Stolp

Stadt (Stadtkreis) im Königreich Preußen, Provinz Pommern, Regierungsbezirk Köslin

Stolp 31.160 Einwohner – 1905 = 128. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Stolp i. Pom., Rathaus mit Wochenmarkt
Stolp i. Pom., Rathaus mit Wochenmarkt

 

Stolp in Pommern

Stolp ist eine Stadt (Stadtkreis) im Königreich Preußen, Provinz Pommern, Regierungsbezirk Köslin, liegt an der Stolpe und 26 Meter über dem Meer. Sie ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Belgard-Danzig, Neustettin-Stolpmünde u. a. Stolp hat 4 evangelische Kirchen (darunter die Marienkirche mit hohem Turm und die im 13. Jahrhundert erbaute Johannis- oder Schlosskirche, ehemals Kirche eines Dominikanerklosters) und eine katholische Kirche, Synagoge, ein altes Schloss, ein neues Rathaus, ein Denkmal des Kaiser Wilhelms I., ein Bismarck-Denkmal. Im Jahr 1905 leben hier mit der Garnison (ein Regiment Husaren Nr. 5) 31.154 Einwohner, der Großteil sind Evangelische, 951 sind Katholiken und 548 Juden.

Industrie betreibt man in Eisengießerei und Maschinenbau, Tabak- und Zigarren-, Bernsteinwaren-, Leder-, Kartoffelmehl- u. Dextrinfabrikation, Wollspinnerei und Ziegelbrennerei; auch hat Stolp eine Eisenbahn-Reparaturwerkstätte, Dampftischlereien mit Möbelfabrik, 5 Dampfsäge- und eine Dampfmahlmühle. Der Handel, unterstützt durch eine Nebenstelle Reichsbank (Umsatz 1906: 212,8 Millionen Mark), ist lebhaft in Getreide, Vieh, Spiritus, Holz, Fischen und Gänsen.
Stolp hat ein Gymnasium, verbunden mit Oberrealschule, ein Fräuleinstift, ein Invalidenhaus und eine Rettungsanstalt und ist Sitz eines Landgerichts, einer Landschafts-Departements-Direktion, von zwei Spezialkommissionen, eines Hauptsteueramts und einer Oberförsterei. Zum Landgerichtsbezirk Stolp gehören die sieben Amtsgerichte zu Bütow, Lauenburg, Pollnow, Rügenwalde, Rummelsburg, Schlawe und Stolp.

Stolp erhielt 1310 deutsches Stadtrecht. Am 7. Januar 1831 wurde hier Heinrich von Stephan (Generalpostdirektor) geboren.
Am 8. März 1945 wurde Stolp von der Roten Armee besetzt und die Innenstadt in Brand gesetzt. Die Bevölkerung wurde gewaltsam vertrieben und die Stadt im Juli 1945 der polnischen Verwaltung übergeben. Die Polen nennen die Stadt nun Slupsk.