Rathenow

Hauptstadt des Kreises Westhavelland im Königreich Preußen, Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Potsdam

Rathenow 23.088 Einwohner – 1905 = 192. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Rathenow, Stadtansicht
Rathenow, Stadtansicht

 

Rathenow

Rathenow ist die Hauptstadt des Kreises Westhavelland im Königreich Preußen, Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Potsdam. Die Stadt liegt an der Havel und ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Wustermark-Hannover-Hamm, der brandenburgischen Städtebahn und der Kleinbahnlinie Rathenow-Paulinenaue. Sie hat eine evangelische Kirche aus dem 14. und 16. Jahrhundert, eine katholische Kirche und eine Synagoge. In der Stadt stehen Denkmäler des Großen Kurfürsten, Kaiser Wilhelms I., Zietens, des Generals von Rosenberg und des Predigers Duncker, des Begründers der optischen Glasindustrie in Rathenow.

Rathenow verfügt ein Realgymnasium mit Realschule, Lungenheilanstalt, Amtsgericht, bedeutende optische Industrieanstalten (2100 Arbeiter), Bau- und Möbeltischlerei, Eisengießerei und Maschinenbau, eine Asbestonitfabrik, Schiffbau, eine Dampfmahl- und Ölmühle, große Wassermühlen, ein Elektrizitätswerk, bedeutende Ziegel- und Kalkbrennerei (Rathenower Mauersteine), Leimsiederei, eine Klenganstalt und Forstbaumschule, Handelsgärtnerei. Im Jahr 1905 leben hier mit der Garnison (ein Husarenregiment Nr. 3) 23.088 Einwohner. Der Großteil sind Evangelische, 837 sind Katholiken und 51 Juden. Rathenow wurde erstmalig 1217 urkundlich genannt, erhielt 1295 deutsches Stadtrecht. Hier wurden die Schweden unter Wangelin durch die Brandenburger unter Derfflinger 25. Juni 1675 überfallen.