Küstenland

Trieste, Miramar
Trieste, Miramar

Küstenland mit Görz, Istrien und Triest als Kronländer des österreichischen Kaiserstaates in detaillierter Übersicht, Geschichte in alten Ansichtskarten.

k.k. Statthalterei in Triest.

Trieste, Panorama
Trieste, Panorama

Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca (Österreichisch Friaul)

Markgrafschaft Istrien

Reichsunmittelbare Stadt Triest und ihr Gebiet

Das österreichisch-illyrisches Küstenland, (ital. Litorale, slowen. Primorje) besteht aus drei Kronländern: der gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca, der Markgrafschaft Istrien und der reichsunmittelbaren Stadt Triest samt Gebiet, die ein Verwaltungsgebiet des österreichischen Kaiserstaates bilden. Es wird im Süden von der Adria, im Westen von Italien (Provinz Udine), im Norden von Kärnten und Krain und im Osten von Kroatien begrenzt und umfasst 7969 km² (144,7 Quadratmeilen), wovon auf Triest 95 km², auf Görz 2918 km², auf Istrien und die Inseln 4956 km² entfallen.

Der nordwestliche Teil des Landes gehört zum Gebiet der Julischen Alpen, mit den durch das Isonzotal getrennten und durch den Sattel des Predil (1162 m) zusammenhängenden Gruppen des Monte Canin (2610 m) und des Triglav (Mangart 2678 m, Triglav 2864 m). Südlich von der Idria beginnt der Karst, von dessen einzelnen Gruppen der Ternovaner Wald (1496 m), der eigentliche Karst (1029 m) und der den größten Teil von Istrien ausfüllende Tschitschenboden (Monte Maggiore 1396 m) dem Küstenland angehören. Die Westküste der Halbinsel Istrien hat eine sanfte Abdachung mit bequemen Buchten und Häfen. Dagegen ist die vom Quarnero bespülte Ostküste steil und schroff. Am Golf von Triest ist die Küste gleichfalls steil und wird erst am Busen von Monfalcone flach, von wo sich bis zur italienischen Grenze die Lagunen von Grado hinziehen. An der Westküste von Istrien liegen die Brionischen Inseln, im Quarnerobusen die größeren Inseln Veglia, Cherso, Lussin und Unie nebst kleineren Felseilanden.

Trieste, Canal grande
Trieste, Canal grande

Die Höhenzüge dieser wasserarmen, von Längentälern durchschnittenen Inseln haben, wie die istrischen Gebirge, die Richtung von Nordwesten nach Südosten. Das Karstgebiet des Küstenlandes enthält großartige Höhlen mit Tropfsteingebilden (Grotte von Corgnale, St. Kanzian etc.). Von den Küstenflüssen, die sich in die Adria ergießen, sind der Isonzo, dann in Istrien der Quieto und die Arsa die bedeutendsten. Größere Seen sind der schlammige Čepičsee nahe der Ostküste Istriens und der Vranasee auf der Insel Cherso. Das Klima ist am oberen Isonzo ziemlich rau, im übrigen warm. In Triest und Pola ist die mittlere Temperatur 14°C, in Görz 12,6°C. Gewitter sind häufig, die Regenmenge beträgt in Triest im Jahresmittel 111 cm.

Die 1848 gebildete Provinz Küstenland umfasst die gefürsteten Grafschaften Görz und Gradisca, die Markgrafschaft Istrien sowie die (seit 1849) reichsunmittelbare Stadt Triest mit ihrem Gebiet.

Abbazia
Abbazia

Wappen:

Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca

Görz: Schrägrechts gespalten; vorn von Silber und Rot fünfmal schräglinks gespalten, hinten in Blau ein gekrönter goldener Löwe.
Gradisca: Von Gold über Blau geteilt, darüber ein silbernes Ankerkreuz.

Markgrafschaft Istrien:

In Blau eine rotbewehrte goldene Ziege.

Markgrafschaft Istrien, Wappen
Markgrafschaft Istrien, Wappen

Stadt und Gebiet Triest:

Geteilt; oben in Gold ein gekrönter schwarzer Doppeladler, unten in Rot eine silberne Querbinde mit der goldenen Lanze des heiligen Sergius überlegt.

Triest, Wappen
Triest, Wappen

Landesfarben:

Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca

Weiß, Rot.

Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca, Landesfarben
Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca, Landesfarben

Markgrafschaft Istrien:

Gelb, Rot, Blau.

Markgrafschaft Istrien, Landesfarben
Markgrafschaft Istrien, Landesfarben

Stadt und Gebiet Triest:

Rot, Weiß, Rot.

Reichsunmittelbare Stadt Triest, Stadtfarben
Reichsunmittelbare Stadt Triest, Stadtfarben

Größe:

  • Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca:           2.918 km²
  • Markgrafschaft Istrien:                                   4.956 km²
  • Reichsunmittelbare Stadt Triest und ihr Gebiet:       95 km²

Einwohner:

  • Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca:          260.721 (Volkszählung von 1910)
  • Markgrafschaft Istrien:                                  403.566
  • Reichsunmittelbare Stadt Triest und ihr Gebiet:  230.000

Gewässer:

Von den Küstenflüssen, die sich in die Adria ergießen, sind der Isonzo, dann in Istrien der Quieto und die Arsa die bedeutendsten.

Görz am Isonzo
Görz am Isonzo

Bewohner:

Die Zahl der Bewohner betrug 1890: 695.384, 1900: 756.546 (wovon auf Triest 178.599, auf Görz und Gradisca 232.897, auf Istrien 345.050 kommen). Auf 1 km² entfallen 95 Bewohner. Die Bevölkerung ist fast ausschließlich römisch-katholisch, der Nationalität nach sind 50 % Slawen (und zwar Slowenen im Görzischen, in Triest und im nördlichen Teil von Istrien, Serbokroaten im südlichen Teil Istriens), 47 % Italiener, 3 % Deutsche und Angehörige verschiedener Stämme.

Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca (1910):

  • Slowenen 154.564 = 58 %
  • Italiener     90.119 = 36 %
  • Deutsche     4.486 =  2 %

Die Slowenen überwiegen hauptsächlich im Norden und bilden die Masse der Landbevölkerung. Die Italiener leben vorwiegend im Süden und bilden den größeren Teil der Stadtbewohner. Die Deutschen sind stärker nur in der Stadt Görz vertreten.

Markgrafschaft Istrien (1910):

  • Kroaten     168.184 = 43,5   %
  • Italiener     147.417 = 38,1   %
  • Slowenen    55.134 = 14.26 %
  • Deutsche     12.735 =   3,3   %
Küstenland, Sprachen
Küstenland, Sprachen

Bevölkerungsdichte:

  • Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca: 89,3 Einwohner/km² (1910)
  • Markgrafschaft Istrien: 81,4 Einwohner/km² (1910)
  • Reichsunmittelbare Stadt Triest und ihr Gebiet: 2414,8 Einwohner/km² (1910)

Religion:

Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca:

  • römisch Katholisch            258.113    (99,0 %)
  • Evangelisch A.B./ H.B.              749
  • Juden                                   338

Markgrafschaft Istrien:

  • römisch Katholisch             400.176  (99,16 %)
  • Griechisch-orthodoxe Serben   1.050
  • Evangelisch                         1.493
  • Juden                                   677
Pola, Schiffe in I. Reserve
Pola, Schiffe in I. Reserve

Wirtschaft:

Im allgemeinen ist das Küstenland an Ackerbauprodukten ziemlich arm, obwohl nur 6,5 % unproduktives Land sind. 12,8 % kommen auf Äcker, 12,5 auf Wiesen, 2,2 auf Gärten, 6,9 auf Weingärten, 29,7 auf Weiden und 29,3 % auf Waldungen. Das Ackerland wird hauptsächlich mit Mais und Weizen bebaut; 1903 wurden von ersterem 262.650, von letzterem 126.212 metrische Zentner geerntet. Außerdem werden auch andere Getreidesorten, Buchweizen und Sorghum, etwas Reis, ferner Kartoffeln (249.164 metrische Zentner), Wein (432.332 hl), Feigen (13.063 metrische Zentner), Kastanien (9983 metrische Zentner) und anderes Obst (37.309 metrische Zentner) sowie Olivenöl (7492 metrische Zentner) gewonnen. Die Viehzucht ist gering; die Pferde (1900: 10.468 Stück) werden namentlich in Istrien durch Maultiere und Esel (18.950 Stück) ersetzt. Der Bestand an Rindvieh (139.692 Stück) ist unzureichend; zahlreicher sind die Schafe (252.754 Stück), besonders in Istrien, jedoch von gemeinem Schlage. Von Bedeutung ist im ganzen Küstenland die Seidenraupenzucht (Ertrag an Kokons 1896: 632.000 kg), dann die Seefischerei, die Thunfische, Sardellen, Branzine und Schaltiere liefert (Wert der Ausbeute 1901/02: 3.232.784 Kronen). Auch an Bergbauprodukten ist das Küstenland arm. Es werden nur Braunkohlen (1903: 942.824 metrische Zentner) bei Albona in Istrien gefördert. Die Salinen von Capodistria und Pirano ergaben 259.723 metrische Zentner Seesalz. Auch liefern die Steinbrüche von Istrien einen sehr geschätzten Baustein. Die im allgemeinen nicht bedeutende Industrie hat hauptsächlich in den Städten Triest und Görz ihren Sitz; sonst wird noch besonders Rohseidengewinnung, Konservenfabrikation, Steinbearbeitung und Schiffbau betrieben. Haupterwerbszweige der Bewohner des Küstenlandes sind Handel und Seeschifffahrt. Das ganze Küstenland zählt 74 Häfen, unter denen Triest, der wichtigste Hafen Österreichs und der Adria, den ersten Rang einnimmt. Von den übrigen Häfen haben noch Pola, Lussin piccolo und Rovigno größere Bedeutung. Die Handelsflotte belief sich Ende 1903 auf 5205 Schiffe mit 258.337 Tonnen und 15.527 Mann Besatzung. An Eisenbahnen besitzt das Küstenland 318,5 km, an Landstraßen 5099 km, an Wasserstraßen 118,5 km. An Bildungsanstalten bestehen 501 Volksschulen, die von 87 % der schulpflichtigen Jugend besucht werden, 7 Gymnasien und 4 Realschulen (je drei mit deutscher Unterrichtssprache), eine Lehrer- und eine Lehrerinnenbildungsanstalt, ein erzbischöfliches Seminar, eine Handels- und nautische Akademie und eine Handelshochschule, eine Staatsgewerbeschule, 7 gewerbliche Fachschulen, eine nautische Schule, 2 landwirtschaftliche und eine Weinbauschule.

Seebad Grado, Viale Gradonico
Seebad Grado, Viale Gradonico

Politische Verwaltung und Einteilung  der Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca:

In politischer Hinsicht untersteht das Kronland Görz und Gradisca der k.k. Statthalterei in Triest. Die autonomen Angelegenheiten des Landes werden dagegen liegt in den Händen des Landtages für Görz und Gradisca, der für Verwaltungszwecke einen viergliedrigen Landesausschuss aus seiner Mitte wählt. Vorsitzender des Landtags ist der vom Kaiser ernannte Landeshauptmann, dem der Landeshauptmannstellvertreter zur Seite steht. Der Landtag setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • 1 Virilist, der Fürstbischof von Görz
  • 6 Vertreter des Großgrundbesitzes
  • 7 Abgeordnete der Städte und Märkte
  • 2 Vertreter der Görzer Handels- und Gewerbekammer
  • 10 Abgeordnete aus den Landesgemeinden
  • 6 der allgemeinen Wählerklasse

Das ganze Kronland zählt 143 Ortsgemeinden und 488 Ortschaften. Die administrative Einteilung umfasst die autonome Stadt Görz und 5 Bezirkshauptmannschaften:

Politischer BezirkGerichtsbezirkEinwohnerzahl der politischen BezirkeDichte
Stadt GörzI309951348
Görz LandCanale, Görz, Haidenschaft7386197
GradiscaCormons, Gradisca34155182
MonfalconeCervignano, Monfalcone53010122
SefanaKomen, Sefana3046165
TolmeinFlitsch, Karfreit, Kirchheim, Tolmein2823937
Parenzo - Riva Dante
Parenzo – Riva Dante

Politische Verwaltung und Einteilung der Markgrafschaft Istrien:

Die Markgrafschaft Istrien untersteht der k.k. Statthalterei in Triest. Die autonomen Angelegenheiten und die Landesgesetzgebung liegen in den Händen des istrischen Landtages, der in Parenzo tagt. Er zählt:

  • 3 Virilistenstimmen ( die 3 Landesbischöfe)
  • 1 Vertreter der Handelskammer
  • 5 Abgeordnete des Großgrundbesitzes
  • 12 der Städte
  • 14 der Landesgemeinden
  • 7 der allgemeinen Wählerklasse

Das ganze Land zählt 54 Ortsgemeinden und 558 Ortschaften.

Politischer BezirkGerichtsbezirkEinwohnerzahl der politischen BezirkeDichte
StadtI12313199
CapodistriaCapodistria, Piguente, Pirano89393108
LussinCherso, Lussin2126042
MitterburgAlbona, Mitterburg4851856
ParenzoBuje, Montona, Parenzo6135877
PolaDignano, Pola, Rovigno (Land)94983132
VegliaVeglia2125950
VoloscaCastelnuovo, Volosca5447272

Politische Verwaltung und Einteilung der Reichsunmittelbaren Stadt Triest und ihr Gebiet

Triest Stadt, Trieste Citta (1900)

BezirkeEinwohner
I. Bezirk15975
II. Bezirk21243
III. Bezirk19889
IV. Bezirk21159
V. Bezirk34399
VI. Bezirk19525
Militär1953
Summe134143
Trieste Vororte, Trieste Suborbio36679
Trieste Gebiert, Trieste Altipiano  7.777
Gesamtsumme178599

 

Geschichte:

Istrien: Im Altertum gehörte Istrien zu Illyrien. Die Römer lernten die Einwohner als verwegene Seeräuber kennen und unterjochten sie im 3. Jahrhunderts vor Christus Augustus und Tiberius schlugen das Land zu Italien. Im 6. Jahrhundert nach Christus eroberten es die Goten, denen es sodann die byzantinischen Kaiser wieder abnahmen. 789 unterwarf es Pippin, Sohn Karls des Großen, dem fränkischen Reich. Seit Mitte des 10. Jahrhunderts bildete Istrien eine von Friaul abgesonderte eigne Markgrafschaft, die aber dann wieder eine Zeit lang zum Herzogtum Kärnten gehörte, indem Heinrich I., Herzog von Kärnten, Istrien vom Kaiser Otto II. erhielt. Seitdem waren oft kärtnerische Prinzen Markgrafen von Istrien. Anderseits erwarben aber auch um 1077 die Patriarchen von Aquileja das Marchesat von Istrien, dem auch ein bedeutender Teil des heutigen Krain zugehörte. Um 1170 kam Istrien an die Grafen von Andechs, indem der mit dem Haus Kärnten verwandte Graf Berthold, der auch Titularherzog von Dalmatien war, Markgraf wurde. Ihm folgte 1188 sein Sohn Berthold und diesem 1204 sein vierter Sohn, Herzog Heinrich von Dalmatien. König Philipp nahm diesem, da er es mit dem Gegenkönig Otto IV. hielt, die Markgrafschaft, und weil Heinrich an der Ermordung Philipps teilgenommen hatte, musste er fliehen, worauf Kaiser Otto I. 1208 dem Herzog Ludwig von Bayern gab. Dieser trat es dem Patriarchen Wolcher von Aquileja ab, der darauf Anspruch erhob. In der Folge kam die Grafschaft Mitterburg an die Grafen von Görz als Vögte Aquilejas und Conti d’Istria und mit Görz an Österreich; sie bildete mit der Herrschaft Castuadas österreichische Istrien (zu welchem man indes auch das Litorale mit der Hauptstadt Triest rechnete, welches zu dem Herzogtum Krain geschlagen worden war). Das vom österreichischen Istrien durchschnittene venezianische Istrien umfasste Monfalcone, Grado, Capo d’Istria, Pola, Parenzo, Rovigno, Umago, Albona, Fianona und andere Städte, überhaupt den größten Teil der Halbinsel. Nach dem Frieden von Campo Formio (1797) besetzte Österreich auch den venezianischen Teil des Landes, zu welchem noch mehrere venezianische Besitzungen geschlagen wurden. Als aber Österreich in dem Frieden zu Preßburg auf sämtliche venezianische Besitzungen Verzicht geleistet hatte, musste es auch Istrien an Frankreich abtreten, und dasselbe wurde zum Königreich Italien geschlagen. Man bildete daraus und aus einigen anderen Parzellen das Departement Istrien (2900 km² oder 52 Quadratmeilen mit 82.300 Einwohnern, Hauptstadt Capo d’Istria). 1808 ernannte Napoleon I. den Marschall Bessières zum „Herzog von Istrien“ Später wurde Istrien von Napoleon mit den illyrischen Provinzen vereinigt. 1813 wurden die beiden Gebiete von den Österreichern zurückerobert, und seit 1815 bildet Istrien wieder einen Teil der österreichischen Monarchie. In Pola befindet sich der Hauptkriegshafen der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Veglia
Veglia

Triest (Tergeste) wurde 178-177 vor Christus mit Istrien dem römischen Reich einverleibt und unter Augustus zu einer römischen Kolonie gemacht. Im Mittelalter tritt es zunächst als Bischofsstadt mit einem bedeutenden Territorium (der römischen regio) hervor. Der Kommune gelang es im 13. Jahrhundert, dem Bischof die wichtigsten Hoheitsrechte teils abzuringen, teils abzulösen. Doch befand es sich, im wechselnden Kampf um seine Selbstständigkeit Venedig gegenüber, in einer schwankenden Stellung zum Patriarchen von Aquileja als „Markgrafen von Istrien“ und zu dessen Vögten, den Grafen von Görz, als „Grafen von Istrien“. Nach dem großen venezianischen Krieg von 1379 bis 1381 kam es 1382 an Österreich und blieb fortan unter dessen Herrschaft, mit Ausnahme der Zeit von 1797 bis 1805, in der es die Franzosen besetzt hielten, und von 1809 bis 1813, in der es zu der illyrischen Provinz Frankreichs gehörte, bis auf die Gegenwart. Die Stadt wurde nun bald die glückliche Rivalin Venedigs und, besonders seitdem Kaiser Karl VI. sie zum Freihafen erklärt, die Beherrscherin der Adria. 1818 wurde sie nebst Gebiet dem deutschen Bundesgebiet (Deutscher Bund) einverleibt. Durch kaiserliches Dekret vom 2. Oktober 1849 wurde die Stadt nebst Gebiet zur reichsunmittelbaren Stadt erhoben.

Trieste, S. Glusto
Trieste, S. Glusto

Görz (ital. Gorizia, slowenisch Gorica), ist seit 1849 mit Gradisca ein selbstständiges Kronland der österreichischen Monarchie, das den Titel „gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca“ führt und mit dem Gebiet von Triest und der Markgrafschaft Istrien ein gemeinsames Verwaltungsgebiet, das österreichisch-illyrische Küstenland, bildet. Die Landschaft gehörte in frühster Zeit zu Illyricum, später zum Herzogtum Friaul. Im 11. Jahrhundert wurde es zu einer besondern Grafschaft erhoben, welche in der Familie der Eppensteiner und seit dem 12. Jahrhundert in der der Lurngauer Grafen von Görz, einer Linie der Grafen von Pusterthal, erblich war. Im Jahr 1500, nach dem Aussterben der Grafen von Görz, fiel das Land an Österreich, mit dem es bis auf eine kurze Unterbrechung zur Zeit der französischen Okkupation 1809-14 vereinigt blieb.

Görz, Hauptplatz mit Kastell
Görz, Hauptplatz mit Kastell

Die gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca wird auch Österreichisch Friaul genannt. Mit der Markgrafschaft Istrien und der Reichsunmittelbare Stadt Triest bildet sie auch das so genannte Österreichisch-illyrische Küstenland.

Quellenhinweise:

  • „Allgemeines Ortschaften-Verzeichnis der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“, Wien 1902
  • „Andrees neuer allgemeiner und österreichisch-ungarischer Handatlas“, 1904
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Österreichs Hort – Geschichts- und Kulturbilder aus den Habsburgischen Erbländern“, 1908
  • „Österreichische Bürgerkunde – Handbuch der Staats und Rechtskunde“ um 1910
  • „Mein Österreich – Mein Heimatland“ 1915

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Littai
Triest

 

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