Beuthen in Oberschlesien (Oberbeuthen)

Stadt und Stadtkreis im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Oppeln

Beuthen 60.059 Einwohner – 1905 = 68. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Beuthen O.-S., Kaiser-Franz-Josef-Platz mit Kaffee Hindenburg
Beuthen O.-S., Kaiser-Franz-Josef-Platz mit Kaffee Hindenburg

 

Neben der Stadt Beuthen in Oberschlesien (Oberbeuthen) existiert im Deutschen Reich (Kaiserreich):

  1. Beuthen an der Oder (Niederbeuthen), eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Freistadt, an der Oder und der Staatsbahnlinie Glogau-Reppen. Die Stadt hat eine evangelische und eine katholische Kirche, ein Schloss und ein Amtsgericht. Beuthen an der Oder hat im Jahr 1900 = 3164 meist evangelische Einwohner. Das ehemalige berühmte Gymnasium wurde 1628 vom Kaiser aufgelöst. Beuthen an der Oder, in alten Urkunden Bytom genannt, erhielt im 13. Jahrhundert Festungswerke. Beuthen an der Oder ist der Hauptort des Mediatfürstentums Carolath-Beuthen.

 

Beuthen in Oberschlesien (Oberbeuthen)

Beuthen in Oberschlesien (Oberbeuthen) ist eine Stadt und Stadtkreis im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Oppeln, am Ursprung des Beuthener Wassers, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Gleiwitz-Schwientochlowitz und Tarnowitz-Emanuelsegen und liegt 309 Meter über dem Meer. Sie hat 5 katholische und eine evangelische Kirche, eine Synagoge, ein Gymnasium, eine Realschule, ein fürstbischöfliches Knabenseminar und 2 Waisenhäuser etc.

Im Jahr 1900 leben hier mit der Garnison (ein Infanteriebataillon Nr. 22) 51.404 Einwohner, der Großteil sind Katholische, 5622 sind Evangelische und 2594 Juden. Beuthen O.-S. hat Galmeigruben, Bergbau auf Steinkohlen und Brauneisenstein, eine Dampfmahl- und eine Dampfschneidemühle, Fabrikation von Marmor- und Sandsteinwaren, eine Kunstschlosserei, eine Fabrik für gebogene Möbel, eine Dampfbierbrauerei etc.

Beuthen O.-S. ist Sitz eines Landgerichts, eines Bergreviers, eines Landratsamtes für den Landkreis Beuthen, einer Handelskammer und einer Nebenstelle der Reichsbank. Der zu Beuthen O.-S. gehörige Gutsbezirk Beuthen umfasst die Eisen- und Walzwerke Friedenshütte und Eintrachthütte und die Zinkwerke Klara-, Rosamunden- und Beuthener Hütte. Zum Bezirk des Landgerichts Beuthen gehören die fünf Amtsgerichte zu Beuthen, Kattowitz, Königshütte, Myslowitz und Tarnowitz.

Beuthen O.-S. wird urkundlich zuerst 1178 erwähnt und erhielt 1254 deutsches Stadtrecht. Die Herrschaft Beuthen war böhmisches Lehen und kam 1526 an den Markgrafen Georg von Ansbach. 1603 nahm Joachim Friedrich von Brandenburg die Herrschaft Beuthen, nebst Jägerndorf für seinen Sohn Johann Georg in Besitz. Letzterer verlor sie aber 1620 als Anhänger des Winterkönigs, worauf Kaiser Ferdinand II. den Grafen Lazarus Henckel von Donnersmark damit belehnte. 1697 erhob sie Kaiser Leopold zur freien Standesherrschaft. Zwei Anteile davon sind übriggeblieben, der des Grafen Henckel von Donnersmark in Siemianowitz und der des Grafen gleichen Namens in Neudeck.

Ende Februar 1945 eroberte die Rote Armee Beuthen, danach wurden in der Stadt Brände gelegt und u.a. das Rathaus zerstört. Beuthen wurde unter polnische Verwaltung gestellt und der Großteil der Einwohner vertrieben. Tausende deutsche Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter mussten zunächst in den sieben Beuthener Steinkohlengruben arbeiten. Die Polen nennen die Stadt nun Bytom.