Prenzlau

Prenzlau, Sabinen Ufer
Prenzlau, Sabinen Ufer

Prenzlau im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Prenzlau 20.931 Einwohner – 1905 = 207. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Prenzlau, Marktplatz
Prenzlau, Marktplatz

Prenzlau in Brandenburg im Königreich Preußen

Prenzlau ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Potsdam, Hauptstadt der Uckermark, am Ausfluss der Ucker aus dem 1133 Hektar großen, fischreichen Unteruckersee, mit mehreren Bahnhöfen Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Angermünde-Stralsund und Prenzlau-Löwenberg sowie mehrerer Kleinbahnen und liegt 30 Meter über dem Meer.

Landkarte Brandenburg
Landkarte Brandenburg

Die Stadt Prenzlau hat 5 evangelische Kirchen (darunter die gotische Marienkirche, 1293–1340 erbaut, um 1900 restauriert), eine katholische Kirche, ein baptistisches Bethaus, Synagoge, Teile der alten Stadtbefestigung mit eigentümlichen Türmen, wie dem Stettiner Tor-, dem Hexen- und dem Mittelturm, ein Rathaus mit Archiv, ein schönes gotisches Kreishaus, ein Kriegerdenkmal, ein Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I., Denkmäler Bismarcks und Moltkes (sämtlich modelliert von Professor Schilling), ein Standbild Luthers (modelliert von Rietschel) und ein Denkmal des früheren Oberbürgermeisters und Präsidenten des preußischen Abgeordnetenhauses Grabow.

Prenzlau, Totalansicht
Prenzlau, Totalansicht

Die Einwohner von Prenzlau, deren Zahl sich 1905 mit der Garnison (2 Bataillone Infanterie Nr. 64) auf 20.929 beläuft sind überwiegend Protestantisch, 969 sind Katholiken und 315 Juden, betreiben meist Ackerbau. Ansonsten hat Prenzlau noch eine Zuckerfabrik, 2 Eisengießereien, Gasmesser-, Margarine-, Milchzucker-, Luxuspapier-, Schuh- und Zigarrenfabrikation, eine Dampfmühle, Bierbrauerei, Molkerei und Fischerei.

Prenzlau, Seepartie und Kirche
Prenzlau, Seepartie und Kirche

Der Handel in Prenzlau, in der Hauptsache Getreide- und Viehhandel, wird unterstützt durch eine Nebenstelle der Reichsbank. Prenzlau hat ein Gymnasium (schon 1543 genannt), ein evangelisches Schullehrerseminar, eine Molkereilehranstalt, ein Museum, eine Landarmen- und Korrigendenanstalt, ein Mädchenfürsorgeheim und ist Sitz eines Hauptsteueramts und der Uckermärkischen Ritterschaftsdirektion.

Prenzlau, Blick auf Marienkirche und Uckersee
Prenzlau, Blick auf Marienkirche und Uckersee

Zum Landgerichtsbezirk Prenzlau gehören die zwölf Amtsgerichte in Angermünde, Brüssow, Eberswalde, Freienwalde a. O., Lychen, Oderberg, Prenzlau, Schwedt, Strasburg i. U., Templin, Wriezen und Zehdenick.

Prenzlau, Am Stettiner Tor
Prenzlau, Am Stettiner Tor

Prenzlau, zuerst 1188 urkundlich erwähnt, erhielt 1235 Stadtrecht und kam 1250 mit der ganzen Uckermark an Brandenburg, das seinen Besitz gegen Mecklenburg und vor allem Pommern (bis 1415) erkämpfen musste und zeitweilig verlor. Am 28. Oktober 1806 ergab sich hier das auf dem Rückzug begriffene, 11.800 Mann starke preußische Korps unter dem Fürsten von Hohenlohe nach einem unglücklichen Gefecht an die Franzosen unter Murat.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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