Linz a. d. Donau, Franz-Josef-Platz

Linz an der Donau

Linz Hauptstadt Oberösterreichs im Kaisertum Österreich, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Linz a. d. Donau 58.791 Einwohner (1900)

Linz an der Donau
Linz an der Donau

Neben der Stadt Linz an der Donau im Kaisertum Österreich, Oberösterreich (Erzherzogtum Österreich ob der Enns) existiert:

  • Linz am Rhein, eine Stadt im Deutschen Reich, Provinz Rheinland, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Neuwied. Sie liegt am Rhein und an der Staatsbahnlinie Deutzerfeld-Horchheim, 48 Meter über dem Meer, Linz am Rhein hat eine evangelische und 4 katholische Kirchen (darunter die spätgotische Martinskirche aus dem 13. Jahrhundert mit Glasmalereien, einem Flügelbild der Kölner Schule und alten, renovierten Freskomalereien), Synagoge, ein altes Schloss, Progymnasium, Amtsgericht, Oberförsterei, große Basaltbrüche, Basaltzerkleinerungswerk, Vasallinfabrikation, Gerberei, Ziegeleien und Weinhandel. Im Jahr 1900 leben hier 3587 meist katholische Einwohner. Dabei der Kaisersberg mit gotischer Kapelle und der Hummelsberg, (535 m) mit einem zur Erinnerung an die Schlacht bei Sedan errichteten Kreuz.

 

Linz in Oberösterreich im Kaisertum Österreich

Linz an der Donau ist die Hauptstadt von Oberösterreich.

Linz liegt 264 Meter über dem Meer, am rechten Ufer der Donau und an den Linien WienSalzburg und Linz-Gaisbach-Wartberg der österreichischen Staatsbahnen, Linz-Klaus-Steyrling der Kremstalbahn und Urfahr-Aigen-Schlägl der Mühlkreisbahn. Linz hat zwei Vororte (Lustenau und Waldegg) und ist durch zwei eiserne Brücken mit dem gegenüberliegenden Urfahr verbunden. Bemerkenswerte Plätze sind der große Franz Josephs-Platz mit einer Dreifaltigkeitssäule (1720 errichtet) und die schöne Promenade mit dem Denkmal des 1868 in Linz gestorbenen Dichters Adalbert Stifter.

Blick von Linz a. d. Donau nach dem Pöstlingberg
Blick von Linz a. d. Donau nach dem Pöstlingberg

Unter den Gebäuden sind zu erwähnen die alte, 1670 erbaute Domkirche, der neue gotische Mariendom (von Statz, noch im Bau), die Stadtpfarrkirche (von 1286), die Kapuzinerkirche (mit dem Grabmal Montecuccolis), die evangelische Kirche (1844 erbaut), das Schloss (gegenwärtig Kaserne), die bischöfliche Residenz, das Landhaus, das Rathaus, das Landestheater, das neue Landesmuseum (von Bruno Schmitz, 1895, mit schönem Fries) und das Sparkassengebäude.

Linz a. d. Donau, Landstraße
Linz a. d. Donau, Landstraße

Im Jahr 1900 leben hier in Linz mit der Garnison (3502 Mann) 58.791 meist deutsche, katholische Einwohner. An industriellen Unternehmungen besitzt die Stadt Fabriken für Maschinen und Lokomotiven, Lampen, Glocken u. Metallwaren, Kaffeesurrogate, Schuhwichse, Zündhölzer, Farben, Lack u. Firnis, Tonöfen, Pinsel, Schafwollwaren, Leder, 2 Bierbrauereien, eine ärarische Tabakfabrik, Dampfsäge und Schiffswerft.

Linz a. d. Donau
Linz a. d. Donau

Als Eisenbahnknotenpunkt, Station und Güterumschlagsplatz der Donaudampfschifffahrt hat Linz auch bedeutenden Handel. Institute zur Hebung des Gewerbefleißes und des Handels sind die Handels- und Gewerbekammer, die Bank für Oberösterreich und Salzburg, die Filiale der Österreichisch-Ungarischen Bank, die Landeshypothekenbank, 2 Sparkassen etc. Im September jedes zweiten Jahres findet in Linz ein sehr beliebtes Volksfest, verbunden mit einer landwirtschaftlichen Ausstellung, statt. Linz hat eine elektrische Bahn, eine Gas- und Wasserleitung.

An Bildungs- und Humanitätsanstalten besitzt Linz eine theologische Diözesanlehranstalt, ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, eine Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt, eine Handelsakademie, eine allgemeine Handwerkerschule, ein Mädchenlyzeum, eine Hebammenlehranstalt, ein Taubstummen- und Blindeninstitut, das Landesmuseum Francisco-Carolinum, eine öffentliche Bibliothek (mit 36.000 Bänden), ein Krankenhaus und eine Landesirrenanstalt.

Linz a. d. Donau
Linz a. d. Donau

Linz ist Stadt mit eigenem Statut und Sitz des Landtags und Landesausschusses, der Statthalterei, einer Bezirkshauptmannschaft (Linz-Umgebung), eines Landesgerichts, einer Finanzdirektion, einer Post- und einer Staatsbahndirektion, eines Bischofs sowie des dritten Infanterietruppen-Divisionskommandos.

Linz an der Donau
Linz an der Donau

Von den 32 aximilianischen Türmen, die als Befestigungswerke aufgelassen wurden, sind nur wenige erhalten. Nördlich von Linz über Urfahr erhebt sich der Pöstlingberg (538 m), zu dem eine elektrische Bahn führt, mit Wallfahrtskirche und umfassender Aussicht, westlich der Freinberg (332 m) mit Jesuitenkollegium. Dabei neue Anlagen (mit der Franz Josephs-Warte). Südöstlich von Linz liegt Kleinmünchenau der elektrischen Lokalbahn Linz-Ebelsberg, mit mehreren großen Industrieetablissements (Baumwollspinnerei und -Weberei, Zementwarenfabrik, Kunstmühle und Teigwarenfabrik) und im Jahr 1900 = 4263 Einwohner.

Linz a. d. Donau, Kaiser Wilhelmplatz
Linz a. d. Donau, Kaiser Wilhelmplatz

Linz wird schon zur Zeit der Römer als Lentia genannt. Herzog Leopold VI. von Österreich brachte es von dem reichen Geschlecht der Grafen von Hannsberg an sich. 1324 erhielt es Stadtrecht; 1626 wurde die Stadt von den Bauern unter Stephan Hadinger vergeblich belagert, am 24. August 1645 fand hier der Friedensschluss zwischen dem Kaiser Ferdinand III. und dem Fürsten Georg Rákóczi von Siebenbürgen statt. Im Österreichischen Erbfolgekrieg wurde Linz 1741 von den Bayern und Franzosen erobert, am 23. Januar 1742 aber von den Österreichern wieder genommen. Am 17. Mai 1809 kam es hier zu einem Gefecht zwischen den Österreichern unter Kolowrat und den Sachsen und Württembergern unter Bernadotte, in dem letztere siegten.

Quellenhinweise:

  • „Allgemeines Ortschaften-Verzeichnis der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“, Wien 1902
  • „Andrees neuer allgemeiner und österreichisch-ungarischer Handatlas“, 1904
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Österreichs Hort – Geschichts- und Kulturbilder aus den Habsburgischen Erbländern“, 1908
  • „Österreichische Bürgerkunde – Handbuch der Staats und Rechtskunde“ um 1910
  • „Mein Österreich – Mein Heimatland“ 1915

Seitenanfang

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Kommentar verfassen