Güstrow

Güstrow, Markt mit Rathaus
Güstrow, Markt mit Rathaus

Güstrow im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Stadtgeschichte in alten Ansichtskarten und zeitgenössischen Texten.

Güstrow 16.882 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Güstrow i. M., Schloss
Güstrow i. M., Schloss

Güstrow im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin

Güstrow ist eine Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Hauptstadt des mecklenburgischen Herzogtums Güstrow oder des Wendischen Kreises.

Landkarte Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Bremen, Hamburg, Lübeck
Landkarte Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Bremen, Hamburg, Lübeck

Güstrow liegt an der schiffbaren Nebel, 13 Meter über dem Meer, ist Knotenpunkt der Linien Lübeck-Strasburg i. U., Rostock-Güstrow und Güstrow-Meyenburg der Mecklenburgischen Friedrich Franz-Eisenbahn. Güstrow hat mehrere Kirchen, darunter die im 13. Jahrhundert erbaute, 1868 restaurierte Domkirche und die 1883 restaurierte Pfarrkirche mit schönen Altargemälden und Schnitzereien, ein 1558–65 erbautes turmreiches Schloß (jetzt Landarbeitshaus) und ein stattliches Rathaus. Im Jahr 1900 leben in Güstrow mit der Garnison (zwei Abteilungen Feldartillerie Nr. 24) 16.882 meist evangelische Einwohner.

Güstrow, Domkirche
Güstrow, Domkirche

An industriellen Anlagen sind hervorzuheben: 3 Maschinenfabriken, 2 Dampfsägereien, eine Zuckerfabrik, Milchzuckerfabrik, Borsäure- und Boraxfabrikation, Drahtflechterei, Färberei, Wagenbau, 2 Bettfedernfabriken, 2 Dampfmolkereien, Bierbrauereien und Ziegeleien. Der Handel ist hervorragend in Getreide, Holz, Wolle und Butter. Güstrow hat ein Gymnasium, ein Realgymnasium mit Realschule und eine Gewerbeschule. Von Behörden haben dort ihren Sitz: ein Landgericht, ein Hauptsteueramt, eine Forstinspektion und ein Domänenamt.

Güstrow, Kriegerdenkmal und Landgericht
Güstrow, Kriegerdenkmal und Landgericht

Zum Landgerichtsbezirk Güstrow gehören die 19 Amtsgerichte zu: Brüel, Bützow, Dargun, Goldberg, Güstrow, Krakow, Laage, Lübz, Malchin, Malchow, Neukalen, Penzlin, Plan, Röbel, Stavenhagen, Sternberg, Teterow, Waren und Warin. Güstrow ist um 1200 entstanden, wurde 1219 Residenz des Fürsten Heinrich Borwin II., unter dem es 1228 das schwerinische Recht und 1226 das Domherrenkollegium erhielt.

Güstrow, John Brinkmann Brunnen mit Anlagen
Güstrow, John Brinkmann Brunnen mit Anlagen

Eine in der Nähe des jetzigen Güstrow angelegte neue Stadt wurde unter dem Fürsten Niklot 1248 wieder niedergerissen, dagegen das alte Güstrow erweitert. Von 1316–1436 war die Stadt Residenz der Fürsten zu Wenden und von 1555–1695 der Herzöge von Mecklenburg-Güstrow 1628 wurde Güstrow von den Kaiserlichen besetzt, Wallenstein residierte hier fast ein Jahr lang.

Bildergalerie

Quellenhinweise:

  • Prof. A. L. Hickmann’s Geographisch-statistischer Taschen-Atlas des Deutsches Reichs, Leipzig und Wien 1897
  • „F. W. Putzgers Historischer Schul-Atlas“, Verlag von Velhagen & Klasing, 1902
  • „Harms Vaterländische Erdkunde“, 1906
  • „Post-Taschen-Atlas von Deutschland nebst Ortsverzeichnis“, Th. Pfuhl, Berlin, 1906
  • „Meyers Großes Konversations-Lexikon“ 6. Auflage in 20 Bänden, Bibliographisches Institut Leipzig und Wien, 1905-1911
  • „Petzolds Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches“, Band 1 und 2, Bischofswerda (Sachsen), 1911

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