Porta Westfalica Kaiser Wilhelm-Denkmal

Porta Westfalica-Denkmal

Das Kaiser Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica in der preußischen Provinz Westfalen bei Minden. Entstehung und Geschichte in zeitgenössischen Ansichtskarten.

Porta Westfalica Kaiser Wilhelm-Denkmal
Porta Westfalica Kaiser Wilhelm-Denkmal

Westfälische Pforte (Porta Westfalica)

Wie der Rhein das Schiefergebirge, der Main den Odenwald und den Spessart, der Neckar den Ostrand der Oberrheinischen Tiefebene, die Elbe das Sandsteingebirge , so durchbricht die Weser die nördliche Kette der Wesergebirge. Dieser Durchbruch, genannt die Westfälische Pforte (Porta Westfalica) liegt in der Nähe von Minden. Der Berg zur Rechten heißt Wittekindsberg und bildet den Abschluss des Wiehengebirges. Er trägt das von der Provinz Westfalen errichtete schöne Kaiser Wilhelm-Denkmal. Das Denkmal wurde nach Entwürfen des Berliner Architekten Bruno Schmitz gebaut.

Bruno Schmitz

* 21.11.1858 in Düsseldorf, † 27.04.1916 in Berlin; Architekt großer Denkmalsanlagen: Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Kyffhäuser, an der Porta Westphalica, am deutschen Eck bei Koblenz, Entwurf zum Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig.

Daten des Kaiser Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica:

  • Einweihung 18.10.1896
  • Architekt Bruno Schmitz
  • Bildhauer des Kaiserstandbild Caspar von Zumbusch
  • Gesamthöhe des Denkmals 88 m
  • Baldachin mit der Kaiserkrone 51 m
  • Bronzestandbild Kaiser Wilhelms I. 7 m
  • Bauzeit von 1892 bis 1896
Porta Westfalica, Kaiser Wilhelm I.-Bronzestandbild
Porta Westfalica, Kaiser Wilhelm I.-Bronzestandbild
Porta Westfalica, Baldachin mit Kaiserkrone
Porta Westfalica, Baldachin mit Kaiserkrone

Die Geschichte des Kaiser Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica

Im April 1888 war Westfalen die erste preußische Provinz die Kaiser Wilhelm I. ein Kolossaldenkmal errichten wollte, um damit die Verbundenheit mit dem Kaiserreich und dem protestantischen Preußen auszudrücken. Am 15. März 1889 bestimmte der Westfälische Provizial-Landtag den Wittekindberg an der Porta Westfalica bei Minden als Stadtort für das Denkmal. Einflussreiche Kräfte aus dem Ruhrgebiet sprachen sich jedoch gegen diesen Standort aus und gründeten in Dortmund ein Komitee, welches die Errichtung eines Kaiser Wilhelm-Denkmals auf der Hohensyburg beschloss, das 1902 eingeweiht wurde.

Porta Westfalica Kaiser Wilhelm-Denkmal
Porta Westfalica Kaiser Wilhelm-Denkmal

Am 20. August 1890 erhielt der Berliner Architekt Bruno Schmitz den 1. Preis von insgesamt 58 eingereichten Entwürfen. Als Kostenpunkt waren 600.000 Mark veranschlagt, von den die Provinz Westfalen 500.000 Mark zur Verfügung stellte, weitere 300.000 Mark waren als Spenden eingegangen. Letztendlich wurden die Gesamtkosten des Denkmals mit 833.000 Mark angegeben. Im Sommer 1892 begannen in Minden die Vorbereitungen zum Bau des Denkmals und eine 2,5 km lange Kaiserstraße zum Denkmal wurde angelegt. Am 18. Oktober 1896 wurde es im Beisein von Kaiser Wilhelm II. und seiner Frau, Kaiserin Auguste Victoria, feierlich eingeweiht. Zu den Feierlichkeiten waren ca. 20.000 Besucher gekommen um diesen Ereignis beizuwohnen.

Kaiser Wilhelm I-Denkmal auf dem Wittekindsberge - Bismarcksäule auf dem Jacobsberge
Kaiser Wilhelm I-Denkmal auf dem Wittekindsberge - Bismarcksäule auf dem Jacobsberge

Gegenüber dem Wittekindsberg befindet sich der Jakobsberg mit dem Bismarck-Denkmal, er darf als der Schlusspfeiler der Süntelkette angesehenen werden. Die Brücke, die über die Weser führt, war Privatbesitz und gehörte zu der Fabrik am rechten Ufer. Das Flusstal ist sechsmal so breit als das Flussbett, ein Beweis, dass der Strom in grauer Vorzeit viel breiter war. Auch heute noch tritt er mitunter über deine Ufer und erreicht den Fuß der Berge. Der Name des rechtsseitigen Bergpfeilers erinnert an den alten Sachsenhelden. Grade in der Gegend der Porta hat Wittekind die meisten seiner Schlachten gegen die Franken geschlagen, und in zahlreichen Sagen lebt sein Angedenken hier fort.

Porta Westfalica - Weserlied
Porta Westfalica - Weserlied

Wichtig sind die beiden Porta-Berge für die Baukunst. Man bricht nämlich in ihnen vorzüglichen Sandstein. Ganze Höhlen und Gänge hat man schon in die Berge hineingearbeitet. Namentlich sind es die Weserstädte, die den Porta-Sandstein verarbeiten, besonders zu ihren Domen (Bremer Dom). In Minden sind fast alle Häuser aus ihm gebaut.

Quellenhinweise:

  • „Meyers Konversations-Lexikon“ in 24 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1906
  • „Meyers kleines Konversations-Lexikon“ in 6 Bänden 1908
  • „Meyers Lexikon“ in 12 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig 1924

Kommentar verfassen