Neubrandenburg

Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Neubrandenburg 11.443 Einwohner – 1905

Neubrandenburg, Treptower Tor
Neubrandenburg, Treptower Tor

 

Neubrandenburg

Neubrandenburg ist eine Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz. Sie liegt am Ausfluss der Tollense aus dem Tollensesee und 19 Meter über dem Meer. Sie ist Knotenpunkt der preußischen, bez. mecklenburgischen Staatsbahnlinien Berlin-Stralsund, Lübeck-Strasburg und Ludwigslust-Neubrandenburg sowie der Eisenbahn Neubrandenburg-Friedland.

Die Stadt ist von Mauern umgeben, hat 4 schöne alte gotische Tore, 3 evangelischen Kirchen, darunter die restaurierte gotische Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert mit 93 Meter hohem Turm und die restaurierte Johannis- (früher Kloster-) Kirche, eine Synagoge, ein großherzogliches Palais, Denkmäler von Fritz Reuter und Jahn, ein Gymnasium, eine Realschule, eine Kunstsammlung, Altertumsmuseum, Armenhaus (ehemaliges Franziskanerkloster), Rettungshaus, Amtsgericht, eine Zentralsteuerdirektion, ein Hauptsteueramt, eine Nebenstelle der Reichsbank, die Mecklenburgische Mobilien-, Hagel- und Brandversicherungsanstalt.

Neubrandenburg besitzt Eisengießerei und Maschinenfabrikation, Dampfmolkerei, eine Holzwaren- und eine Kehlleistenfabrik, eine Papierfabrik, eine Dampfsägemühle, bedeutenden Pferde- und Getreidehandel. Im Jahr 1905 leben hier 11.443 meist evangelische Einwohner. 4 km von der Stadt liegt in einem uralten Walde die sogenannte Ravensburg, wahrscheinlich ein heidnischer Opferplatz, und am nordwestlichen Ufer des Tollensesees das großherzogliche Lustschloss Belvedere mit reizender Fernsicht, am See auch das Kurhaus Augustabad.

Neubrandenburg wurde 1248 vom Markgrafen Johann I. von Brandenburg gegründet und kam 1292 an Mecklenburg, 1701 an das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz. Im Dreißigjährigen Kriege wurde die Stadt am 31. März 1631 von Tilly erstürmt. 1829 hatte die Stadt 6002 Einwohner. 1864 wurde die Bahn nach Güstrow-Schwerin, 1877 nach Berlin und Stralsund, 1884 nach Friedland eröffnet.