Darmstadt, Museum, Theater, Schloss

Städte im Großherzogtum Hessen

Das Großherzogtum Hessen (bis 1866 Hessen-Darmstadt) gehört zum Deutschen Reich und ist 7681 km². Im Jahr 1900 leben hier 1.119.890, (1905) 1.201.719 Einwohner. Es besteht aus zwei Hauptteilen:

  • den Provinzen Starkenburg und Rhein-Hessen, südlich vom Main, durch den Rhein voneinander getrennt, und
  • der Provinz Ober-Hessen im Norden, von der preußischen Provinz Hessen-Nassau umschlossen.

Ober-Hessen wird größtenteils vom Vogelsberg erfüllt, im Westen das Lahntal und die Wetterau sehr fruchtbar. Das Hauptland, vom Rhein und Main durchzogen oder begrenzt, enthält das Bergland des Odenwaldes, daneben fruchtbare Auen und rebenreiche Hügel.

Nach der Verfassungsurkunde vom 17. Dezember 1820 ist das Großherzogtum Hessen eine unteilbare konstitutionelle Monarchie und nach Erstgeburt und Linealerbfolge erblich. Die Landstände (nach Gesetz vom 6. September 1856 und vom 8. November 1872) bestehen aus 2 Kammern. An der Spitze der Verwaltung steht das Staatsministerium (des Innern, der Justiz, der Finanzen); unter ihm die 3 Provinzialdirektionen und die 18 Kreisämter; ferner Provinziallandtag und -ausschuss, Kreistag und -ausschuss. Hauptstadt ist Darmstadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) wurde der größte Teil der Provinz Hessen-Nassau Teil der Amerikanischen Besatzungszone. Der westliche Teil des Regierungsbezirks Wiesbaden fiel jedoch an die Französische Besatzungszone (Oberwesterwaldkreis, Unterwesterwaldkreis, Unterlahnkreis, Landkreis Sankt Goarshausen). Am 19. September 1945 gründete die amerikanische Besatzungsmacht den neuen Staat Groß-Hessen, der den rechtsrheinischen Teil des Volksstaates Hessen (das ehemalige Großherzogtum Hessen) sowie den größeren Teil der Provinz Hessen-Nassau umfasste, die wiederum mit dem früheren Kurhessen auch das historische Kerngebiet Hessens umfasste.

Das linksrheinische Rheinhessen dagegen wurde, wie die französisch besetzten Teile Nassaus, ein Teil des künstlich geschaffenen Landes Rheinland-Pfalz. Die Exklave Schmalkalden wurde 1944 dem Regierungsbezirk Erfurt angegliedert und ist seit 1945 ein Teil Thüringens.

Darmstadt, Hauptstadt des Großherzogtums Hessen und der Provinz Starkenburg. Im Jahr 1900 leben hier 72.381 Einwohner.

Alsfeld, Kreisstadt in der Provinz Oberhessen, an der Schwalm. Im Jahr 1900 leben hier 4364 Einwohner.

Bingen, Kreisstadt in der Provinz Rheinhessen, am Einfluss der Nahe in den Rhein. Im Jahr 1900 leben hier 9600 Einwohner.

Friedberg in der Wetterau, Stadt in der Provinz Oberhessen, an der Usa. Im Jahr 1900 leben hier 6889 Einwohner.

Gießen, Hauptstadt der Provinz Oberhessen, am Einfluss der Wieseck in die Lahn. Im Jahr 1900 leben hier 25.491 Einwohner.

Mainz, Hauptstadt der Provinz Rheinhessen und Festung, ehemals Residenz der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz, am Rhein. Im Jahr 1900 leben hier 84.251 (1905: 91.124) Einwohner.

Offenbach am Main, Kreisstadt in der Provinz Starkenburg, Hauptort der Standesherrschaft Isenburg-Birstein, am Main. Im Jahr 1900 leben hier 50.468 (1905: 59.806) Einwohner.

Wimpfen am Berg, Stadt in der Provinz Starkenburg, Exklave in Württemberg, am Neckar. Im Jahr 1905 leben hier 3139 Einwohner.

Worms, Kreisstadt in der Provinz Rheinhessen, 1 km links vom Rhein. Im Jahr 1900 leben hier 40.705 (1905: 44.288) Einwohner.

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