Zoppot

Zoppot, Kurgarten - Konzert
Zoppot, Kurgarten - Konzert

Zoppot in Westpreußen im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Zoppot 11.800 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Zoppot, Kurhaus mit Seesteg
Zoppot, Kurhaus mit Seesteg

Zoppot in Westpreußen im Königreich Preußen

Zoppot ist eine Stadt (seit 1902) im Königreich Preußen, Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Danzig, Kreis Neustadt.

Landkarte Westpreussen
Landkarte Westpreussen

Zoppot liegt in schöner Lage an der Ostsee und an der Staatsbahnlinie Belgard-Stolp-Danzig, hat eine evangelische und eine katholische Kirche, ein besuchtes Seebad (jährlich 15.000 Badegäste), ein Kurhaus, eine Kinderheilanstalt, Amtsgericht, Ziegelbrennerei, Dampfschneidemühlen, Bierbrauerei, Fischfang und Dampfschifffahrt.

Danzig, Oliva, Zoppot, Umgebung 1913
Danzig, Oliva, Zoppot, Umgebung 1913

Im Jahr 1905 leben in Zoppot 11.800 Einwohner, knapp die Hälfte sind Katholiken, 5754 sind Evangelische und 88 Juden.

Zoppot, Kurhaus
Zoppot, Kurhaus

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) wurde die fast ausschließlich von Deutschen bewohnte Stadt Danzig (seit 1237 deutsches Stadtrecht) am 10. Januar 1920 ohne Plebiszit und gegen den ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung durch den Versailler Vertrag zur „Freien Stadt Danzig“ erklärt. Zum Gebiet der „Freie Stadt Danzig“ gehörten die Städte Danzig und Zoppot sowie die Orte Tiegenhof, Neuteich, Oliva und Ohra.

Zoppot, Kurgarten - Konzert
Zoppot, Kurgarten – Konzert

Die Stadt steht unter dem „Schutz“ des Völkerbundes in enger wirtschaftlicher Verbindung mit Polen. Die Polen versuchen in den folgenden Jahren die Stadt mit allen Mitteln unter ihre vollständige Kontrolle zu bringen. 1926 wird die Ortschaft Oliva zur Stadt Danzig eingemeindet. Der Konflikt um Danzig mündet 1939 schließlich in den Krieg gegen Polen.

Zoppot, Stolzenfels
Zoppot, Stolzenfels

Im September 1939 wurde Danzig wieder ein Teil Deutschlands. Am Ende des Zweiten Weltkrieges (1939 – 1945), im März 1945 kommt es zur Eroberung der Stadt durch die Rote Armee. Danzig, durch Luftangriffe zu etwa 30% zerstört, wird nun zu 90% in Schutt und Asche gelegt. Nach der Einnahme kam zu zahlreichen Grausamkeiten gegen die Bevölkerung und Brandstiftungen in der ganzen Stadt.

Zoppot, Familien-Südbad
Zoppot, Familien-Südbad

Die Einwohner wurden, soweit nicht vorher geflohen, ermordet, verschleppt bzw. vertrieben. Danzig und Zoppot werden unter polnischer Verwaltung gestellt, die Polen nennen die Städte nun Gdansk und Sopot.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911
  • „Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit“ von Heinz Nawratil, Universitas 2007

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