Residenzstadt Gotha. Schloss Friedenstein

Städte im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha

Das Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha gehört zu den Thüringischen Staaten, ist ein Bundesstaat des Deutschen Reichs und 1958 km² groß. Im Jahr 1900 leben hier 229.550 (1905: 242.292) Einwohner. Es besteht aus

  • dem Herzogtum Sachsen-Coburg (562 km², 66.814 Einwohner), auf der Südseite des Thüringer Waldes, von Bayern begrenzt, von Itz, Rodach, Lauter bewässert, und
  • dem Herzogtum Sachsen-Gotha (1396 km², 162.736 Einwohner), auf der Nordseite des Thüringer Waldes, mit dessen höchsten Bergen (Inselsberg, Schneekopf, Großer Beerberg), von der Apfelstedt, Gera, Leina-Hörsel, Nesse, Unstrut bewässert.

Das Land besitzt sehr fruchtbare Ebenen und Täler; Haupterwerbszweig ist die Landwirtschaft; bedeutende Viehzucht, Garten-, Obstbau, ausgedehnte, gut bewirtschaftete Waldungen; Saline zu Ernsthall bei Bufleben. Lebhafte Industrie (Maschinen, Nickel-, Stahl-, Eisenkurzwaren, Porzellan-, Glas-, Ton-, Spiel-, Meerschaum-, Schuh-, Marmor-, Fleischwaren etc.).

Nach der Verfassung vom 3. Mai 1852 ist das Herzogtum eine konstitutionelle Monarchie, erblich im Mannsstamm der Ernestinischen Linie des Gesamthauses Wettin. Es bestehen 2 Sonderlandtage, für Coburg mit 11, für Gotha mit 19 indirekt gewählten Abgeordneten, die zugleich den gemeinsamen Landtag bilden. Im Bundesrat hat das Herzogtum 1 Stimme, im Reichstag 2 Abgeordnete. Höchste Verwaltungsbehörde ist das Staatsministerium (1 Abteilung für Coburg, 1 für Gotha). Landgericht in Gotha; das Herzogtum Coburg gehört zum Landgericht Meiningen.

Eingeteilt ist das Land in 7 Immediatstädte und 4 Landratsamtsbezirke. Residenz des Herzogs abwechselnd in Coburg und Gotha. Die Truppen bilden gemeinsam mit denen von Sachsen-Meiningen das zum 11. preußischen Armeekorps (38. Division) gehörige 6. Thüringische Infanterieregiment Nr. 95.

Im Jahr 1920 schlossen sich die Coburger Bayern an, während die Gothaer Teil Thüringens wurden.

Städte im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha (Auswahl):

Gotha, Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Gotha, am Leinakanal. Im Jahr 1900 leben hier 34.651 Einwohner. Die Stadt ist abwechselnd mit Coburg Residenz des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha.

Coburg (Koburg), Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Coburg, an der Itz (zum Main). Im Jahr 1900 leben hier 20.460 Einwohner. Die Stadt ist abwechselnd mit Gotha Residenz des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha.

Friedrichroda, Stadt im Herzogtum Sachsen-Gotha, am Thüringer Wald. Im Jahr 1900 leben hier 4396 Einwohner.

Königsberg in Franken, Stadt in Herzogtum Sachsen-Coburg, Enklave im bayrischen Regierungsbezirk Unterfranken. Im Jahr 1900 leben hier 854 Einwohner.

Neustadt im Herzogtum Sachsen- Coburg, am Röthenfluß. Im Jahr 1900 leben hier 7415 Einwohner.

Oberhof, Dorf im Herzogtum Sachsen-Gotha (seit 1985 Stadt), im Thüringer Wald, 800 m ü. d. M. Im Jahr 1900 leben hier 409 Einwohner.

Ohrdruf, Stadt im Herzogtum Sachsen-Gotha, Hauptort der fürstlichen Hohenlohe-Langenburgschen Grafschaft Obergleichen, am Thüringer Wald, an der Ohra. Im Jahr 1905 leben hier 6114 Einwohner.

Rodach, Stadt im Herzogtum Sachsen-Coburg, am Fluss Rodach. Im Jahr 1905 leben hier 2556 Einwohner.

Waltershausen, Stadt im Herzogtum Sachsen-Gotha , am Thüringer Wald. Im Jahr 1905 leben hier 6631 Einwohner.

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