Bielitz gegen Süden mit Klimczockgebirge

Bielitz

Bielitz in Österreichisch-Schlesien im Kaisertum Österreich, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Bielitz 16.597 Einwohner (1900), Städte der Österreichisch-Ungarischen Monarchie

Bielitz, Hauptstraße
Bielitz, Hauptstraße

Bielitz in Österreichisch-Schlesien im Kaisertum Österreich

Bielitz ist eine Stadt im Kaisertum Österreich, Österreichisch-Schlesien, an der galizischen Grenze.

Mähren und Schlesien Nationalitäten- und Sprachen-Karte 1900 (Prof. Hickmann's geographisch-statistischer Taschenatlas von Österreich-Ungarn)
Mähren und Schlesien Nationalitäten- und Sprachen-Karte 1900 (Prof. Hickmann’s geographisch-statistischer Taschenatlas von Österreich-Ungarn)

Bielitz liegt 309 Meter über dem Meer, an der Biala, die Bielitz von der galizischen Stadt Biala trennt. Sie ist Knotenpunkt der Nordbahn, hat ein altes Schloss des Fürsten Sulkowski mit Park, 2 katholische, eine protestantische Kirche und einen israelitischen Tempel, ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, Staatsgewerbeschule, evangelische Lehrerbildungsanstalt, ein evangelisches Waisenhaus, Krankenhaus, Theater, 2 Banken, eine Filiale der Österreichisch-Ungarischen Bank, Gasanstalt und eine elektrische Zentralanlage mit Straßenbahn. Im Jahr 1900 leben in Bielitz mit den drei Vorstädten 16.597 meist deutsche Einwohner.

Bielitz, Stadtberg
Bielitz, Stadtberg

Die industrielle Tätigkeit erstreckt sich vornehmlich auf Schafwollverarbeitung, in welchem Zweig Bielitz mit der Nachbarstadt Biala nächst Brünn und Reichenberg den ersten Rang in der österreichisch-ungarischen Monarchie behauptet. Der Tuchhandel ist besonders nach Galizien, Ungarn und dem Orient sehr lebhaft. Außerdem hat Bielitz Fabriken für Maschinen, Kratzen, Phosphorbronze und Eisenguss, Schrot, Papier, Möbel, Seife, Likör, Flachs- und Jutespinnerei, Bierbrauerei etc.

Bielitz, Stadttheater
Bielitz, Stadttheater

Bielitz ist Stadt mit eigenem Statut und Sitz einer Bezirkshauptmannschaft (für den Landbezirk Bielitz), eines Bezirks- und eines Gewerbegerichts und eines Hauptzollamtes. Westlich die Fabrikorte Alt-Bielitz (2732 Einwohner), Alexanderfeld (2191 Einwohner) und Kamitz (2619 Einwohner), dann der Kurort Ernsdorf mit hübschem Schloss und Park, einer Molken- und Kaltwasserheilanstalt und im Jahr 1900 = 2289 Einwohner.

Bielitz, Theaterplatz
Bielitz, Theaterplatz

Nach der Niederlage der Mittelmächte im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) kam es 1919 zwischen dem neu gegründeten Polen und der Tschechoslowakei zu kriegerischen Auseinandersetzungen um Ostschlesien. 1920 wurde nach einem alliierten Schiedsspruch und ohne die geforderte Volksabstimmung der Westteil mit dem Olsaland der Tschechoslowakei, der östliche Teil bis zur Bialka Polen zugeteilt. Trotz größter Repressalien behauptet sich die deutsche Sprachinsel in Polen.

Bielitz gegen Süden mit Klimczockgebirge
Bielitz gegen Süden mit Klimczockgebirge

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1939 – 1945) ziehen am 3. September 1939 österreichische Verbände der Deutschen Wehrmacht kampflos in Bielitz ein. Am Ende des Krieges rücken am 11./12. Februar 1945 Verbände der Roten Armee in Bielitz ein. Nach Kriegsende begann im August 1945 die Zwangsaussiedlung der Deutschen auch in Bielitz. 1946 wurden die Bewohner in Güterwaggons in wochenlangen Fahrten nach Westen verfrachtet. Größere Gruppen gelangten so nach Braunschweig, Hannover, Lippstadt, Oldenburg und Ludwigslust in Mecklenburg.

Bielitz, Theaterplatz
Bielitz, Theaterplatz

Bielsko-Biała, deutsch Bielitz, ist heute eine Stadt in Polen, Woiwodschaft Schlesien, mit rund 170.000 Einwohnern (2020).

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Allgemeines Ortschaften-Verzeichnis der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“, Wien 1902
  • „Andrees neuer allgemeiner und österreichisch-ungarischer Handatlas“, 1904
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Österreichs Hort – Geschichts- und Kulturbilder aus den Habsburgischen Erbländern“, 1908
  • „Österreichische Bürgerkunde – Handbuch der Staats und Rechtskunde“ um 1910
  • „Mein Österreich – Mein Heimatland“ 1915
Wappen Kaisertum Österreich

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