Bad Pyrmont, Schloss

Pyrmont

Das Fürstentum Pyrmont und die Stadt Bad Pyrmont, Geschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Bad Pyrmont 2324 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Bad Pyrmont, Hauptquelle
Bad Pyrmont, Hauptquelle

Fürstentum Pyrmont

Pyrmont ist ein mit dem Fürstentum Waldeck vereinigtes Ländchen (Fürstentum Pyrmont). Es liegt getrennt von jenem zwischen dem Herzogtum Braunschweig, der Provinz Hannover, dem Fürstentum Lippe und der preußischen, zur Provinz Westfalen gehörigen Enklave Lügde und bildet den Kreis Pyrmont, der auf 66 km² (1,2 Quadratmeilen) im Jahr 1905 = 9162 meist evangelische Einwohner zählt. Pyrmont hatte bis 1494 eigene Grafen, kam 1557 an Lippe, 1583 an die Grafen von Gleichen und 1625 durch Erbschaft an Waldeck. Das Amtsgericht Pyrmont ist dem Bezirk des Landgerichts Hannover zugeteilt.

Bad Pyrmont, Hauptallee
Bad Pyrmont, Hauptallee

Das Fürstentum Pyrmont bildet einen Kreis mit 11 Gemeinden und einer Fläche von 66 km² (1,10 Quadratmeilen) 8.636 Einwohnern (Jahr 1900):
Baarsen, Eichenborn, Großenberg, Hagen, Holzhausen, Kleinenberg, Löwensen, Neersen, Pyrmont, Ösdorf, Thal

Stadt Pyrmont (seit 1914 Bad Pyrmont)

Die Hauptstadt Pyrmont ist Sommerresidenz des Fürsten und Badeort. Sie liegt 135 Meter über dem Meer, im Emmertal am Fuße des Bomberges und an der preußischen Staatsbahnlinie Hannover-Altenbeken. Die Stadt Pyrmont hat eine evangelische, eine altlutherische und eine kath. Kirche, eine Synagoge, ein fürstliches Schloss, ein Armen- und Krankenhaus, ein Genesungsheim der Landesversicherungsanstalt Hannover, ein schönes Kriegerdenkmal, ein Denkmal Lortzings, Theater, Amtsgericht, eine höhere Knabenschule (Pädagogium), Schirm- und Zigarrenfabrikation.

Bad Pyrmont, Kaiser Friedrich-Denkmal
Bad Pyrmont, Kaiser Friedrich-Denkmal

Im Jahr 1905 leben in Pyrmont 1527 meist evangelische Einwohner. Pyrmont ist Geburtsort des Bildhauers Drake. Die dortigen Mineralquellen, bestehend in 3 Stahlquellen (Hauptquelle, Helenenquelle und Brodelbrunnen) und 3 kohlensäurereichen Solquellen von 10–15° (darunter eine neuerbohrte eisenhaltige von 12–12,7°), werden vorzüglich gegen Blutarmut, Nervenschwäche, Skrofeln, Gicht, Rheumatismus, Magen- und Darmkatarrhe und Frauenkrankheiten angewandt. Ein Moorbad ist seit 1891 in Betrieb.

Bad Pyrmont, Königin Luise Gedenkstein
Bad Pyrmont, Königin Luise Gedenkstein

Die Zahl der Kurgäste beträgt jährlich ca. 23.000. In der Umgebung sind die sogenannten Dunsthöhle und auf dem 250 m hohen Schellenberg die Ruine des fürstlichen Schlosses Schell-Pyrmont, ferner der Königsberg mit einem Marmordenkmal Friedrichs des Großen und die alte Quäkerkolonie Friedensthal (jetzt Sommerfrische) bemerkenswert. Mit Pyrmont hängt das Pfarrdorf Ösdorf zusammen, das Messer- und Tabakfabriken hat. Im Jahr 1905 leben hier 2324 Einwohner.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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