Friedland in Mecklenburg

Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz, Kreis Stargard

Friedland 7175 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Friedland in Mecklenburg, Partie mit Wasserturm und Marienkirche
Friedland in Mecklenburg, Partie mit Wasserturm und Marienkirche

 

Neben der Stadt Friedland im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz, Kreis Stargard existieren im Deutschen Reich (Kaiserreich) und Österreich-Ungarn::

  1. Friedland, eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Breslau, Kreis Waldenburg. Sie liegt an der Steine und der Staatsbahnlinie Breslau-Halbstadt, nahe der böhmischen Grenze und 495 Meter über dem Meer. Die Stadt hat eine evangelische und eine katholische Kirche, Amtsgericht, Lein-, Baumwoll- und Seidenweberei, Papier-, Holzwaren- und Holzrouteausfabrik, Bleicherei, Färberei, Sägemühlen. Im Jahr 1900 leben hier 4871 meist evangelische Einwohner.
  2. Friedland, eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Frankfurt, Kreis Lübben, in der Nähe des Schwielochsees. Die Stadt hat eine evangelische Kirche und ein altes Johanniterschloß. Im Jahr 1900 leben hier 1061 evangelische Einwohner. Friedland gehörte 1523–1811 dem Johanniterorden.
  3. Friedland, (Märkisch-Friedland) Stadt im Königreich Preußen, Provinz Westpreußen. Regierungsbezirk Marienwerder, Kreis Deutschkrone. Sie liegt an der Staatsbahnlinie Kallies-Falkenburg, hat eine evangelische Kirche, Synagoge und Amtsgericht. Im Jahr 1900 leben hier 2233 Einwohner.
  4. Friedland, (Friedland in Oberschlesien) eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Oppeln, Kreis Falkenberg, an der Steinau. Die Stadt hat eine evangelische und 2 katholische Kirchen, Knabenrettungshaus, Amtsgericht, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei und Dampfsägemühle. Im Jahr 1900 leben hier 2078 Einwohner. Dabei das gleichnamige gräflich Burghaußsche Schloß und 8 km entfernt ein Artillerieschießplatz.
  5. Friedland, (Friedland in Ostpreußen) Kreisstadt im im Königreich Preußen, Provinz Ostpreußen, Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Friedland. Die Stadt liegt an der Alle und der Staatsbahnlinie Löwenhagen-Gerdauen. Sie hat eine evangelische Kirche, Präparandenanstalt, Rettungshaus, Amtsgericht, Hauptsteueramt, eine Dampfmahl- und eine Dampfschneidemühle. Im Jahr 1900 leben hier 2824 Einwohner. Das Landratsamt des Kreises Friedland ist in Bartenstein. Der Ort wurde 1312 gegründet und ist historisch merkwürdig durch den am 14. Juni 1807 erfochtenen Sieg Napoleons I. über die Russen unter Bennigsen.
  6. Friedland, (Preußisch-Friedland) eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Westpreußen. Regierungsbezirk Marienwerder, Kreis Schlochau, an der Dobrinka. Die Stadt hat eine evangelische und eine katholische Kirche, Synagoge, Progymnasium, evangelisches Schullehrerseminar, Amtsgericht, Eisengießerei, Branntweinbrennerei, Dampfsägemühlen, Ziegelbrennerei und Dampfmolkerei. Im Jahr 1900 leben hier 3758 Einwohner. Friedland wurde 1355 vom Deutschen Orden begründet.
  7. Friedland, Stadt im Kaisertum Österreich, Königreich Böhmen, im Wittigtal. Die Stadt ist Knotenpunkt an der Eisenbahnlinie Reichenbach-Seidenberg der Südnorddeutschen Verbindungsbahn, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts. Im Jahr 1900 leben hier 6241 deutsche Einwohner.
  8. Friedland, Marktflecken im Kaisertum Österreich, Markgrafschaft Mähren, Bezirkshauptmannschaft. Mistek. Der Ort liegt an der Ostrawitza, ist Knotenpunkt der Eisenbahnlinie Kojetein-Bielitz der Nordbahn, hat ein Kloster-Mädchenpensionat, ein großes Eisenwerk des Fürsterzbischofs von Olmütz und Emailgeschirrfabrik. Im Jahr 1900 leben hier 2606 tschechische Einwohner.

Friedland (Mecklenburgisch-Friedland)

Friedland (Mecklenburgisch-Friedland) ist eine Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz, Kreis Stargard. Sie liegt an der Eisenbahnlinie Neubrandenburg-Friedland und an zwei Kleinbahnen. Die Stadt hat 2 evangelische Kirchen, Gymnasium, Amtsgericht, Zuckerfabrik, Eisengießerei, Stärkefabrik, Molkerei, Bierbrauerei, Mälzerei, Dampfmahl- und -Schneidemühlen, Moordammkulturen. Im Jahr 1900 leben hier 7175 evangelische Einwohner. Die Stadt, 1244 gegründet, erhielt 1247 von den Markgrafen von Brandenburg das Stendalsche Recht.

An der Straßenkreuzung Neubrandenburg-Anklam und Treptow-Strasburg entstand wohl vor 1200 eine Kaufmannssiedlung mit der Nicolaikirche, parallel dazu wurde 1244 durch Markgraf Johann I. und Otto III. von Brandenburg eine Marktsiedlung mit der Marienkirche angelegt. beide Siedlungen bildeten zusammen die später mit Wällen und Mauern umgebene Stadt, die 1304 an die Herzöge von Mecklenburg überging. Die Kirchen gehörten zum Bistum Havelberg. Der 1296 erwähnte Rat wurde am Stadtgericht beteiligt, gegen seine Selbstherrlichkeit lehnte sich die Bürgerschaft 1341 auf. Die Stadt trat im Mittelalter politisch in Erscheinung, u.a. durch ein Bündnis mit Neubrandenburg 1382. Im 14. Jahrhundert konnte sie umfangreichen Landbesitz erwerben. Fernhandel, Tuchmacherei und Landwirtschaft ernährten die Einwohner, 1829 waren es 4443. Die Bahn nach Neubrandenburg wurde 1884 gebaut. Seit 1890 entstanden Fabriken für Zucker, Kartoffelstärke und Mosaikplatten.