Myslowitz, Drei-Kaiser-Ecke

Myslowitz

Myslowitz in Oberschlesien im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Myslowitz 15.845 Einwohner (1905)

Myslowitz, Synagoge, Volksschule, Wilhelmsplatz, Gymnasium, Magistrat und Polizeiverwaltung
Myslowitz, Synagoge, Volksschule, Wilhelmsplatz, Gymnasium, Magistrat und Polizeiverwaltung

Myslowitz in Oberschlesien im Königreich Preußen

Myslowitz ist eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Oppeln, Landkreis Kattowitz, liegt an der schiffbaren Przemsa, über die hier eine ca. 200 Meter lange Brücke nach dem polnischen Städtchen Modrzejow führt und 267 Meter über dem Meer.

Myslowitz ist Knotenpunkt der preußischen Staatsbahnlinie Kandrzin-Oswiecim, Trzebinia-Myslowitz der Kaiser Ferdinand-Nordbahn sowie der elektrischen Straßenbahn Kattowitz-Myslowitz. Myslowitz hat eine evangelische und 3 katholische Kirchen, eine Synagoge, Schloss, Denkmäler der Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich III., Gymnasium, Präparandenanstalt, Amtsgericht, Hauptzollamt, Berginspektion, Steinkohlenbergbau, ein Zinkwalz- und ein Dampfhobelwerk, Flachsgarnspinnerei, 2 Dampfziegeleien.

Myslowitz, Wilhelmsplatz mit Kaiser Wilhelm-Denkmal
Myslowitz, Wilhelmsplatz mit Kaiser Wilhelm-Denkmal

Im Jahr 1905 leben in Myslowitz 15.845 Einwohner, der Großteil sind Katholiken, 1538 sind Evangelische und 614 Juden. Myslowitz wurde erst 1857 zur Stadt erhoben. In der Nähe der Ortschaft Myslowitz, grenzen das Deutsche Kaiserreich, das Kaisertum Österreich und das russische Zarenreich (Zar = Kaiser) aneinander und bilden das Dreikaisereck.

Dreikaisereck
Dreikaisereck

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) bestimmte der Versailler Vertrag 1919 eine Volksabstimmung in Oberschlesien. 1921 votierten 5827 Stimmberechtigte in Myslowitz (56,3%) für einen Verbleib bei Deutschland. Entgegen dieses Ergebnisses wurde die Stadt 1922 Polen zugesprochen. Der 1907 gebaute und 22 Meter hohe Bismarckturm wurde ab 1933 von den Polen zerstört. Das Gebiet des ehemaligen Dreikaiserecks liegt heute vollständig auf polnischem Staatsgebiet.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911
  • „Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit“ von Heinz Nawratil, Universitas 2007

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