Schmölln, Blick vom Eichberg

Schmölln S.-A.

Schmölln im Herzogtum Sachsen-Altenburg, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Schmölln S.-A. 11.030 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Schmölln S.-A.
Schmölln S.-A.

Schmölln im Herzogtum Sachsen-Altenburg

Schmölln ist eine Stadt im Herzogtum Sachsen-Altenburg, Ostkreis.

Schmölln liegt an der Sprotte, 210 Meter über dem Meer und der sächsischen Staatsbahnlinie Gößnitz-Gera.

Schmölln, Blick vom Eichberg
Schmölln, Blick vom Eichberg

Die Stadt Schmölln hat 2 evangelische Kirchen, ein Denkmal Kaiser Wilhelms I., eine Realschule, Amtsgericht, Nebenstelle der Reichsbank, Wollspinnerei, 15 Knopffabriken, Schuh-, Holzpantoffel-, Kartonnagen-, Zigarren-, Dosen-, Bürsten-, Malz-, Stoffwäsche-, Posamenten-, Maschinen-, Uhrgehäuse-, Jalousien-, Drahtstift- u. Holzrosettenfabrikation und Bierbrauerei. Im Jahr 1905 leben in Schmölln 11.030 meist evangelische Einwohner. In der Nähe liegt der Weihberg mit Aussichtsturm.

Schmölln S._A., Marktplatz
Schmölln S._A., Marktplatz

Im slawisch besiedelten Pleißengau wurde 1066 das damals bereits bestehende Benediktinerkloster mit Markt-, Münz- und Zollrechten dem Bistum Naumburg überwiesen, ein zweites dem Zisterzienserorden zugehöriges 1138/40 nach Pforta verlegt, seine weiterbestehende Marienkirche erlangte als Wallfahrtsort Bedeutung und wurde im Bauerkrieg 1525 zerstört.

Schmölln, Markt
Schmölln, Markt

Der 1487 zuerst genannte alte Markt ist vielleicht mit jenem von 1066 gleichzusetzen. Um 1200 wurde auf der anderen Seite der Sprotte wohl in Anlehnung an eine bereits bestehende Kaufmannssiedlung an der Straße von Altenburg nach Gera die Stadt mit der 1238 genannten Nokolaikirche von den Wettinern zugleich mit einer Burg planmäßig angelegt, beide wurden ummauert.

Schmölln, Blick vom Ernst-Agnes-Turm
Schmölln, Blick vom Ernst-Agnes-Turm

Nach vorübergehender Herrschaft der Vögte von Plauen im frühen 14. Jahrhundert und nochmals 1410/19 fiel Schmölln 1398 und 1419 endgültig an die Wettiner. Im Verband des Amtes Altenburg kam es 1485 an die Ernestiner, 1603 an Sachsen-Altenburg, 1672 an Sachsen-Gotha, 1680 an Sachsen-Gotha-Altenburg und gehörte von 1826 bis 1918 zum Herzogtum Sachsen-Altenburg.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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