S.M.S. Bussard

S.M.S. Bussard (1890)

S.M.S. Bussard (1890), Kleiner ungeschützter Kreuzer der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Bussard, Kleiner ungeschützter Kreuzer
S.M.S. Bussard, Kleiner ungeschützter Kreuzer

S.M.S. Bussard (1890) – Angaben

Name:Seiner Majestät Schiff Bussard
Namensherkunft:Bussard, Raubvogel
Stapellauf:23.01.1890 in  Wilhelmshaven  ( Kaiserliche Werft Wilhelmshaven )
Schiffstyp/-klasse:Bussard-Klasse, Kleiner (ungeschützter) Kreuzer
Schwesterschiffe:S.M.S. Bussard ,  S.M.S. Geier ,  S.M.S. Condor ,  S.M.S. Cormoran ,  S.M.S. Seeadler  (1),  S.M.S. Falke  (2)
Besatzung:ca. 165 Mann
Maße:Länge 76 m Breite 10 m Tiefgang: 4,80 m
Wasserverdrängung:1570 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:15 kn
Bewaffnung:8 x 10,5 cm Schnellfeuerkanonen, 5 x 3,7 cm Revolverkanonen
Ende:1913 abgewrackt

S.M.S. Bussard (1890) – Geschichte

Der Stapellauf des Kleinen ungeschützten Kreuzers erfolgte am 23. Januar 1890 auf der Kaiserlichen Werft in Danzig. Die Taufe des Schiffs vollzog der Oberwerftdirektor Max Schulze. Nach erfolgreichen Probefahrten erfolgte am 1. Mai 1891 die erste Indienststellung. Nach einer Besichtigung durch Kaiser Wilhelm II. führte die erste Reise das Schiff über das Mittelmeer und über Sydney nach Apia auf Samoa, des am 31. Dezember 1891 erreicht wurde.

S.M.S. Bussard in der Südsee
S.M.S. Bussard in den Südseeinseln

Danach konnte der bisher dort stationierte Kreuzer S.M.S. Sperber eine Rundreise durch die deutschen Südsee-Schutzgebiete antreten. S.M.S. Bussard führte zunächst gründliche Vermessungen des Hafens von Apia durch. Da immer wieder Deutsche durch Einheimische ermordet wurde, machte sich das Eingreifen der Polizeitruppe erforderlich. Diese wurde von dem Kleinen ungeschützten Kreuzer an ihre Zielgebiete transportiert.

Samoa, Hafen von Apia
Samoa, Hafen von Apia

Anfang 1893 wurden Reparaturarbeiten in Auckland durchgeführt und anschließend auf Tonga-Inseln der neue König Georg III. besucht. In Zusammenarbeit mit der Neuguinea-Compagnie wurden mehrere kleine Inseln um Neu-Hannover besucht. Anfang Mai 1893 führte die Rückreise nach Apia über die Atolle der Marshall-Inseln. Mitte November 1893 machte sich wiederum eine Reparatur in Auckland erforderlich.

Besatzungsmitglieder S.M.S. Bussard auf Samoa
Besatzungsmitglieder S.M.S. Bussard auf Samoa

Am 24. März 1894 traf mach sich mit dem Schwesterschiff S.M.S. Falke in Sydney und anschließend lagen beide Schiffe vor Apia auf Samoa. Im Juni 1894 brach dort wieder Unruhen aus, die gemeinsam mit der britischen Korvette Curacao niedergeschlagen wurden. Vom Dezember 1894 bis Februar 1895 fanden Überholungsarbeiten in Auckland statt.

S.M.S. Bussard
S.M.S. Bussard

In Sydney traf man am 17. März 1895 den dritten deutschen Stationär S.M.S. Möwe. Im Jahr 1896 machte sich eine Überholung des Kreuzers von Ende Januar bis Anfang Mai erforderlich. Anschließend wurde ein Einsatz in Jaluit notwendig, um aufständische Einwohner zu entwaffnen. Im Januar 1897 wurde das Schiff einer Grundüberholung in Auckland unterzogen, im Februar/März und Juni erfolgte ein Besuch Sydneys und Mitte September/Mitte Oktober ein Besuch Aucklands.

S.M.S. Bussard, Neptunfest
S.M.S. Bussard, Neptunfest

Im November machte sich ein Einsatz zur Unterstützung von S.M.S. Falke notwendig. Ende November bis Mitte Dezember lag S.M.S. Bussard vor Jaluit (Marshallinseln), danach bis Mitte Februar 1898 vor Herbertshöhe (Neupommern). Vom März bis April wurde das Schiff wiederum einer Grundüberholung in Sydney unterzogen und traf danach am 21. Mai 1898 in Apia (Samoa) ein. Am 18. November 1898 trat der Kreuzer die Heimreise über den Suezkanal und Marokko an.

S.M.S. Bussard
S.M.S. Bussard

Am 9. April 1899 in Kiel eingetroffen wurde S.M.S. Bussard am 20. April in Danzig außer Dienst gestellt. Auf der Kaiserlichen Werft Danzig erfolgten Modernisierungsumbauten. Nach dem Abschluss der Arbeiten erfolgte am 26. Juni 1900 die Indienststellung. Nach dem Ausbruch des Boxeraufstandes in China erfolgte die Umleitung von Ostafrika nach China. In Singapur am 4. September angekommen, schloss er sich dem Kreuzergeschwader an und wurde vor der mittelchinesischen Küste stationiert.

Gruss aus Kiautschou
Gruss aus Kiautschou

Vom 7. bis 17. September lag SMS Bussard in Tsingtau (Kiautschou) und anschließend erfolgten Überholungsarbeiten in Nagasaki (Japan). Danach blieb der Kreuzer auf Station in Tsingtau (Kiautschou) und verließ es erst am 26. April 1904 Richtung Deutsch-Ostafrika. Am 30. Juni erreichte das Schiff die Hauptstadt von Deutsch-Ostafrika Daressalam, schließend wurden mehrere Inspektionsreisen durchgeführt. Nach Ausbruch von Unruhen südlich der Rufiji-Mündung transportierte S.M.S. Bussard die 5. Kompanie der Kaiserlichen Schutztruppe unter Hauptmann Merker in das Einsatzgebiet.

S.M.S. Bussard, Mannschaft
S.M.S. Bussard, Mannschaft, Reserve 03-06

Nach Abschluss der Einsätze am 11. Februar 1906 kehrten die verschieden Detachements zurück an Bord; insgesamt waren 3 Tote zu beklagen. Gemeinsam mit S.M.S. Seeadler verblieb der Kreuzer bis 1909 als Stationär vor Deutsch-Ostafrika. Am 14. Dezember 1909 verließ S.M.S. Bussard Daressalam und traf nach 10 Jahren ununterbrochenem Dienst am 26. Februar 1910 in Kiel ein. Am 25. Oktober 1912 wurde das Schiff aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen, später verkauft und abgewrackt.

 

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

 

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