Schirwindt, Ostpreußen, Stadtanlagen

Schirwindt

Schirwindt in Ostpreußen im Königreich Preußen, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Östlichste Stadt Deutschlands

Schirwindt 1302 Einwohner – 1905 = kleinste und östlichste Stadt Ostpreußens

Schirwindt, Pillkaller Straße mit Evangelischer Kirche
Schirwindt, Pillkaller Straße mit Evangelischer Kirche

Schirwindt in Ostpreußen im Königreich Preußen, östlichste Stadt Deutschlands

Schirwindt ist eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Ostpreußen, Regierungsbezirk Gumbinnen, Kreis Pillkallen, am Einfluss des Flusses Schirwindt in die Scheschuppe.

Schirwindt liegt an der Kleinbahnlinie Grumbkowkaiten-Schirwindt, der polnischen Stadt Wladislanow gegenüber. Die Stadt hat eine gotische evangelische Kirche, Synagoge, Nebenstelle der Reichsbank, Nebenzollamt I, eine Flachsbereitungsanstalt, Flachs- und Getreidehandel.

Schirwindt, Neue Brückestraße
Schirwindt, Neue Brückestraße

Schirwindt hat im Jahr 1905 = 1302 meist evangelische Einwohner. Schirwindt, die östlichste Stadt des Deutschen Reiches, wurde 1724 von Friedrich Wilhelm I. gegründet. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918) fielen die Russen in Ostpreußen ein und zerstörten die Stadt. Nach dem Krieg wurde Schirwindt mit Hilfe der Patenstadt Bremen wieder aufgebaut.

Schirwindt, Der Krieg im Osten
Schirwindt, Der Krieg im Osten

Während des Zweiten Weltkrieges (1939 – 1945), wurde Schirwindt im Oktober 1944 als erste deutsche Stadt durch die Rote Armee erobert. Nach der Annexion des nördlichen Ostpreußens durch die Sowjetunion bekam Schirwindt den Namen Kutusowo (nach General Kutusow).

Nach der Russenvertreibung aus Ostpreußen 1915. Häuserblock in Schirwindt
Nach der Russenvertreibung aus Ostpreußen 1915. Häuserblock in Schirwindt

Ein Wiederaufbau der Ortschaft erfolgte jedoch nicht. Heute ist der Raum Kutusowo nahezu unbewohnt. Nur ein Teil der alten Schule ist noch erhalten und dient heute als Kaserne für die russischen Grenzsoldaten. Von der Kirche ist nur noch das Fundament zu erkennen.

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911
  • „Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948: Das letzte Kapitel unbewältigter Vergangenheit“ von Heinz Nawratil, Universitas 2007

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