Türkheim im Elsaß

Türkheim im Elsaß

Türkheim im Reichsland Elsaß-Lothringen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Türkheim im Elsaß 2594 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Türkheim im Elsaß
Türkheim im Elsaß

Neben der Stadt Türkheim im Elsaß existiert im Deutschen Reich (Kaiserreich):

  • Türkheim in Bayern, ein Flecken im Königreich Bayern, Regierungsbezirk Schwaben, Bezirksamt Mindelheim mit im Jahr 1905 = 1933 Einwohner.

 

Türkheim im Reichsland Elsaß-Lothringen

Türkheim im Elsaß ist eine Stadt im Reichsland Elsass-Lothringen, Bezirk Bezirk Oberelsaß, Kreis Colmar, Kanton Winzenheim.

Türkheim liegt an der Fecht, aus der hier der Logelbach nach Colmar führt, und an der Eisenbahnlinie Colmar-Metzeral. Türkheim hat eine katholische Kirche, Baumwollspinnerei, Seidenfärberei, Papierfabrikation und Weinbau. Im Jahr 1905 leben in Türkheim 2594 meist evangelische Einwohner. Nordwestlich davon liegt Drei-Ähren. Türkheim, ehemals Thorencoheim oder Türnicheim, seit 1312 Stadt, war eine der zehn elsässischen Reichsstädte. Bei Türkheim siegte am 5. Januar 1675 Turenne über den kaiserlichen Feldherrn von Bournonville, den Herzog Karl von Lothringen und den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg.

Türkheim im Oberelsaß im Münstertal
Türkheim im Oberelsaß im Münstertal

Als Elsaß im Vertrag von Mersen 870 dem ostfränkischen Reich zufiel, wurde es dem Herzogtum Schwaben zugeteilt, dessen Herzoge bis zum Erlöschen des staufischen Hauses 1268 auch den Titel eines Herzogs von Elsaß führten. Schon im 12. Jahrhundert begann das Land zwischen Wasgau und Rhein in eine große Zahl selbständiger reichsunmittelbarer Herrschaften und Städte zu zerfallen; als Vertreter der Reichsgewalt waren Landgrafen und Reichsvögte bestellt.

Türkheim im Elsaß, Gemeinschaftsschule und Fluss Fecht
Türkheim im Elsaß, Gemeinschaftsschule und Fluss Fecht

Die Landgrafschaft im oberen Elsaß (Sundgau) besaßen seit dem 13. Jahrhundert die Grafen von Habsburg, im untern Elsaß (Nordgau) die Grafen von Öttingen. Die Landgrafschaft verlor im 14. Jahrhundert ihre Bedeutung, und die damit verbundenen Güter und Rechte wurden an das Bistum Straßburg verkauft. Einen größeren Einfluss behaupteten die Reichsvögte, deren Amt auch meist im Besitz der Habsburger war.

Solange die Reichsgewalt im Elsaß mächtig war, begünstigte sie die Reichsstädte, deren es außer Straßburg zehn gab: Hagenau, Colmar, Schlettstadt, Weißenburg, Oberehnheim, Rosheim, Mülhausen, Kaysersberg, Türkheim und Münster.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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