Waltershausen

Waltershausen, Hauptstraße mit Nikolaitor
Waltershausen, Hauptstraße mit Nikolaitor

Waltershausen im Herzogtum Sachsen-Gotha, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Waltershausen 6727 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Waltershausen, Das Luftschiff Schwaben am 7. September 1911 in Waltershausen.
Waltershausen, Das Luftschiff Schwaben am 7. September 1911 in Waltershausen.

Waltershausen im Herzogtum Sachsen-Gotha

Waltershausen ist eine Stadt im Herzogtum Sachsen-Gotha.

Mitteldeutschland Thüringische Staaten (Oberstufen-Atlas für höhere Lehranstalten Gotha Justus Perthes 1914)
Mitteldeutschland Thüringische Staaten (Oberstufen-Atlas für höhere Lehranstalten Gotha Justus Perthes 1914)

Waltershausen liegt am Nordabhang des Thüringer Waldes, 320 Meter über dem Meer und an der Staatsbahnlinie Fröttstedt-Georgenthal. Die Stadt Waltershausen hat eine evangelische Kirche, ein hochgelegenes Schloss (Tenneberg mit Amtsgericht und Landratsamt), Puppen- und Spielwarenfabriken, Fabrikation von Marmor-, Gummi- und Tonwaren, Spritzenschläuchen, Pfeifen, Zigarrenspitzen und Zervelatwurst und Bierbrauerei.

Waltershausen, Nikolaustor
Waltershausen, Nikolaustor

Im Jahr 1905 leben in Waltershausen 6727 Einwohner. Unweit davon befindet sich die Erziehungsanstalt Schnepfenthal. Der möglicher Weise im 9. Jahrhundert gegründete Ort entwickelte sich wohl nach Erbauung der 1176 bezeugten Burg Tenneberg durch planmäßigen Ausbau zur 1209 erstmals genannten Stadt, die 1329 befestigt war. Sie gehörte von Anfang an den Landgrafen von Thüringen, kam 1485 an das ernestinische Kursachsen und blieb bei den vielfachen ernestinischen Landesteilen stets mit Gotha verbunden.

Walterhausen, Hauptstraße mit Postamt
Walterhausen, Hauptstraße mit Postamt

Dem 1394 genannten Rat standen die Niedergerichte zu. 1525 setzte sich die Reformation durch. Im Mittelalter war Waltershausen als „Bierstadt“ wichtig. Im 18. Jahrhundert kam die Puppen-, Porzellan- und Knopffabrikation auf, 1815 dominierten die Zeugmacher, die Leineweben, die Gerber und die Tuchmacher unter den Handwerkern, seit 1816 werden Spielwaren hergestellt.

Waltershausen, Hauptstraße mit Post und Nikolaustor
Waltershausen, Hauptstraße mit Post und Nikolaustor

1784 gründete der Philanthrop Christian Gotthilf Salzmann im Ortsteil Schnepfenthal eine Erziehungsanstalt, bei der Johann Christoph Friedrich GutsMuths den ersten Turn- und Sportplatz in Deutschland errichtete. 1834 hatte Waltershausen 2788 Einwohner.

Waltershausen, Bahnhofstraße
Waltershausen, Bahnhofstraße

Einem ersten Pferdebahnanschluss an die Eisenbahn GothaEisenach 1848 folgte 1876 die Bahnverbindung nach Fröttstädt und Friedrichroda. Im 19. Jahrhundert kamen die Schlauchweberei, die Gummischlauchfabrikation und die Wurstwarenerzeugung auf.

Waltershausen, Schnepfentalerstraße
Waltershausen, Schnepfentalerstraße

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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