Pillau

Stadt im Königreich Preußen, Provinz Ostpreußen, Regierungsbezirk Königsberg

Pillau 7374 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Pillau, Hinterhafen
Pillau, Hinterhafen

 

Pillau

Pillau ist eine Stadt im Königreich Preußen, Provinz Ostpreußen, Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Fischhausen. Sie liegt zwischen der Ostsee und dem Frischen Haff auf einer Landzunge am Eingang zum Haff (dem 1510 entstandenen Gatt oder Pillauer Tief), dicht neben der Festung, die, ein ziemlich regelmäßiges Fünfeck, das Gatt beherrscht, und an der Staatsbahnlinie Königsberg-Pillau. Der Hafen ist zugleich Vorhafen von Königsberg, Elbing und Braunsberg. Auf der Nordermole steht der Leuchtturm, auf der Südermole eine 6 m hohe Leuchtbake. Pillau hat 3 evangelische Kirchen, ein Denkmal des Geheimen Oberbaurats G. Hagen, eine Realschule, eine Navigationsschule, Amtsgericht, Hauptzollamt, Oberfischmeisteramt, Seemannsamt, Strandamt, Lotsenstation, 2 Rettungsstationen für Schiffbrüchige, Fischerei und Fischräucherei, Kaviarbereitung, Schiffbau, Bernsteindrechslerei, Segelmacherei, eine Hartsandstein- und eine Tranfabrik, ein Seebad und Speditionshandel.

Im Jahr 1905 leben hier 7374 meist evangelische Einwohner (233 Katholiken). Die Garnison besteht aus einem Infanteriebataillon Nr. 43 und einem Bataillon Fußartillerie Nr. 2. 1903 liefen in Pillau 252 beladene Seeschiffe zu 137.553 Registertonnen ein, es gingen ab 59 Schiffe zu 20.187 Registertonnen. Nordöstlich gelegen das frühere Dorf Alt-Pillau, seit 1902 nebst der Festung in die Stadt aufgenommen. Hier landete Schwedenkönig Gustav Adolf 1626; aber erst 1725 erhielt der Ort durch Friedrich Wilhelm I. Stadtrecht. Die Festung behauptete sich 1807 gegen Napoleon; 1812 kam sie durch Vertrag an die Franzosen, die sie jedoch bereits 8. Februar 1813 räumten.

Pillau wurde am 25. April 1945 als letzte ostpreußische Stadt von der Roten Armee erobert und unter sowjetische Verwaltung gestellt. Die Bevölkerung, soweit nicht bereits geflohen, wurde ermordet, verschleppt und vertrieben. Die Russen nennen die Stadt nun Baltijsk.

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