S.M.S. Habicht (1879)

S.M.S. Habicht, Kanonenboot
S.M.S. Habicht, Kanonenboot

S.M.S. Habicht (1879), Kanonenboot der Kaiserlichen Marine, technische Angaben und Geschichte in alten Postkarten.

S.M.S. Habicht, Kanonenboot
S.M.S. Habicht, Kanonenboot

S.M.S. Habicht (1879) – Angaben

Name:Habicht
Namensherkunft:Habicht, Raubvogel
Stapellauf:13.05.1879 in Elbing (Schichau)
Schiffstyp/-klasse:Habicht-Klasse, Kanonenboot
Schwesterschiffe:S.M.S. Möwe (1879), S.M.S. Habicht (1879)
Besatzung:ca. 130 Mann
Maße:Länge 53 m, Breite 8,90 m, Tiefgang 3,70 m
Wasserverdrängung:850 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit:11,4 kn
Bewaffnung:1905: 5 Schnellfeuerkanonen Kaliber 12,5 cm, 5 Maschinenkanonen Kaliber 3,7 cm
Ende:1906 abgewrackt

S.M.S. Habicht (1879) – Geschichte

Der Stapellauf des Schiffes erfolgte am 13. Mai 1879 in Elbing auf der Schichau-Werft, die Schiffstaufe vollzog der Oberwerftdirektor von Danzig Konteradmiral Otto Livonius. S.M.S. Habicht war ein Kanonenboot der Habicht-Klasse, Schwesterschiff ist S.M.S. Möwe (1879). Die zwei Schiffe waren ursprünglich als Avisos, also als Flotten-Aufklärer, vorgesehen. Nach der Fertigstellung und Ausrüstung des Schiffes in Kiel erfolgten ab Mitte 1879 Probefahrten in Nord- und Ostsee, neuer Heimathafen wurde Wilhelmshaven. Anfang Oktober d.J. startete das Kanonenboot zu einer Reise nach Australien und in die Südsee und besuchte dabei Neumecklenburg und Neupommern.

Karolinen („Andrees Allgemeiner Handatlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1914)
Neuguinea, Neupommern, Neumecklenburg, Marianen, Karolinen, Marshall-Inseln („Andrees Allgemeiner Handatlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1914)

Dort wurden die Warenlager der deutschen Handelsvertretungen immer wieder von Einheimischen angegriffen, die dabei auch vor Morden nicht zurückschreckten. Hierbei wurden Landungskorps der „Habicht“ auf Neumecklenburg und auf der Insel Utuan zur Ergreifung der Mörder eingesetzt. Anschließend wurden wieder Vermessungen durchgeführt und Inseln der Karolinen, Marshall und Samoa besucht.

Samoa, Tivoli-Hotel, Engl. Kirche, Gen.-Consul Rose, Gebauers Haus
Samoa, Tivoli-Hotel, Engl. Kirche, Gen.-Consul Rose, Gebauers Haus

Als die Engländer ihr eigennütziges Eingreifen in den ägyptischen Aufstand mit der Beschießung der fast wehrlosen Stadt Alexandria am 8. Juli 1882 begannen, entstand dort natürlich eine starke Erbitterung gegen allen Europäer, sodass das Deutsche Reich gezwungen war, die Kanonenboote Habicht und Möwe mit der Rettung der deutschen und österreichischen Flüchtlinge zu beauftragen; um die Ordnung in der Stadt wenigstens an den Stellen, wo die Flüchtlinge gesammelt wurden, zu erhalten.

S.M.S. Habicht, Kanonenboot
S.M.S. Habicht, Kanonenboot

Die deutschen Mannschaften wurden sogar versehentlich von britischen Matrosenabteilungen beschossen ohne jedoch jemanden zu treffen, später entschuldigten sich die Briten. Als die Engländer weiter in Ägypten vordrangen, führte S.M.S. Möwe etwa 150 deutsche Flüchtlinge von Ismailia nach Port Said.

Die deutsche Kriegsflotte - Kanonenboote
Die deutsche Kriegsflotte – Kanonenboote

Während des Hereroaufstandes in Deutsch-Südwestafrika im Jahr 1904, versah des Kanonenboot seinen Stationsdienst vor der Kolonie. Am 18. Januar 1904 war es auf der Reede von Swakopmund eingetroffen. Der Kommandant, Kapitän Sudewill, übernahm am 19. Januar den Befehl in Swakopmund und entfaltete sofort eine umfassende Tätigkeit. Am 25. Juli 1905 wurde das Kanonenboot von S.M.S. Sperber abgelöst, traft am 21.09.1905 in Kiel ein. Danach wurde es aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und 1906 in Harburg abgewrackt.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1880
  • „Deutschlands Seemacht“ von Georg Wislicenus – Verlag Friedrich Wilhelm Grunow, Leipzig 1896
  • „Die Heere und Flotten der Gegenwart – Deutschland“ 1898
  • „Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte“ von Vizeadmiral a.D. Reinhold Werner – München 1899
  • „Nauticus – Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen“ 1899-19
  • „Überall“ Illustrierte Zeitschrift für Armee und Marine, Jahrgänge
  • „Das Buch von der Deutschen Flotte“, von R. Werner, Verlag von Velhagen und Klasing – Bielefeld und Leipzig 1902
  • „Deutschland zur See“ von Victor Laverrenz, Berlin 1900
  • „Marine-Album“ Berlin 1910
  • „Deutschland zur See“ Illustrierte Wochenschrift, Zeitschrift des Vereins „Marinedank“, Berlin, Jahrgänge
  • „Der Völkerkrieg – Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1.Juli 1914“ Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart 1914-1922
  • „Taschenbuch der Kriegsflotten“, J.F. Lehmann’s Verlag, München Jahrgänge von 1900 bis 1936
  • „Kennung der deutschen Kriegsschiffe und Torpedoboote“ – Admiralstab der Marine 1917
  • „Das Reichsarchiv“ Band 1 – 36, Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1924
  • „Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918“ Vaterländischer Verlag Berlin 1927
  • „Deutsche Seefahrt“ – von Trotha und König, Otto Franke/ Verlagsgesellschaft Berlin – Birkenwerder 1928
  • „Marinearchiv“ Band I und II Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1931
  • „Unsere Marine – Schiffsbilder“, Bilder der Reichsmarinesammlung im Museum für Meereskunde zu Berlin (1930)
  • „So war die alte Kriegsmarine“ von Eberhard von Mantey – Berlin 1935
  • „Die deutschen Kriegsschiffe“, Groener 1966
  • „Die Deutschen Kriegsschiffe“, Hildebrand/Röhr/Steinmetz

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