Apenrade

Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Schleswig-Holstein, Regierungsbezirk Schleswig

Apenrade 7769 Einwohner – 1910 (Städte im Kaiserreich)

Apenrade, Partie von Damm's Ziegelei
Apenrade, Partie von Damm’s Ziegelei

Apenrade

Apenrade ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Schleswig-Holstein, Regierungsbezirk Schleswig. Sie liegt an der Ostsee, ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Rothenkrug-Apenrade und von 2 Kleinbahnen. Die Stadt hat eine evangelische Kirche, ein Rathaus mit den Bildern der Fürsten oldenburgischen Stammes, Navigationsschule, Amtsgericht, Oberförsterei, Hafen, Orgel- und Maschinenbau, Bierbrauerei, Fischräucherei und Viehhandel. Im Jahr 1900 leben hier 5952 (1910 = 7769) Einwohner.

Das schleswigsche Apenrade erhielt 1284 Stadtrechte. 1848 nahm die Bürgerschaft auf der Seite der aufständischen Schleswig-Holsteiner gegen die dänische Fremdherrschaft teil. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg wurde es am 9. Februar 1864 von den Preußen besetzt. Der Versailler Vertrag bestimmte nach dem 1. Weltkrieg eine Volksabstimmung in Nordschleswig. Um Dänemark den gewünschten Gebietsgewinn sicherzustellen wurde Nordschleswig in zwei Abstimmungszonen eingeteilt. In der nördlichen Zone votieren erwartungsgemäß 74,2 % der Stimmberechtigten für Dänemark, in der südlichen 80 % für Deutschland. In Apenrade stimmten 55,1 % für Deutschland, trotzdem wurde die Stadt infolge der Abtrennung Nordschleswigs 1920 Dänemark angegliedert. Die Dänen gaben der Stadt den künstlichen Namen Aabenraa (Åbenrå).