Kahla

Stadt im Herzogtum Sachsen-Altenburg, Verwaltungsbezirk Roda

Kahla 5340 Einwohner – 1905 (Städte im Kaiserreich)

Blick auf Kahla
Blick auf Kahla

 

Kahla

Kahla ist eine Stadt im Herzogtum Sachsen-Altenburg, Verwaltungsbezirk Roda. Sie liegt an der Saale, sowie an der Staatsbahnlinie Großheringen-Saalfeld und 169 Meter über dem Meer. Die Stadt hat 2 evangelische Kirchen, Amtsgericht, einen Altertumsforschenden Verein, Porzellanfabriken, Porzellanmalerei, Eisengießerei, Metallwaren-, Pianoforte- und Holzschuhfabriken, Dampfziegelei und Dampfschneidemühle. Im Jahr 1900 leben hier 5340 Einwohner. In der Nähe liegt der Berg Dohlenstein, der 1780 teilweise einstürzte, 1828 und 1880 merklich vorwärts rückte, und die Bergfeste Leuchtenburg (436 m hoch), ehemals eine Strafanstalt, jetzt Vergnügungsort.

1283 befand sich Kahla im Besitz der Herren von Lobdeburg, von denen eine Seitenlinie auf der zwischen 1216 und 1221 angelegten Leuchtenburg saß. 1333 kam es an die Grafen von Schwarzburg. 1369 wurde es wettinisch und gehörte seit 1485 den Ernestinern. Die an der Straße von Nürnberg und Saalfeld nach Leipzig gelegene, unmittelbar an der Saalebrücke stehende Nikolaikirche deutet möglicherweise auf eine Kaufmannssiedlung des 12. Jahrhunderts hin. Die Stadt wurde planmäßig im 13. Jahrhundert angelegt und später ummauert, der Rat ist 1368 bezeugt, er hatte die Niedergerichte und seit 1487 die Obergerichte inne. Die Reformation begann 1523 mit einem Bildersturm. 1525 unterstützte die Stadt die aufständischen Bauern, wofür sie vom Kurfürsten hart gestraft wurde. 1572 fiel Kahla an das Herzogtum Sachsen-Weimar, 1603 an Sachsen-Altenburg bis 1918. Die ältere Wirtschaft wurde von den Gerbern, Schuhmachern und Tuchmachern und von der Bierbrauerei bestimmt, auch war Kahla Sitz der Saale-Floßverwaltung mit einem Floßmeister. 1831 hatte es 2337 Einwohner. Seit 1874 führte die Saalebahn von Großheringen nach Saalfeld durch die Stadt. Seit 1844 ist die Porzellanindustrie heimisch.