Schlochau, Evangelische Kirche mit Burgruine

Schlochau

Schlochau in Westpreußen im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Schlochau 3531 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Schlochau, Totalansicht
Schlochau, Totalansicht

Schlochau in Westpreußen im Königreich Preußen

Schlochau ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Marienwerder.

Schlochau liegt an zwei Seen, 160 Meter über dem Meer und ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Neustettin-Goßlershausen und Schlochau-Reinfeld.

Schlochau, Berlinerstrasse
Schlochau, Berlinerstraße

Schlochau hat eine evangelische und eine katholische Kirche, Synagoge, Schlossruine, ein Denkmal Kaiser Wilhelms I., Präparandenanstalt, landwirtschaftliche Winterschule, Taubstummenanstalt und Amtsgericht. Im Jahr 1905 leben in Schlochau 3531 Einwohner, die knappe Mehrheit sind Evangelische, 1499 Katholiken und 243 Juden.

Schlochau, Hotel Deutsches Haus
Schlochau, Hotel Deutsches Haus

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) bestimmte der Versailler Vertrag 1919 die Abtretung der Provinzen Posen und Westpreußen an Polen. Nur kleine Teile der Provinzen verblieben bei Deutschland. Diese wurde als Grenzmark Posen-Westpreußen zusammengefasst und Schneidemühl die neue Provinzhauptstadt. Am 20. November 1919 wurde der Kreis Schlochau der neuen Regierungsstelle in Schneidemühl (Verwaltungsbezirk Grenzmark Westpreußen-Posen) unterstellt.

Schlochau, Wappen
Schlochau, Wappen

Am Ende des Zweiten Weltkriegs (1939 – 1945) wurde Schlochau im Frühjahr 1945 durch die Rote Armee besetzt und unter polnische Verwaltung gestellt. Die Bevölkerung, soweit nicht bereits geflohen, wurde ermordet, verschleppt und vertrieben. Die Polen nennen die Stadt nun Człuchów.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911
  • „Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit“ von Heinz Nawratil, Universitas 2007

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