Hermannsdenkmal

Hermannsdenkmal
Hermannsdenkmal

Das Hermannsdenkmal bei Detmold im Fürstentum Lippe. Entstehung und Geschichte in zeitgenössischen Ansichtskarten.

Gruss vom Hermannsdenkmal
Gruss vom Hermannsdenkmal

Daten des Hermannsdenkmals:

  • Einweihung 1875
  • Schöpfer: Ernst von Bandel
  • Gesamthöhe des Denkmals 56 Meter
  • Unterbau 30 Meter
  • Figur bis zur Schwertfaust 19 Meter
  • Das Schwert ist 7½ Meter lang und wiegt 11 Zentner
Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald
Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald

Die Geschichte des Hermannsdenkmals:

Das Hermannsdenkmal erinnert an den germanischen Feldherren Arminius (Hermann), der vor rund 2000 Jahren im Teutoburger Wald ein römisches Heer unter Varus vernichtete und Rom damit die nachhaltigste Niederlange seiner Geschichte beibrachte.

Hermannsschlacht im Teutoburger Walde (Holzstich)
Hermannsschlacht im Teutoburger Walde (Holzstich)

Die Hermannsschlacht, heute auch fälschlicherweise „Varusschlacht“ genannt (es wird in derartigen Schlachten immer der Siegername verwendet) gilt in der traditionellen Geschichtsschreibung als Geburtsstunde der Deutschen.

Hermannsdenkmal
Hermannsdenkmal

Die ersten Pläne zur Errichtung eines Hermannsdenkmals wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts gefasst. Der Landgraf Friedrich V. von Hessen-Homburg betrieb wohl als erster seit 1782 konkrete Denkmalspläne. Der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock unterstützte ihn begeistert und verfasste die vorgesehenen Inschriften. Wegen der Napoleonischen Kriege (1803 – 1815) und wegen allgemeinen Geldmangels kam dieser Plan nicht zur Ausführung.

Hermannsdenkmal
Hermannsdenkmal

Wilhelm Tappe, Landbaumeister in Lippe von 1813 bis 1819, schlug den Bau eines runden, leicht zugespitzten Turms aus rohen Felsstücken als Sockel für die Arminiusfigur vor. Das Denkmal sollte auf einem möglichst steil aufragenden Berg des Teutoburger Waldes stehen. Auch dieser Plan ist nie zur Ausführung gelangt.

Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald
Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald

Ernst von Bandel, der Schöpfer des Herrmannsdenkmals

Ernst von Bandel

Ernst von Bandel
* 17.05.1800 in Ansbach,
† 26.09.1876 in Neudegg;
Schöpfer des Hermanndenkmals im Teudoburger Wald.

Ernst von Bandel entstammte einer preußischen Beamtenfamilie. Seine geistige Haltung wurde entscheidend durch die Freiheitskriege (1813 – 1815) gegen Napoleon geprägt. Nach 1828 verdichteten sich Bandels Absichten zum Bau eines Hermannsdenkmals zu konkreteren Plänen. 1837 wurde in Detmold ein „Verein für das Hermannsdenkmal“ gegründet, später u.a. auch in Hannover, München, Osnabrück, Münster, Paderborn, Lübeck, Bremen, Stettin und Berlin, deren Aufgabe die Werbung für das Denkmal und die Beschaffung von Geld sein sollte.

In der Geburtsstätte des Hermann-Denkmals

Am 8. September 1841 hielt der Detmolder Verein anlässlich der Schließung des Grundsteingewölbes eine Feier auf der Grotenburg ab. 1844 gingen die Einnahmen des Vereins rapide zurück, dass der Bau ins Stocken geriet. Bandel opferte sein Privatvermögen, ohne eine Wende herbeiführen zu können. 1862 gründete sich in Hannover ein neuer „Verein für das Hermannsdenkmal“. Endlich konnten die Arbeiten fortgesetzt werden. Die entscheidende Wende kam mit dem Besuch König Wilhelms I. von Preußen in der Werkstatt des Künstlers in Hannover 1869. Über das Ereignis berichteten alle Zeitungen ausführlich. Bandel stellte sein Werk unter das Patronat des preußischen Königs, der seinerseits mehrere tausend Taler aus seiner Privatschatulle spendete.

Hermannsdenkmal und Ernst von Bandel

Am 16. August 1876 wurde das Denkmal feierlich eingeweiht. Kaiser Wilhelm I. saß persönlich auf der Ehrentribüne neben Bandel, der mit Orden und Ehren gefeiert wurde. Nur kurze Zeit später, am 26. September 1876, starb Bandel bei seinem Stiefbruder in Neudegg (Bayern). Unter großer Anteilnahme wurden seine sterblichen Überreste nach Hannover überführt und auf dem Engesohder Friedhof beigesetzt.

Die Einweihung des Hermanndenkmals, aus "Die Gartenlaube", 1875
Die Einweihung des Hermanndenkmals, aus „Die Gartenlaube“, 1875

Das Hermannsdenkmal in New Ulm, Minnesota USA

1897 wurde in New Ulm, Minnesota USA, der kleinere Bruder (31 Meter Höhe) des Detmolder Hermannsdenkmals fertig gestellt und eingeweiht.

Hermann der Cherusker (Arminius)

Hermann der Cherusker übergibt den Silberschatz Galgenberge (Holzstich)
Hermann der Cherusker übergibt den Silberschatz Galgenberge (Holzstich)

Arminius (fälschlich für die römische Form des Namens Hermann gehalten), gilt als Befreier Deutschlands vom römischen Joch. Der Sohn des Cheruskerhäuptlings Segimer, geboren 17 v. Chr. vereinte, aus dem römischen Kriegsdienst nach Germanien zurückgekehrt, die unzufriedenen Stämme und vernichtete durch List in dreitägiger Schlacht (Hermannsschlacht) 9 n. Chr. 3 römische Legionen unter Varus im Teutoburger Wald. Der Cheruskerfürst Segestes, dessen Tochter Thusnelda Arminius entführt hatte, rief 15 n. Chr. die Römer gegen ihn zu Hilfe.

Thusnelda im Triumphzug des Germanicus in Rom
Thusnelda im Triumphzug des Germanicus in Rom

Als Germanikus nun Thusnelda raubte und nach Rom führte (wo sie den Thumelicus gebar), rief Arminius aufs neue die Deutschen unter die Waffen. Im Jahr 16 lieferte er dem Germanikus 2 Schlachten bei Idistavisus und am Steinhuder Meere und besiegte im Jahr 17 den Markomannenfürsten Marbod. Arminius wurde, des Strebens nach Alleinherrschaft verdächtig und im Jahr 21 von Verwandten ermordet. Das ihm errichtete Hermannsdenkmal (57 m hoch) auf der Grotenburg bei Detmold (von Bandel) 1875 enthüllt.

Deutschland 2009 „2000 Jahre Varusschlacht“

Im Jahre 2009 gab die Deutsche Post anlässlich des 2000. Jahrestages der Hermannsschlacht eine Sonderbriefmarke „2000 Jahre Varusschlacht“ heraus.

Das Römerlied (Originalfassung)

Gruss aus dem Teutoburger Wald
Gruss aus dem Teutoburger Wald

Text: Josef Viktor von Scheffel (16.02.1826 – 09.04.1886)

1. Als die Römer frech geworden,
Zogen sie nach Deutschlands Norden,
Vorne beim Trompetenschall
Ritt der Generalfeldmarschall,
Herr Quinctilius Varus.

2. Doch im Teutoburger Walde,
Huh, wie pfiff der Wind so kalte;
Raben flogen durch die Luft
Und es war ein Moderduft
Wie von Blut und Leichen.

3. Plötzlich aus des Waldes Duster
Brachen krampfhaft die Cherusker;
Mit Gott für Fürst und Vaterland
Stürmten sie von Wut entbrannt
Gegen die Legionen.

4. Weh! das ward ein großes Morden.
Sie erschlugen die Cohorten;
Nur die römische Reiterei
Rettete sich noch ins Frei‘,
Denn sie war zu Pferde.

5. O Quinctili! armer Feldherr!
Dachtest du, dass so die Welt wär?
Er gerieth in einen Sumpf,
Verlor zwei Stiefel und einen Strumpf
Und blieb elend stecken.

6. Da sprach er voll Aergernussen
Zum Centurio Titiussen:
„Kamerade, zeuch dein Schwert hervor
Und von hinten mich durchbohr,
Da doch alles futsch ist.“

7. In dem armen römischen Heere
Diente auch als Volontaire
Scävola, ein Rechtscandidat,
Den man schnöd gefangen hat,
Wie die Andern Alle.

8. Diesem ist es schlimm ergangen;
Eh daß man ihn aufgehangen
Stach man ihn durch Zung‘ und Herz,
Nagelte ihn hinterwärts
Auf sein Corpus Juris.

9. Als die Waldschlacht war zu Ende,
Rieb Fürst Hermann sich die Hände
Und um seinen Sieg zu weih’n
Lud er die Cherusker ein
Zu ’nem großen Frühstück.

10. Nur in Rom war man nicht heiter,
Sondern kaufte Trauerkleider.
Grade als beim Mittagmahl
Augustus saß im Kaisersaal,
Kam die Trauerbotschaft.

11. Erst blieb ihm vor jähem Schrecken
Ein Stück Pfau im Halse stecken,
Dann gerieth er außer sich
Und schrie: „Varus, Fluch auf dich!
Redde legiones!“

12. Sein deutscher Sclave, Schmidt geheißen,
Dacht‘: „Ihn soll das Mäusle beißen,
Wenn er sie je wieder kriegt,
Denn wer einmal todt da liegt,
Wird nicht mehr lebendig.“

13. Nun zu Ehren der Geschichten
Will ein Denkmal man errichten,
Schon steht das Piedestal,
Doch wer die Statue bezahl‘
Weiß nur Gott im Himmel.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Meyers Konversations-Lexikon“ 5. Auflage in 17 Bänden 1893 – 1897
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 24 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1906 – 1908
  • „Meyers Kleines Konversations-Lexikon“, 7. Auflage in 6 Bänden Bibliographisches Institut Leipzig und Wien 1908
  • „Kleine Deutsche Staatskunde“, E. Stutzer – Dresden und Berlin, 1910

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