S.M.S. Emden

S.M.S. Emden (1908)

S.M.S. Emden (1908), Kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Emden, Kleiner Kreuzer 1908
S.M.S. Emden, Kleiner Kreuzer 1908

S.M.S. Emden (1908) – Angaben

Name:Seiner Majestät Schiff Emden
Namensherkunft:Emden , Stadt im  Königreich Preußen ,  Provinz Hannover , Regierungsbezirk  Aurich  (Ostfriesland)
Stapellauf:26.05.1908 in  Danzig  ( Kaiserliche Werft Danzig )
Schwesterschiffe:S.M.S. Emden, S.M.S. Dresden
Besatzung:ca. 361 Mann
Maße:Länge 118 m - Breite 13,5 m - Tiefgang: 5,1 m
Wasserverdrängung:3650 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:24,1 kn
Bewaffnung:10 Schnellfeuerkanonen Kaliber 10,5 cm
Ende:Am 09.11.1914 nach einem Gefecht mit dem artilleristisch stark überlegenen britischen Kreuzer "Sydney" bei den Cocos-Inseln auf Land gesetzt.

S.M.S. Emden (1908) – Geschichte

Kapitän Müller, * 16.06.1873 in Hannover, † 11.03.1923 in Braunschweig
Kapitän Müller, * 16.06.1873 in Hannover, † 11.03.1923 in Braunschweig

S.M.S. Emden war ein Auslandkreuzer. Unter der Führung ihres ritterlichen Kommandanten, des Fregattenkapitäns Karl von Müller, erlangte das deutsche Kriegsschiff weltweite Berühmtheit. Mit erstaunlicher Kühnheit ging Kapitän von Müller mit dem Schiff mitten in den Brennpunkt englischer Interessensphären im Indischen Ozean. Er durchkreuzte den Golf von Bengalen, umschiffte Ceylon, beschoss Madras und versenkte auf der Reede von Penang den russischen Kreuzer Schemtschug.

S.M.S. Emden versenkt den russischen Kreuzer Schemtschug
S.M.S. Emden versenkt den russischen Kreuzer Schemtschug

Während dieser Zeit führte er ununterbrochen mit größtem Erfolg Handelskrieg. Dann stieß er gegen die britische Funkenstation auf den Cocosinseln vor und traf hier in einem ähnlichen Missgeschick wie Graf Spee bei den Falklandinseln mit einer erheblich überlegenen feindlichen Streitmacht, dem Kreuzer Sydney, zusammen.

S.M.S. Emden, Hafen von Pulo-Pinang, 30 Oktober 1914. Die Emden vernichtet den russischen Kreuzer Schemtschug und einen französischen Torpedojäger
S.M.S. Emden, Hafen von Pulo-Pinang, 30 Oktober 1914. Die Emden vernichtet den russischen Kreuzer Schemtschug und einen französischen Torpedojäger

Nach heldenhafter, aber aussichtsloser Verteidigung unterlag S.M.S. Emden den stärkeren Waffen. Fühlbarer fast als der ungeheure materielle Schaden, den die Emden bewirkte, war die moralische Schädigung des britischen Ansehens in den malaiischen und indischen Ländern.

S.M.S. Emden, "Das Eiserne Kreuz der Tapferen Emden"
S.M.S. Emden, „Das Eiserne Kreuz der Tapferen Emden“

Es wird berichtet, dass Einheimische noch heute nicht selten ihren Kindern den Namen Emden geben und dass das Wort Emden in die Sprache der Singhalesen mit der Bedeutung „unüberwindlich“ oder „verwegen“ dauernden Eingang gefunden hat.

Ankunft des Kapitän Mücke mit der Emden-Mannschaft in Konstantinopel (Istanbul)
Ankunft des Kapitän Mücke mit der Emden-Mannschaft in Konstantinopel (Istanbul)

Das Landungskorps der Emden, das bei dem Gefecht der Kriegsschiffe zurückgeblieben war, setzte mit dem Schoner Ayesha nach Sumatra über und erreichte später unter außerordentlichen Schwierigkeiten mit dem deutschen Dampfer Choising die arabische Küste und von dort aus über Konstantinopel (Istanbul) die Heimat.

S.M.S. Emden - Briefmarke des British Indian Ocean Territory
S.M.S. Emden – Briefmarke des British Indian Ocean Territory

 

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

 

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