Grabow in Mecklenburg

Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin

Grabow 5296 Einwohner – 1900 (Städte im Kaiserreich)

Grabow i. Meckl., Stadtbild
Grabow i. Meckl., Stadtbild

 

Neben der Stadt Grabow in Mecklenburg existieren im Deutschen Reich (Kaiserreich):

  1. Grabow an der Oder, früher selbständige Stadt Königreich Preußen, Provinz Pommern, ist seit 1900 in Stettin eingemeindet.
  2. Grabow, Stadt im Königreich Preußen, Provinz Posen, Regierungsbezirk Posen, Kreis Schildberg. Sie liegt an der Prosna, hat eine evangelische und 2 katholische Kirchen, Synagoge, Dampfschneidemühle und Käsefabrik. Im Jahr 1900 leben hier 1805 meist katholische Einwohner. Grabow wurde 1416 gegründet.

 

Grabow in Mecklenburg

Grabow (spr. -bo), ist eine Stadt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Sie liegt an der Elde und der Staatsbahnlinie Berlin-Hamburg. Die Stadt hat eine evangelische Kirche, Synagoge, Realprogymnasium, Amtsgericht, eine chemische und eine Goldleistenfabrik, Dampfsäge- und Dampfmahlmühlen, Gerberei und Bierbrauerei. Im Jahr 1900 leben hier 5296 Einwohner.

Aus einer slawischen Burganlage ging die 1186 bezeugte deutsche Burg hervor, bei der unter der Herrschaft der Grafen von Dannenberg wohl vor 1250 die 1275 als civitas genannte Stadt regelmäßig angelegt wurde. 1288 fiel Grabow an Brandenburg, 1320 an Mecklenburg. Die Stadt war ummauert, ihre Kirche gehörte zum Bistum Ratzeburg. Der 1305 erwähnte Rat hatte die Niedergerichte unter sich. Am Übergang der wichtigen Straße von Magdeburg nach Lübeck über die Elde entfaltete die Stadt ein reges gewerbliches Leben. 1513 entstand ein Eisenwerk, 1527 eine Papiermühle, Tuchmacherei, Brauerei und Getreidehandel waren bedeutend. Das 1725 in einem verheerenden Stadtbrand zerstörte Schloss diente nach dem Wiederaufbau im 17./18. Jahrhundert als herzoglicher Witwensitz und Residenz. 1830 hatte Grabow 3496 Einwohner. 1846 entstand Bahnverbindung nach Berlin und Hamburg, 1837 brachte der Elde-Kanal mit dem 1898 erweiterten Hafen eine Belebung des Güterverkehrs.