Baden bei Wien, Hauptplatz

Baden bei Wien

Baden in Niederösterreich im Kaisertum Österreich, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Baden bei Wien 17.873 Einwohner (1900)

Baden bei Wien, Stadt-Pfarrkirche, Städtische Kuranstalt, Stadt-Theater
Baden bei Wien, Stadt-Pfarrkirche, Städtische Kuranstalt, Stadt-Theater

Neben der Stadt Baden bei Wien im Kaisertum Österreich, Niederösterreich (Erzherzogtum Österreich unter der Enns) existieren:

  • Baden-Baden im Deutschen Reich, Großherzogtum Baden mit im Jahr 1900 = 15.718 Einwohnern.
  • Baden in der Schweiz, einem Badeort im Kanton Aargau, an der Limmat und der Eisenbahn ZürichAarau, 388 Meter über dem Meer. Er liegt in geschützter Lage, mit römischen Überresten, den Trümmern des einst berühmten Schlosses „Stein zu Baden“. Der Ort besitzt eine katholische und einer evangelische Kirche, Baumwollspinnerei, Fabrik elektrischer Maschinen, Weinbau. Im Jahr 1900 leben hier 6109 Einwohner.

Baden bei Wien in Niederösterreich im Kaisertum Österreich

Baden bei Wien ist eine Stadt im Kaisertum Österreich und beliebter Badeort in Niederösterreich.

Baden liegt 27 km südlich von Wien an der Schwechat, am Ausgang des lieblichen Helenentals, 241 Meter über dem Meer, an der Südbahnlinie WienTriest. Baden hat prachtvolle Villen, reizende Gärten und schöne Umgebung. Hervorragende Gebäude sind die gotische Pfarrkirche (15. Jahrhundert), die evangelische Kirche, das Kaiserhaus (mit Hofkirche), das Rathaus (mit Archiv),das Kurhaus (1886), die auf einer Anhöhe des Helenentals vom Erzherzog Karl 1823 erbaute Weilburg, jetzt dem Erzherzog Friedrich gehörig, mit gotischer Hauskapelle und die neuen Villen der Erzherzöge Rainer und Cugen.

Baden bei Wien, Hauptplatz
Baden bei Wien, Hauptplatz

Baden ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat ein Real-Obergymnasium, ein städtisches Museum, Sparkasse, Theater, Arena und Trabrennbahn. An Humanitätsanstalten befinden sich hier ein Wohltätigkeitshaus (mit 242 Betten), ein allgemeines Krankenhaus, ein Militärbadehaus, ein Beamtenkurhaus u. a. Die Zahl der Einwohner von Baden beträgt mit den Vorstädten Gutenbrunn und Leesdorf im Jahr 1900 = 12.447, mit dem zum Kurbezirk gehörigen Weikersdorf 17.873; ihre hauptsächlichste Erwerbsquelle ist der Fremdenverkehr, daneben auch ausgezeichneter Weinbau und Weichselrohrerzeugung.

Baden bei Wien, Josefsplatz
Baden bei Wien, Josefsplatz

Ferner besitzt Baden eine Automobilfabrik, ein Gaswerk, elektrische Zentralanstalt und elektrische Straßenbahn (ins Helenental u. nach Vöslau). Zu Promenaden dienen der schöne Stadtpark, der Kalvarienberg (prächtige Aussicht), der Doblhoffpark, die Alexandrowitschen, Langschen und Schönfeldschen Anlagen, die Anlagen nächst der Weilburg, das Jägerhaus, die Hauswiese etc. Die umliegenden Berge sind mit Ruinen gekrönt (Rauheneck, Scharfeneck, Rauhenstein). Weitere Ausflüge bilden die Krainerhütte, das Eiserne Tor (831 m) mit Aussichtsturm und großartiger Fernsicht, Mayerling, Heiligenkreuz, Vöslau etc.

Baden bei Wien, Kurhaus
Baden bei Wien, Kurhaus

Die Wiener Wasserleitung überschreitet das Helenental unmittelbar hinter der Stadt mit einem großen Aquädukt. Das Klima ist mild und gesund. Die Mineralquellen von Baden gehören zu den erdig-salinischen Schwefelthermen und haben eine Temperatur von 27–36°C. Man zählt 13 selbständige Quellen, von denen die Hauptquelle, der Ursprung, täglich 8700 hl liefert. Die Quellen werden zum Baden, die Ursprungquelle auch zum Trinken verwendet; sie wirken hauptsächlich gegen Gicht, Rheumatismen, Neuralgien etc.

Baden bei Wien, Helenental
Baden bei Wien, Helenental

Die Bäder sind meist Vollbäder für beide Geschlechter; doch gibt es auch Separatbäder, ferner eine Mineral- und eine Kaltwasserschwimmanstalt, Einrichtungen für Schlammbäder, Dampfbäder, Molken- und Traubenkur u. a. Die besteingerichteten Badeanstalten sind das neue Kurhaus im Stadtpark, das Frauen- und Karolinenbad, das Herzogs- und Antonsbad, das Johannesbad, die Mineralschwimmanstalt und die Kuranstalt Gutenbrunn. Im Stadtpark und im Helenental befinden sich Kaltwasserheilanstalten. Die Kurfrequenz belief sich 1901 auf 23.879 Personen. Baden ist auch besuchter Sommeraufenthalt und Ausflugsort der Wiener.

Baden bei Wien, Stadttheater
Baden bei Wien, Stadttheater

Die Bäder waren als Aquae Pannonicae schon den Römern bekannt. Im 11. und 12. Jahrhundert, als die Babenberger ihre Residenz in der Nähe nahmen, hoben sie sich wieder. Zwar hatte der Ort, seit 1480 Stadt, durch die Ungarn unter M. Corvinus und 1529 und 1683 durch die Türken viel zu leiden und wurde im letzteren Jahr fast gänzlich zerstört; aber immer wieder erstand er aus den Trümmern. 1812 litt die Stadt durch einen großen Brand; seitdem aber nahm sie einen fortgesetzten Aufschwung.

Baden bei Wien, Villa Erzherzog Eugen
Baden bei Wien, Villa Erzherzog Eugen

Quellenhinweise:

  • „Allgemeines Ortschaften-Verzeichnis der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“, Wien 1902
  • „Andrees neuer allgemeiner und österreichisch-ungarischer Handatlas“, 1904
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Österreichs Hort – Geschichts- und Kulturbilder aus den Habsburgischen Erbländern“, 1908
  • „Österreichische Bürgerkunde – Handbuch der Staats und Rechtskunde“ um 1910
  • „Mein Österreich – Mein Heimatland“ 1915

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