Wimpfen a. B., Obere Stadt

Wimpfen (Bad Wimpfen)

Wimpfen (Bad Wimpfen) im Großherzogtum Hessen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Wimpfen 3108 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Wimpfen am Neckar, Partie beim Hohenstaufentor
Wimpfen am Neckar, Partie beim Hohenstaufentor

Wimpfen (Bad Wimpfen) im Großherzogtum Hessen

Wimpfen (Wimpfen am Berg) ist eine Stadt im Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim.

Wimpfen liegt vom Hauptteil des Landes getrennt zwischen württembergischem und badischem Gebiet, 237 Meter über dem Meer, auf einer Anhöhe am Neckar, schräg der Mündung der Jagst gegenüber und an der Staatsbahnlinie Neckargemünd-Jagstfeld.

Wimpfen a. B., Partie am Hohenstaufentor
Wimpfen a. B., Partie am Hohenstaufentor

Wimpfen hat eine evangelische und eine katholische Kirche, eine Realschule, Reste einer um 1290 erbauten Kaiserpfalz, Amtsgericht, Oberförsterei, eine Saline (Ludwigshall) mit Solbad (Mathildenbad) und Steinsalzlager, Papier- und Zigarrenfabrikation, Wein- und Tabakbau. Im Jahr 1905 leben hier 3108 Einwohner. Östlich dabei der Flecken Wimpfen im Tal, mit schöner gotischer Stiftskirche aus dem 13. Jahrhundert und Tabakbau. Im Jahr 1905 leben hier 486 Einwohner.

Wimpfen a. B., Stadttor, Nürnberger Türmchen u. Roter Turm
Wimpfen a. B., Stadttor, Nürnberger Türmchen u. Roter Turm

Wimpfen entstand neben einer römischen Ansiedelung, gehörte dem Stift Worms, erwarb im 13. Jahrhundert die Vogtei als Reichslehen, wurde im 14. Jahrhundert Reichsstadt mit kleinem Gebiet und blieb es bis 1802. Im Jahr 1331 trat es dem Schwäbischen Städtebund bei. Wimpfen fiel 1802 an Baden und wurde 1803 an Hessen vertauscht. Am 6. Mai 1622 wurde hier Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach von Tilly besiegt; die Erzählung von den 400 Pforzheimern, die, um den Markgrafen zu retten, den Heldentod starben, ist Erfindung.

Wimpfen, Hauptstraße, Adlerbrunnen und Salzgasse
Wimpfen, Hauptstraße, Adlerbrunnen und Salzgasse

Seit 1930 nennt sich die Stadt Bad Wimpfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) wurde Bad Wimpfen Bestandteil Baden-Württembergs. Das Land Hessen beharrt aber weiterhin auf dem Standpunkt, dass Bad Wimpfen staatsrechtlich zu Hessen gehöre, erklärt jedoch, dass es „in Verwaltungsrechtsprechung und Gesetzgebung wie ein Bestandteil Baden-Württembergs behandelt wird„.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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