Ronneburg S.-A.

Stadt und Badeort im Herzogtum Sachsen-Altenburg, Ostkreis

Ronneburg 6290 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Ronneburg, Markt
Ronneburg, Markt

Ronneburg S.-A.

Ronneburg ist eine Stadt und Badeort im Herzogtum Sachsen-Altenburg, Ostkreis. Sie ist Knotenpunkt der sächsischen Staatsbahnlinien Gößnitz-Gera und Ronneburg-Meuselwitz und liegt 283 Meter über dem Meer. Die Stadt hat eine schöne, alte evangelische Kirche, ein Schloß, eine Webschule, ein Landratsamt, ein Amtsgericht, bedeutende Wollweberei und Kammgarnspinnerei, Zigarrenfabrikation, eine Automobil- und eine Werkzeugfabrik, Färberei und Bierbrauerei. Im Jahr 1905 leben hier 6290 meist evangelische Einwohner. Dabei ein Gesundbrunnen mit jodhaltigem Eisenwasser von 12°C, mit Bad, außerdem Fichtennadel-, Schwefel- und Dampfbäder. Unweit der Reuster Berg mit Aussicht und Bismarckturm und Schloß Löbichau, ehemaliges Besitztum der kunstsinnigen Herzogin Dorothea Biron von Kurland, mit Erinnerungen an Theodor Körner etc.

Ronneburg wird zuerst 1209 erwähnt und befand sich in der Hand der Vögte von Weida. Im Anschluss an die wohl Ende des 12. Jahrhunderts erbaute Burg wurde die 1304 als civitas genannte Stadt planmäßig angelegt und Ende des 13. Jahrhunderts ummauert. Der 1410 bezeugte Rat hatte die Niedergerichte nur über die Bürgerhäuser inne, 1671 konnte er sie auf Markt und Gassen erweitern. 1397 fielen Burg und Stadt an die Wettiner, die seit 1349 bereits die Lehnsherrschaft ausübten. Als verlehnte Herrschaft und sein 1584 als Amt kam Ronneburg 1554 an die Ernestiner, 1603 an Sachsen-Altenburg, 1672 an Sachsen-Gotha, 1680 an Sachsen-Eisenberg, 1707 an Sachsen-Gotha-Altenburg und gehörte von 1826 bis 1918 zum Herzogtum Sachsen-Altenburg.

Die um 1588 von Niederländern eingeführte Zeug- und Wollweberei, deren Meister 1592 in einer eigenen Innung zusammengeschlossen waren, wurde zum Haupterwerbszweig der Einwohner. 1831 hatte Ronneburg 4476 Einwohner. 1863 begann der umfassende Aufbau der mechanischen Weberei. 1666 entdeckte Radiumquelle, deren Heilkraft erst 1766 bekannt wurde, ermöglichten den Badebetrieb, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts 1000 bis 2000 Badegäste jährlich verzeichnen konnte. 1865 wurde Bahnverbindung nach Gera und Gößnitz, 1887 nach Meuselwitz hergestellt.