Provinzhauptstädte Preußens

Berlin, Mittagskonzert im Lustgarten
Berlin, Mittagskonzert im Lustgarten

Die 12 Provinzhauptstädte des Königreichs Preußen

Das Königreich Preußen ist der mit Abstand größte Bundesstaat des Deutschen Reiches (1871 – 1918), Kaiserreich. Seit 1878 erfolgt seine Einteilung in 12 Provinzen (Brandenburg, Hannover, Hessen-Nassau, Ostpreußen, Pommern, Posen, Rheinland, Sachsen, Schlesien, Schleswig-Holstein, Westfalen, Westpreußen) und die beiden abgesonderten Bezirke Berlin und Hohenzollern. Die einzelnen preußischen Provinzen sind größer als die meisten Bundesstaaten.

Königreich Preußen (Provinzen)
Königreich Preußen (Provinzen)

Die Vertretung der obersten Staatsbehörde und des Staatsinteresses im allgemeinen sowie die Geschäfte der allgemeinen Landesverwaltung ruhen in den Provinzen bei den Oberpräsidenten. Zur Mitwirkung an den Geschäften der allgemeinen Landesverwaltung ist in jeder Provinz ein Provinzialrat gebildet.

Preussen Karte 1900 (Meyers Konversations-Lexikon 6. Auflage)
Preussen Karte 1900 (Meyers Konversations-Lexikon 6. Auflage)

Dieser besteht aus dem Oberpräsidenten (oder dessen Stellvertreter) als Vorsitzendem, aus einem höheren Verwaltungsbeamten, der vom Minister des Innern auf die Dauer seines Hauptamtes am Sitze des Oberpräsidenten ernannt wird, und aus 5 (vom Provinzialausschuß aus den zum Provinziallandtag wählbaren Provinzialangehörigen) auf sechs Jahre gewählten Mitgliedern. Der Provinziallandtag hat seinen Sitz in den Provinzhauptstädten.

Wappen und Farben der preußischen Provinzen
Wappen und Farben der preußischen Provinzen

Nur 7 (Hannover, Kassel, Koblenz, Magdeburg, Münster, Potsdam, Schleswig) der 12 Städte liegen infolge der beiden Weltkriege in der heutigen Bundesrepublik Deutschland. 4 Städte ,Posen seit 1919 und Breslau, Danzig, Stettin seit 1945, liegen in Polen und eine, nämlich Königsberg als Kaliningrad seit 1945 in Russland. Lediglich Hannover, Magdeburg und Potsdam sind auch heute noch Landeshauptstädte.

Deutsches Reich 1871-1918 (Kaiserreich), Landkarte
Deutsches Reich 1871-1918 (Kaiserreich), Landkarte

Hauptstädte der preußischen Provinzen

Breslau, Regierung mit Lessing-Brücke
Breslau, Regierung mit Lessing-Brücke

Breslau ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Schlesien und des gleichnamigen Regierungsbezirks, dritte königliche Residenz und Stadtkreis. Breslau ist seit 1945 infolge des Zweiten Weltkrieges eine polnische Stadt mit Namen Wrocław.

Danzig, Langebrücke
Danzig, Langebrücke

Danzig ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Westpreußen und des Regierungsbezirks Danzig. Danzig ist seit 1945 infolge des Zweiten Weltkrieges eine polnische Stadt mit Namen Gdańsk.

Hannover, Blick in die Bahnhofstraße
Hannover, Blick in die Bahnhofstraße

Hannover ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Hannover, sowie des gleichnamigen Regierungsbezirks, königliche Haupt- und Residenzstadt (seit 1890) und Stadtkreis. Hannover ist die heutige Landeshauptstadt des Landes Niedersachsen.

Kassel, Königsplatz und Hauptpost
Kassel, Königsplatz und Hauptpost

Kassel (Cassel) ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Hessen-Nassau (bis 1866 des ehemaligen Kurfürstentums Hessen) sowie des gleichnamigen Regierungsbezirks, des Stadt- und Landkreises Kassel. Kassel ist heute als kreisfreie Stadt die einzige Großstadt Nordhessens, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel.

Koblenz, Königliche Regierung und Hotel Coblenzer Hof
Koblenz, Königliche Regierung und Hotel Coblenzer Hof

Koblenz (Coblenz), ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Rheinland, des gleichnamigen Regierungsbezirks und Stadtkreis. Koblenz ist heute ist eine kreisfreie Stadt im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Königsberg i. P., Kaiser-Wilhelms-Platz
Königsberg i. P., Kaiser-Wilhelms-Platz

Königsberg i. P. ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Ostpreußen und des gleichnamigen Regierungsbezirks, Krönungs- und dritte Residenzstadt der Monarchie. Das nördliche Ostpreußen fiel mit dem fast völlig zerstörten Königsberg infolge des Zweiten Weltkrieges 1945 an die Sowjetunion. Seit 1946 russisch als Kaliningrad (Калинингра́д) bezeichnet ist es die Hauptstadt der Oblast Kaliningrad und gehört zu Russland.

Magdeburg, Breiteweg
Magdeburg, Breiteweg

Magdeburg ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Sachsen wie des gleichnamigen Regierungsbezirks, Stadtkreis und Festung. Magdeburg ist heute die Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

Münster i. W., Roggenmarkt
Münster i. W., Roggenmarkt

Münster i. W. ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Westfalen und des gleichnamigen Regierungsbezirks und Landkreises, Stadtkreis, früher Hauptstadt des Bistums Münster. Münster ist heute eine kreisfreie Stadt und Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirks im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Posen, St. Marienstraße und Schloss
Posen, St. Marienstraße und Schloss

Posen ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Posen, des gleichnamigen Regierungsbezirks, Stadtkreis und Festung ersten Ranges. Der Großteil der Provinz fiel infolge des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918) und des Versailler Vertrages 1919 an das wiedererstandene Polen. Der polnische Name der Stadt ist Poznań.

Potsdam, Brandenburger Tor
Potsdam, Brandenburger Tor

Potsdam ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Brandenburg und des Regierungsbezirks Potsdam und Stadtkreis. Potsdam ist heute die Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg.

Schleswig, Partie vom Holm
Schleswig, Partie vom Holm

Schleswig ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Schleswig-Holstein und des gleichnamigen Regierungsbezirks. Schleswig ist heute Kreisstadt des Kreises Schleswig-Flensburg und liegt im Bundesland Schleswig-Holstein. 1946 wurde es durch Kiel als Landeshauptstadt abgelöst.

Stettin, Hakenstraße mit Regierungsgebäude
Stettin, Hakenstraße mit Regierungsgebäude

Stettin ist die Hauptstadt der preußischen Provinz Pommern und des gleichnamigen Regierungsbezirks und Stadtkreis. Stettin ist seit 1945 infolge des Zweiten Weltkrieges eine polnische Stadt mit Namen Szczecin.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Meyers Konversations-Lexikon“ 5. Auflage in 17 Bänden 1893 – 1897
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 24 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1906 – 1908
  • „Meyers Kleines Konversations-Lexikon“, 7. Auflage in 6 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1908
  • „Kleine Deutsche Staatskunde“, E. Stutzer – Dresden und Berlin, 1910

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