Eger

Stadt im Kaisertum Österreich, Königreich Böhmen

Eger 23.582 Einwohner (1900)

Eger in Böhmen
Eger in Böhmen

 

Neben der Stadt Eger in Böhmen existiert im Königreich Ungarn, Komitat Heves:

  • Eger (Erlau), eine Stadt mit im Jahr 1901 = 25.893 Einwohner.

 

Eger

Eger ist eine Stadt im Kaisertum Österreich, im nordwestlichen Böhmen. Sie liegt 448 Meter über dem Meer, auf einer Anhöhe am Fuße des Fichtelgebirges, am Fluß Eger und an den Linien Wien-Gmünd-Eger der österreichischen Staatsbahnen, Prag-Komotau-Eger der Buschtěhrader Bahn, Eger-Hof, Eger-Wiesau und Eger-Markt Redwitz-Nürnberg der bayrischen, dann Eger-Plauen der sächsischen Staatsbahnen gelegen. Die Stadt hat eine Dechanteikirche (St. Nikolaus) im Übergangsstil mit zwei Türmen, mehrere andere Kirchen, darunter eine evangelische, eine Kommende des Kreuzherrenordens und Klöster der Dominikaner (von 1296) und Franziskaner (von 1256), Reste der alten kaiserlichen Burg, darunter die schöne, unten romanische, oben frühgotische Doppelkapelle, der „schwarze Turm“ und der Rittersaal, in dem 1634 Wallensteins Gefährten niedergemacht wurden, ein Stadthaus (von 1603) mit Museum (Erinnerungen an den hier ermordeten Wallenstein u.a. enthaltend), ein neues Stadttheater, Denkmäler Josephs II. und Schillers und einen Zentralbahnhof.

Eger zählt im Jahr 1900 mit der Garnison (1069 Mann) 23.582 deutsche Einwohner. Die Industrie ist vertreten in Fabriken für Maschinen und Eisengußwaren, Heizanlagen, Staniolkapseln, chemische Produkte, Wollwaren, Teppiche, Wirkwaren, Vigognespinnerei, ferner Bierbrauereien etc. Die Stadt treibt auch regen Handel und hat eine Filiale der Österreichisch-Ungarischen Bank sowie eine Sparkasse. Eger ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts, einer Finanzbezirksdirektion, eines Hauptzollamts, einer Handels- und Gewerbekammer und hat ein Obergymnasium, eine Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt, Ackerbauschule, ein Kranken- und ein Waisenhaus. Die Umgebung von Eger bildet das fruchtbare Egerland, dessen deutsche Bewohner sich durch Lebensweise, Sprache, Tracht und Sitten von ihren Nachbarn unterscheiden. Nördlich von Eger erhebt sich der Kammerbühl (497 m), ein erloschener Vulkan, und 5 km nördlich liegt Franzensbad.

Eger findet sich zuerst erwähnt in einer Urkunde König Heinrichs IV. vom 12. Februar 1061. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtete hier der Vohburger Diepold III., Markgraf des Nordgaues, eine Burg. Durch die Heirat Kaiser Friedrichs Barbarossa mit Adelheid von Vohburg kam Eger unter die unmittelbare Herrschaft des Kaisers und wurde eine kaiserliche Stadt. Das umliegende Gebiet bildete ein eigenes Territorium, das sogenannte Egerland, terra Egrensis. Nach dem Untergange der Staufer kam Eger in den Besitz des Böhmenkönigs Ottokar II., 1279 kehrte sie jedoch wieder unter die Herrschaft des Reiches und König Rudolfs zurück, der am 7. Juni ihr wichtiges Stadtrecht bestätigte. Nachdem sie schon König Adolf vorübergehend und nachmals Ludwig der Bayer 1322 an Böhmen verpfändet hatten, blieb sie fortan böhmisch. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Eger 1621 und nochmals 1647 von den Schweden genommen, am 25. Februar 1634 auf dem dortigen Stadthaus Wallenstein ermordet. Im Österreichischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt am 19. April 1742 von den Franzosen unter Moritz von Sachsen erobert, aber schon 1743 wieder an die Österreicher übergeben. 1809 wurden die Festungswerke geschleift.

Eger (tschechisch Cheb) ist eine Stadt in der Tschechischen Republik.