Cottbus, Der Cottbuser Postkutscher putzt den Cottbuser Postkutschkasten

Cottbus

Cottbus im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Cottbus 46.269 Einwohner – 1905 = 90. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Cottbus, Marktplatz mit Rathaus
Cottbus, Marktplatz mit Rathaus

Cottbus in Brandenburg im Königreich Preußen

Cottbus (Kottbus) ist eine Stadt (Stadtkreis) im Königreich Preußen, Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Frankfurt, liegt an der Spree und 75 Meter über dem Meer.

Cottbus hat 4 evangelische und eine katholische Kirche sowie eine Synagoge. Im Jahr 1900 leben in Cottbus mit der Garnison (2 Bataillone Infanterie Nr. 52) 39.322 Einwohner, der Großteil sind Evangelische, 2182 sind Katholiken und 371 Juden.

Cottbus, Marktplatz mit Blick nach der Oberkirche
Cottbus, Marktplatz mit Blick nach der Oberkirche

Die Industrie erstreckt sich in erster Linie auf die hier seit Jahrhunderten blühende Tuchfabrikation, in der 1903 über 6000 Arbeiter tätig waren, die 200.000 Stück Tuch im Werte von 33 Millionen Mark herstellten. Ansonsten hat die Stadt noch Wollspinnerei, Lein- und Segeltuchweberei, Färberei, Fabrikation von Smyrnateppichen, Wollfilzhüten, Dampfkesseln, Maschinen, Dachpappe, Rohrgeweben, Draht, Preßhefe, Essigsprit, Salmiak, Seife, Malz, Tabak und Zigarren, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei, Eisengießerei, Ziegelbrennerei, Dampfsägemühlen, eine Eisenbahnhauptwerkstatt, ein Elektrizitätswerk etc.

Cottbus, Spremberger Turm
Cottbus, Spremberger Turm

Der Handel in Cottbus, unterstützt durch eine Handelskammer und eine Stelle der Reichsbank (Umsatz 1904: 492,1 Millionen Mark) und andere öffentliche Bankinstitute, ist besonders in Tuch, Getreide, Ölen, Fetten, Petroleum und Spedition bedeutend. Alljährlich findet im Mai ein Wachs- und im September ein Karpfenmarkt statt. Den Verkehr in der Stadt vermittelt eine elektrische Straßenbahn. Für den Eisenbahnverkehr ist die Stadt Knotenpunkt der Staatsbahnlinien BerlinGörlitz, Bentschen-Cottbus, Halle-Cottbus, Cottbus-Sagan, Großenhain-Frankfurt a. O. und der „Lübben-Kottbuser Kreisbahn“. Cottbus hat ein Gymnasium, Realschule, Präparandenanstalt, eine höhere Fachschule für Textilindustrie, Diakonissenanstalt (Salem), ein Stift für Waisen und verarmte Männer und Frauen (Riedelstift) etc.

Cottbus, Kaiser-Wilhelm-Platz
Cottbus, Kaiser-Wilhelm-Platz

Die Stadt Cottbus ist Sitz eines Landgerichts, des Landratsamtes für den Landkreis Cottbus, eines Hauptsteueramtes, von zwei Berginspektionen etc. Die städtischen Behörden zählen 13 Magistratsmitglieder u. 45 Stadtverordnete. Zum Landgerichtsbezirk Cottbus gehören die 12 Amtsgerichte zu Cottbus, Dobrilugk, Finsterwalde, Kalau, Kirchhain i. L., Lieberose, Lübben, Lübbenau, Luckau, Peitz, Senftenberg und Spremberg. In der Nähe liegen Schloss Branitz und im Stadtwald eine von der Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalt für die Provinz Brandenburg erbaute Lungenheilstätte für Frauen.

Cottbus, Stadttheater
Cottbus, Stadttheater

Cottbus, erstmalig 1126 urkundlich genannt, bildete seitdem eine Privatherrschaft, die 1445 vom Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg durch Kauf erworben, und deren Besitz im Frieden von Guben 1462 bestätigt wurde. Es besaß seit dem 14. Jahrhundert Münzgerechtigkeit. 1807–13 gehörte es zum Königreich Sachsen. Seit 1814 wieder zum Königreich Preußen.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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