Kaysersberg (Kaisersberg) im Oberelsaß

Kantonsstadt im Reichsland Elsass-Lothringen, Bezirk Oberelsaß, Kreis Rappoltsweiler

Kaysersberg 2662 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Kaysersberg i. E., Stadtansicht
Kaysersberg i. E., Stadtansicht

Kaysersberg (Kaisersberg) im Oberelsaß

Kaysersberg (Kaisersberg) ist eine Kantonsstadt im Reichsland Elsass-Lothringen, Bezirk Oberelsaß, Kreis Rappoltsweiler. Sie liegt an der Weiß, 245 Meter über dem Meer und der Eisenbahnlinie Colmar-Schnierlach. Die Stadt hat eine alte katholische Kirche aus dem 11. Jahrhundert, Schloßruine, Amtsgericht, Oberförsterei, bedeutende Baumwollspinnerei und-Weberei, Holzstoffabrikation, Gerberei, Ziegelbrennerei, Säge- und Mahlmühlen, Weinbau und Weinhandel. Im Jahr 1900 leben hier 2662 meist katholische Einwohner. Kaysersberg wurde von Kaiser Friedrich II. gegründet und erhielt von König Adolf Stadtrecht. Nach Kaysersberg ist der berühmte Kanzelredner Geiler von Kaisersberg benannt.

Am 14. Januar 1875 wurde in Kaysersberg Albert Schweizer geboren. Schweizer war Arzt, evangelische Theologe, Organist, Philosoph, Pazifist und Friedensnobelpreisträger. Er gründete ein Krankenhaus in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun, veröffentlichte theologische und philosophische Schriften, Arbeiten zur Musik, insbesondere zu Johann Sebastian Bach, sowie autobiographische Schriften in zahlreichen und vielbeachteten Werken. 1953 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. Albert Schweizer starb am 4. September 1965 in Lambaréné, Gabun.

Als Elsaß im Vertrag von Mersen 870 dem ostfränkischen Reich zufiel, wurde es dem Herzogtum Schwaben zugeteilt, dessen Herzoge bis zum Erlöschen des staufischen Hauses 1268 auch den Titel eines Herzogs von Elsaß führten. Schon im 12. Jahrhundert begann das Land zwischen Wasgau und Rhein in eine große Zahl selbständiger reichsunmittelbarer Herrschaften und Städte zu zerfallen; als Vertreter der Reichsgewalt waren Landgrafen und Reichsvögte bestellt. Die Landgrafschaft im oberen Elsaß (Sundgau) besaßen seit dem 13. Jahrhundert die Grafen von Habsburg, im untern Elsaß (Nordgau) die Grafen von Öttingen. Die Landgrafschaft verlor im 14. Jahrhundert ihre Bedeutung, und die damit verbundenen Güter und Rechte wurden an das Bistum Straßburg verkauft. Einen größeren Einfluss behaupteten die Reichsvögte, deren Amt auch meist im Besitz der Habsburger war. Solange die Reichsgewalt im Elsaß mächtig war, begünstigte sie die Reichsstädte, außer Straßburg gab es zehn: Hagenau, Colmar, Schlettstadt, Weißenburg, Oberehnheim, Rosheim, Mülhausen, Kaysersberg, Türkheim und Münster.

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