Detmold

Detmold, Stadtansicht
Detmold, Stadtansicht

Detmold Haupt- und Residenzstadt des Fürstentums Lippe, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Detmold (1905) = 11.968 Einwohner (Städte im Kaiserreich)

Fürstliche Residenzstadt Detmold
Fürstliche Residenzstadt Detmold

Detmold im Fürstentum Lippe

Detmold ist die Haupt- und Residenzstadt des Fürstentums Lippe.

Fürstentum Lippe und Fürstentum Schaumburg-Lippe (Andrees Handatlas 6. Auflage 1910)
Fürstentum Lippe und Fürstentum Schaumburg-Lippe (Andrees Handatlas 6. Auflage 1910)

Detmold liegt 134 Meter über dem Meer, am Ostfuß des Teutoburger Waldes, zwischen Werre und Berlebecke sowie an der Staatsbahnlinie Herford-Altenbeken.

Detmold, Langenstraße
Detmold, Langenstraße

Detmold hat 2 evangelische und eine katholische Kirche, Kapellen der Methodisten u. Irvingianer, Synagoge, ein Residenzschloss (um 1500 erbaut), ein neues Palais (Sitz des Grafen Leopold zur Lippe-Biesterfeld) mit Park bei dem Büchenberg, Monumentalbrunnen auf dem Marktplatz, ein Hof- und Sommertheater und ein Zuchthaus. Im Jahr 1900 leben in Detmold mit der Garnison (ein Infanteriebataillon Nr. 55) 11.968 Einwohner, der Großteil sind Evangelische, 943 Katholiken und 229 Juden.

Detmold, Markt
Detmold, Markt

Die Bewohner von Detmold betreiben Fabrikation von bunten Etiketten, Tabak und Zigarren, Cakes, Möbeln, Stuck, Seife etc., desgleichen Bildhauerei und Bierbrauerei. Die Stadt Detmold ist Sitz der Landesbehörden, eines Generalsuperintendenten, eines Landgerichts, eines Oberverwaltungsgerichts und hat ein Gymnasium mit Realschule, Schullehrerseminar, Taubstummenanstalt, Baugewerkschule, Gewerbeschule, Waisenhaus, öffentliche Bibliothek (80.000 Bände) und naturhistorisches Museum.

Detmold, Palais
Detmold, Palais

Detmold ist Geburtsstadt der Dichter Freiligrath und Grabbe. In der Nähe auf dem Teutoburger Walde liegt die Grotenburg mit dem Hermannsdenkmal und das fürstliche Jagdschloß Lopshorn mit Gestüt. Zwischen Detmold und Horn, auf dem sogenannten Winnfeld fand vermutlich die Hermannsschlacht (Varusschlacht) statt. Aus Karls der Große Zeit ist Theotmalli, Thiatmelle („Volksgericht“) als Schauplatz eines Sieges über die Sachsen (im Mai 783) bekannt.

Detmold, Burggraben
Detmold, Burggraben

1011 schenkte König Heinrich II. den Gau von Detmold an das Bistum Paderborn, das später die edlen Herren von Lippe damit belehnte. Zwischen 1283 und 1305 erhielt Detmold Stadtrechte. Während der Soester Fehde wurde es 1447 von den hussitisch-böhmischen Kriegshorden erobert, 1547 mit der Burg durch einen Brand zerstört. 1501 wurde es Residenz der Herren von Lippe. Simon V. († 1536) erbaute das jetzige Schloss.

Hermannsdenkmal mit Bismarckstein
Hermannsdenkmal mit Bismarckstein

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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