber ich habe noch nie darüber nachgedacht warum es 91 Meter hoch ist.

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