König Karl I. von Württemberg

Karl I . König von Württemberg

Karl Friedrich Alexander von Württemberg

König Karl I. von Württemberg

König Karl I. von Württemberg
* 06.03.1823 in Stuttgart,
† 06.10.1891 in Stuttgart;
König von Württemberg 1864 – 1891

Vater:

König Wilhelm I. von Württemberg (27.09.1781 – 25.06.1864) 

Mutter:

Pauline von Württemberg (04.09.1800 – 10.03.1873)

Ehefrau:

Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa (* 11.09.1822 in Sankt Petersburg, Russland; † 30.10.1892 in Friedrichshafen)

Kinder:

keine

König Karl I. und Königin Olga von Württemberg zur Silberhochzeit 1871
König Karl I. und Königin Olga von Württemberg zur Silberhochzeit 1871

König Karl I. von Württemberg

Karl I. Friedrich Alexander wurde am 6. März 1823 in Stuttgart geboren. Er ist der einzige Sohn König Wilhelms I. von Württemberg und dessen dritter Gemahlin Pauline Herzogin von Württemberg. Sein Vater König Wilhelm I. war früh an bedacht seinem Erben eine mustergültige Erziehung angedeihen zu lassen. Nach Karls Konfirmation im März 1839 siedelte er Ludwigsburg über, um auf der dortigen Kriegsschule sich dem Studium zu widmen. 

Karl Kronprinz von Württemberg
Karl Kronprinz von Württemberg

Den Winter 1840-41 brachte er in Tübingen zu, wo er die Landesuniversität besuchte. Von dort begab er sich nach Berlin, um seine akademischen Studien fortzusetzen. Nach Beendigung seiner Studien kehrte er am 22. August 1843 in die väterliche Residenzstadt zurück. Die nächsten zwei Jahre brachte er zum einen Teil mit der Vorbereitung in die Regierungsgeschäfte, zum anderen Teil auf längeren Reisen zu, die ihn nach England, Schottland, Österreich und Italien führten.

Königin Olga von Württemberg
Königin Olga von Württemberg

Am 16. Januar 1846 verlobte sich der junge Prinz mit der Großfürstin Olga, der Lieblingstochter des Zaren Nikolaus von Russland. Am 13. Juli 1846 fand in Schloss Peterhof bei St. Petersburg die Vermählung des jungen Fürstenpaares mit großer Pracht statt und am 23. September, an einem wunderschönen Herbsttage, hielten die Neuvermählten ihren feierlichen Einzug in die schwäbische Landeshauptstadt Stuttgart ein.

König Karl I. von Württemberg 1871
König Karl I. von Württemberg 1871

Die Ehe war war nicht lange glücklich, denn bei Karl traten seine starken homosexuellen Interessen immer mehr in den Vordergrund. Er konnte sehr launisch, unhöflich und gefühllos sein und Olga fühlte sich missachtet und vernachlässigt. Zu ihrem Unglück bekam das Paar keine Kinder. Dennoch war Karl seiner Frau sehr dankbar, was er ihr aber nur bedingt zeigen konnte. Neben ihrem hervorragenden Auftreten bei offiziellen Anlässen, widmete sich Olga besonders in karitativen Angelegenheiten. Sie hatte nicht nur die Position etwas zu bewirken, sondern auch ihr eigenes unabhängiges und beträchtliches Vermögen.

Carl Kronprinz von Württemberg und Olga Grossfürstin von Russland Vermählung 13. Juli 1846, Wilhelm König von Württemberg
Carl Kronprinz von Württemberg und Olga Großfürstin von Russland Vermählung 13. Juli 1846, Wilhelm König von Württemberg

Die Ausbildung von Mädchen war für sie von besonderem Interesse und sie gründete persönlich viele Schulen und Ausbildungseinrichtungen. Auch hatte sie ein besonderes Mitgefühl für Waisenkinder und unterstützte Wohltätigkeitsorganisationen im ganzen Land. Olga wurde sogar mehrfach vom Parlament gedankt und geehrt. Karl war evangelisch aber sie behielt ihren russisch-orthodoxen Glauben, nahm am kulturellen Leben in Württemberg sehr aktiv teil und ging als bedeutendste Königin Württembergs in die Geschichte ein.

König Karl und Königin Olga von Württemberg
König Karl und Königin Olga von Württemberg

Karl folgte seinem Vater als König Karl I. am 25. Juni 1864 auf den Thron.

Landkarte Elsass-Lothringen, Baden, Württemberg, Pfalz
Landkarte Elsass-Lothringen, Baden, Württemberg, Pfalz

Er ersetzte das reaktionäre Ministerium Linden durch den gemäßigten Varnbüler, schloss sich im Deutschen Krieg 1866 den Gegnern Preußens an, vertrat aber 1870 eine nationale Politik und stellte seine Truppen im Deutsch-Französischen Krieg unter preußischen Oberbefehl und trat dem Deutschen Reich bei. 

König Karl von Württemberg - Zur Erinnerung an die Wiederherstellung des Münsters in Ulm 1871 - Zwei Thaler
König Karl von Württemberg – Zur Erinnerung an die Wiederherstellung des Münsters in Ulm 1871 – Zwei Thaler

Im Inneren regierte er in stetem Einvernehmen mit dem Landtag und genoss wegen seines Wohlwollens allgemeine Beliebtheit. Karl lebte aber infolge seiner Kränklichkeit viel im Ausland und soll dort auch mehrere Liebhaber besessen haben. Als er am 6. Oktober 1891 in Stuttgart starb, folgte ihm sein Neffe als König Wilhelm II. auf dem württembergischen Thron.

Der Tod König Karls I. von Württemberg. Das Leichenbegängnis
Der Tod König Karls I. von Württemberg. Das Leichenbegängnis

Während der Regentschaft König Karls kam es in Württemberg zu einem rasanten wirtschaftlichen Aufstieg. Nach dem Beitritt zum Deutschen Reich 1871 gelang es seinen Ministern die Verwaltung der Post, der Telegraphen, der Eisenbahnen und die besondere Besteuerung des Biers und Branntweins Württemberg vorzubehalten. Im Jahr 1893 wurde über den Neckar zwischen Stuttgart und Cannstatt eine stattliche Brücke gebaut und auf den Namen König Karls getauft. Die Brücke galt als Meisterleistung deutscher Ingenieurskunst, wurde jedoch im April 1945 größtenteils zerstört und 1948 durch einen schlichten Neubau ersetzt.

Sarkophag des Königs Karl und der Königin Olga von Württemberg in der Gruft des Alten Schlosses
Sarkophag des Königs Karl und der Königin Olga von Württemberg in der Gruft des Alten Schlosses

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Meyers Konversations-Lexikon“ in 24 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1906
  • „Meyers kleines Konversations-Lexikon“ in 6 Bänden 1908
  • „Meyers Lexikon“ in 12 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig 1924

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2 Kommentare

    1. Auch der letzte Kaiser von Österreich nannte sich Karl I. obwohl er der Letzte war.
      Trotzdem findet man bei König Karl von Württemberg beide Varianten:
      Lt. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907: „Karl I. Friedrich Alexander, König von Württemberg…,“ auch diverse Postkarten bezeichnen ihn als Karl I.
      Allerdings auf den Münzen jener Zeit steht „Karl König von Württemberg“.

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