Fürstentum Lippe

Haupt- und Residenzstadt Detmold

Detmold, Residenzschloss
Detmold, Residenzschloss

Fürstentum Lippe 1720 – 1918

Lippe (nicht Lippe-Detmold) ist ein deutsches Fürstentum, zwischen der Weser und dem Teutoburger Wald gelegen, im Nordwesten, Westen und Süden von dem preußischen Regierungsbezirk Minden, im Nordosten von dem zu Hessen-Nassau gehörigen Kreis Rinteln (früher kurhessische Grafschaft Schaumburg), im Osten von der Provinz Hannover (Fürstentum Kalenberg) und dem Fürstentum Waldeck (Pyrmont) begrenzt, bildet ein wohl abgerundetes Gebiet, abgesehen von drei kleinen Enklaven: Kappel und Lipperode im preußischen Kreis Lippstadt, Grevenhagen im Kreis Höxter. Das Fürstentum ist größtenteils reichbewaldetes Berg- und Hügelland. Die ganze Südwestgrenze wird vom Teutoburger Wald eingefasst (höchster Punkt die Völmerstod, 468 m; außerdem die Grotenburg bei Detmold, 385 m hoch, mit dem Hermannsdenkmal); im Südosten erreicht der Köterberg 502 m Höhe. Die Erhebungen des Teutoburger Waldes gehören der Kreideformation und dem Muschelkalk an, im Westen nimmt der Lias eine größere Fläche ein, im übrigen Lande herrscht die Keuperformation vor, die hier und da vom Muschelkalk durchbrochen und an einzelnen Stellen vom Tertiär überlagert wird. Metalle, außer Schwefelkies und Raseneisenstein, sind nicht vorhanden; an einzelnen Stellen findet sich Braunkohle und bituminöser Schiefer. Mineralbäder gibt es in Meinberg und Salzuflen, an letzterem Orte auch eine Saline. Von Flüssen berührt die Lippe nur die Enklave Lipperode, die Weser nur die nördliche Spitze des Landes. In letztere fließen die Werre, Exter, Kalle, die im Lande entspringen; die Emmer durchströmt den südöstlichen Teil desselben. Das Klima ist gesund und verhältnismäßig mild (im Mittel 9,8°).

Wappen:

Zweimal gespalten und zweimal quergeteilt mit Herzschild. Herzschild: In Silber eine rote Rose (Lippe), 1 u. 9) In Silber fünf (2, 1, 2) schwarze Mühleisen (Vianen). 2 u. 8) In Rot ein goldener achtstrahliger Stern, auf dem eine Schwalbe sitzt (Swalenberg). 3 u. 7) Von blausilbernen Eisenhütlein und Rot sechsmal quergestreift (Ameyden). 4 u. 6) In Gold ein roter achtspitziger Stern (Sternberg). 5) Bildet den Herzschild.

 

Bundesrat:

1 Stimme

Reichstag:

1 Wahlkreis und 1 Abgeordneter

Landesparlament:

Am 3. Juni 1876 ist ein neues Wahlgesetz zustande gekommen, wonach die nach Steuerstufen in drei Klassen gegliederten Wähler in direkter, geheimer Wahl 21 Abgeordnete wählen; die Legislaturbehörde beträgt vier Jahre.

Haupt- und Residenzstadt:

Detmold – 11.968 Einwohner (1905)

Größe:

1.215,2 km² (22,1 Quadratmeilen)

Exklaven: Cappel und Lipperode mit 728 Einwohnern bei Lippstadt in Westfalen, Grevenhagen im Kreis Höxter.

Einwohner:

  • 1881: 112.452
  • 1900: 138.952
  • 1905: 145.610
  • 1910: 150.937
  • 1919: 154.318

Gerichtsorganisation:

Das Fürstentum Lippe bildet einen eigenen Landgerichtsbezirk mit dem Landgericht in Detmold. Als Oberlandesgericht fungiert kraft Staatsvertrag vom 4. Januar 1879 das preußische Oberlandesgericht in Celle. Es bestehen neun Amtsgerichte (Alverdissen, Blomberg, Detmold, Hohenhausen, Horn, Lage, Lemgo, Oerlinghausen, Salzuflen). Die Exklave Lipperode-Cappel gehört zum preußischen Amtsgericht Lippstadt.

Klima:

Das Klima ist gesund und verhältnismäßig mild, im Mittel 9,8 Grad Celsius.
Bewohner: Die Bewohner gehören zum niedersächsisch-westfälischen Stamm (Sachsen). Die Landbevölkerung spricht die plattdeutsche Sprache.

Bevölkerungsdichte:

  • 1905: 119,8/km²
  • 1910: 124,2/km²

Bildung:

Die Volksbildung im Fürstentum Lippe ist im Jahr 1900 hoch entwickelt. Es bestehen 2 staatliche Gymnasien in Detmold und Lemgo, von denen ersteres mit einer lateinlosen Realschule verbunden ist, eine städtische Realschule in Salzuflen, eine städtische Knabenmittelschule in Lage, 7 sogenannte Rektorschulen, 126 Elementarschulen mit über 250 Lehrern, 11 katholische und 10 israelitische (Relegions-)Schulen. Außerdem bestehen im Land ein Landesseminar, 2 höhere Töchterschulen, eine Taubstummenschule und verschiedene obligatorische Gewerbe-, Fortbildungsschulen, eine landwirtschaftliche Winterschule in Lage, eine Tischlerschule und eine Baugewerbeschule in Detmold.

Religion:

Die Geistlichkeit gliedert sich in drei Klassen und untersteht einem Generalsuperintendenten und drei Superintendenten. Es gibt 46 reformierte und 5 lutherische Pfarrstellen, 10 katholische und 13 jüdische Gemeinden. Die Synodalverfassung der Landeskirche beruht auf Gesetzen vom 12. September 1877 und 19. Oktober 1882, auch die Lutheraner sind der Synode beigetreten. Die kirchlichen Verhältnisse der Katholiken sind seit 1854 durch eine besondere Verordnung geregelt und die Diözesanrechte dem Bistum Paderborn übertragen.
1910:

  • 143.961 Evangelisch
  •    5.936 Römisch-katholisch
  •       193 andere Christen
  •       780 Juden

Militär:

Das Fürstentum Lippe besitzt kein eigenes Militär. Die lippeschen Wehrpflichtigen werden nach einem mit dem Königreich Preußen abgeschlossenen Vertrag von 1867 in das preußische Heer eingestellt, vorzugsweise in das 6. westfälische Infanterieregiment Nr. 55, von dem der Regimentsstab und das 3. Bataillon in Detmold in Garnison stehen.

Wirtschaft:

1881: Auf je 1000 Einwohner kommen 127,9 Gewerbetreibende. Textilindustrie: Meerschaumindustrie in Lemgo. Saline Salzuflen produzierte 1878: 24.800 Zentner Kochsalz. Viehbestand 1873: 7.961 Pferde 33.485 Rinder, 56.478 Schafe, 30.593 Schweine, 25.914 (!) Ziegen.Der wichtigste Wirtschaftszweig im Land ist die Landwirtschaft. Angebaut werden vornehmlich Roggen, Hafer, Weizen und Kartoffeln. Nahe dem Jagdschloss Lopshorn ist das bekannte Sennergestüt. Landestypisch ist die Ziegelindustrie. Alljährlich im Frühling ziehen etwa 15 000 Ziegler in die deutschen und außerdeutschen Lande bis nach Schweden, Ungarn und Südrussland und kehren mit ihrem Verdienst im Herbst zurück. Industriebetriebe existieren im Fürstentum nur in geringem Umfang. Bei Salzuflen steht die Stärkefabrik von Hoffmann u. Komp., sie ist die Größte auf dem Kontinent. Außerdem gibt es eine Papierfabrik in Dalbke, mehrere Papiermühlen, verschiedene Tabak- und Zigarettenfabriken, Bierbrauereien, Webereien, Öl- und Sägemühlen, Ziegeleien, eine Zuckerfabrik. Lemgo ist bekannt durch seine Meeresschaum-Pfeifenköpfe. Die zur fürstlichen Domäne gehörige Saline in Salzuflen produziert jährlich etwa 10.000 Doppelzentner Salz.

Postwesen und Briefmarken:

Gemäß der Aufstellung der Generalverordnung vom 30. Dezember 1861 besorgte die Thurn und Taxissche Post auf Grund von Beschlüssen des Wiener Kongresses (1815) den Postdienst bis zum 30. Juni 1867 im Fürstentum Lippe. Ab 01. Juli 1867 übernahm die preußische Post den Postdienst. Das gesamte preußische Postwesen ging am 01. Januar 1868 auf den Norddeutschen Bund (Norddeutscher Postbezirk) über. Die Reichsverfassung vom 16. April 1871 bestimmte u.a. dass die unmittelbare Posthoheit, mit Ausnahme des inneren Verkehrs im Königreich Bayern und im Königreich Württemberg, dem Deutschen Reich zusteht.

Währungen und Münzen:

  • bis 1875: 1 Taler = 30 Silbergroschen = 360 Pfennige
  • ab 1875: 1 Mark = 100 Pfennig

Regenten:

regierendes Fürstenhaus: Lippe, Ahnherr Bernhard von der Lippe (um 1130), Stammvater der regierenden Linie Biesterfeld: Friedrich Karl August (geb. 1706)
Außer der regierenden Linie gibt es die gräflichen Nebenlinien Lippe-Biesterfeld und Lippe-Weißenfeld und die erbherrliche, in ihrem eignen Fürstentum souveräne Schaumburg-Lippesche Linie
Nach dem Tod des kinderlosen Grafen Günther Friedrich Woldemar 1895 kam es erst nach zweijähriger Auseinandersetzung zwischen dem Fürstenhaus zu Schaumburg-Lippe und der gräflichen Linie zu Lippe-Biesterfeld zu einer Einigung. Ernst zu Lippe-Biesterfeld wurde gemäß des Reichsgerichtsentscheids von 1897 als Graf-Regent für den geisteskranken Graf Alexander eingesetzt. Kaiser Wilhelm II. unterstütze seinen Schwager, den Fürsten zu Schaumburg-Lippe, um so auch eine Vereinigung der Häuser Lippe-Biesterfeld und Schaumburg-Lippe zu erreichen. Historische Brisanz liegt in dem Entscheid des Landtages, der nicht die kaiserliche Lösung wählte, sondern den Grafen zu Lippe-Biesterfeld als Regenten einsetzte und somit die hohen Einkünfte aus den zahlreichen Domänen nicht dem Fürstentum zufließen konnten.

Staatsminister:

Die höchste Landesbehörde ist das Staatsministerium, dem die höheren Verwaltungs- und Justizbehörden untergeordnet sind. Die höhere Landesverwaltungsbehörde ist das Regierungskollegium.

Administrative Gliederung:

Das Fürstentum Lippe gliedert sich 1900 in 8 Städte und 5 Verwaltungsämter, welche wiederum in 13 Ämter aufgeteilt sind:
Städte: Detmold, Barntrup, Blomberg, Horn, Lage, Lemgo, Salzuflen und Amt Schwalenberg (Die Städte haben eine eigene Verwaltung und Polizei.)

Verwaltungsamt Blomberg

  • Amt Blomberg mit den Gemeinden: Altendonop, Altendonop (Rittergut), Blomberg (Burg- und Meiereibezirk), Burg Maspe (Rittergut), Cappel, Dalborn, Donop, Eschenbruch, Großenmarpe, Istrup, Kleinenmarpe, Lüdershof (Rittergut), Maspe, Mossenberg-Wöhren, Ober-Maspe (Rittergut), Siekholz (Meierei)
  • Amt Schieder mit den Gemeinden: Belle, Billerbeck, Borkhausen (Rittergut), Freismissen (Rittergut), Gröpperhof (Rittergut), Herrentrup, Höntrup, Reelkirchen, Reelkirchen (Rittergut), Schieder, Schieder (Schloß- und Meiereibezirk), Siebenhöfen, Tintrup, Wellentrup, Wöbbel, Wöbbel (Rittergut
  • )Amt Schwalenberg mit den Gemeinden: Biesterfeld (Meierei), Brakelsiek, Elbrinxen, Falkenhagen (Meierei), Hummersen, Köterberg, Lothe, Niese, Rischenau, Ruensiek, Sabbenhausen, Schwalenberg (Burg- und Meiereibezirk), Wörderfeld

Verwaltungsamt Brake

  • Amt Brake mit den Gemeinden: Brake, Brake (Schloß- und Meiereibezirk), Entrup, Hasebeck, Hillentrup, Kluckhof, Leese, Lieme, Loßbruch, Lüerdissen, Lütte, Sommersell, Wendlinghausen, Wendlinghausen (Rittergut), Wiembeck
  • Amt Hohenhausen mit den Gemeinden: Asendorf, Bavenhausen, Bentorf, Breda (Meierei), Brosen, Brüntorf, Henstorf, Hohenhausen, Lüdenhausen, Matorf, Niederntalle (Rittergut), Osterhagen, Talle, Welstorf, Westorf
  • Amt Sternberg-Barntrup mit den Gemeinden: Alverdissen, Asmissen, Barntrup (Rittergut), Barntrup (Meierei), Bega, Bösingfeld, Bremke, Dorotheental (Meierei), Göstrup, Göttentrup (Meierei), Humfeld, Laßbruch, Mönchshof (Rittergut), Nalhof, Oelentrup (Meierei), Rott, Schönhagen, Schwelentrup, Sonneborn, Sternberg (Schloßbezirk), Ullenhausen (Rittergut), Vallentrup (Erbpachtgut), Wierborn (Rittergut),
  • Amt Varenholz mit den Gemeinden: Almena, Erder, Heidelbeck, Heidelbeck (Meierei),Hellinghausen (Erbpachtgut), Kalldorf, Langenholzhausen, Silixen, Stemmen, Varenholz, Varenholz (Meierei)

Verwaltungsamt Detmold

  • Amt Detmold mit den Gemeinden: Barkhausen, Berlebeck, Braunenbruch (Rittergut), Brokhausen, Fromhausen, Hakedahl, Haustenbeck, Heidenoldendorf, Heiligenkirchen, Herberhausen (Rittergut), Hiddesen, Hornoldendorf, Hornoldendorf (Rittergut), Johannetenthal (Meierei), Leistrup-Meiersfeld, Lopshorn (Schloß- und Meiereibezirk), Mosebeck, Niederschönhagen, Oberschönhagen, Remmighausen, Schmedissen, Schönemark, Spork, Vahlhausen
  • Amt Horn mit den Gemeinden: Brüntrup, Grevenhagen, Heesten, Holzhausen, Kohlstädt, Küterbrok (Rittergut), Leopoldsthal, Meinberg, Schlangen, Vahlhausen-Bellenberg, Veldrom, Wehren
  • Amt Lage mit den Gemeinden: Augustdorf, Bentrup, Billinghausen, Büllinghausen (Meierei), Dehlentrup, Ehrentrup, Hagen, Hardissen, Hedderhagen, Heiden, Heßloh, Hörste, Hörstmar, Iggenhausen (Rittergut), Jerxen-Orbke, Müssen, Nienhagen, Niewald, Oettern-Bremke, Ohrsen, Pivitsheide (Vogtei Heiden), Pivitsheide (Vogtei Lage), Pottenhausen, Schackenburg (Rittergut), Trophagen, Waddenhausen, Wissentrup

Verwaltungsamt Lipperode-Cappel

  • Amt Lipperode-Cappel mit den Gemeinden: Cappel , Cappel (Stift, Abtei), Lipperode

Verwaltungsamt Schötmar

  • Amt Schötmar mit den Gemeinden: Schötmar, Bexten (Meierei), Bexterhagen, Biemsen-Ahmsen, Biemsen (Meierei), Ehrsen-Breden, Grastrup-Hölsen, Heerse (Meierei), Holzhausen, Lockhausen, Nienhagen, Oberwüsten, Papenhausen (Rittergut), Retzen-Papenhausen, Schötmar (Rittergut), Steinbeck (Rittergut), Sylbach (Rittergut), Uebbentrup (Meierei), Unterwüsten, Werl-Aspe, Wülfer-Bexten
  • Amt Oerlinghausen mit den Gemeinden: Asemissen, Bechterdissen, Dahlhausen (Meierei), Eckendorf (Rittergut), Greste, Hovedissen, Hovedissen (Rittergut), Mackenbruch, Niederbarkhausen (Rittergut), Oerlinghausen, Senne, Währentrup, Wellentrup

Nordrhein-Westfalen aktuell:

Der heutige Land Nordrhein-Westfalen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf besteht aus

  • dem nördlichen Teil der ehemaligen preußischen Provinz Rheinland
  • der ehemaligen preußischen Provinz Westfalen
  • dem ehemaligen Fürstentum Lippe (seit 1947)

Geschichte:

In ältester Zeit von den Cheruskern bewohnt, bildete Lippe später einen Teil des Sachsenlandes. Als Stammvater der Lippeschen Dynastie gilt Bernhard de Lippia um 1123. Bernhard VIII. führte die lutherische Kirche ein. Sein Sohn Simon VI. teilte das Land unter seine drei Söhne, wodurch die Linien Lippe (Detmold), Brake (erloschen 1709) und Bückeburg (Schaumburg-Lippe) entstanden. Lippe wurde 1720 Reichsfürstentum und 1807 durch Beitritt zum Rheinbund souverän. Nach Überwindung der französischen Fremdherrschaft gehörte es von 1815 bis 1866 dem Deutschen Bund an. Die Verfassung vom 6. Juli 1836 wurde 1848 und 1849 durch den Fürsten Leopold II. liberalisiert, aber unter seinem Nachfolger Leopold III. am 26. März 1853 wieder hergestellt, worauf sich ein langjähriger Verfassungskonflikt erhob. 1841 ist das Fürstentum Lippe dem Deutschen Zollverein beigetreten. Im Deutschen Krieg von 1866 unterstützte das Fürstentum Lippe von vornherein das Königreich Preußen. Das lippesche Bataillon war mit der Mainarmee vereinigt und kämpfte bei Kissingen an der Seite Preußens. Am 1. Oktober 1867 schloss Lippe mit Preußen eine Militärkonvention ab. Das Land trat dem Norddeutschen Bund bei und wurde so ein souveräner Bundesstaat im Deutschen Reich. Fürst Woldemar gab dem Fürstentum am 3. Juni 1876 ein neues Wahlgesetz mit direktem Wahlrecht. Als er am 20. März 1895 ohne Nachkomme starb, übernahm auf seine Verordnung Prinz Adolf von Schaumburg-Lippe die Regentschaft für Woldemars geisteskranken Bruder Alexander (gestorben am 13. Januar 1905). Der danach zwischen Lippe-Biesterfeld, einem Zweig der Detmolder Linie, und Schaumburg-Lippe entstandene Streit über die Erbfolge in Lippe wurde von einem Schiedsgericht unter Vorsitz des Königs von Sachsen am 22. Juni 1897 zugunsten des Grafen Ernst zur Lippe-Biesterfeld entschieden, worauf dieser die Regentschaft antrat. Als er am 26. September 1904 starb, übernahm sein Sohn Leopold unter Protest der Linie Schaumburg-Lippe die Regentschaft und nach einer Entscheidung des Reichsgerichts zu seinen Gunsten am 25. Oktober 1905 die Regierung, die er bis zum 12. November 1918 ausübte.